Afrika noch purer – eine Zug“fahrt“ mit der TAZARA

Der TAZARA Zug irgendwo in Tansania

Nennen wir es mal fahren, auch wenn die Standzeit des Zuges die Fahrzeiten zumindest gefühlt übertroffen hat. Aber fangen wir doch vorne an.

Frühjahr 2017, nun stand es fest, die FOSS4G 2018 wird in Dar Es Salaam, Tansania stattfinden. Das bedeutete, dass ausreichend Zeit blieb, um zu überlegen, wie man eine Reise drumherum gestalten kann. Nach einer Internetrecherche stieß ich auf die TAZARA-Zugverbindung zwischen Sambia und Tansania, die das Herzstück meiner Reise werden sollte. Daraus entwickelte sich recht schnell die Idee, von Ozean (Atlantik) zu Ozean (Indik) zu reisen. Oder von Namibia bis Tansania, West nach Ost oder vom ehemaligen deutsch-Südwest zum ehemaligen deutsch-Ostafrika und damit quer durch das südliche Afrika.

Im Frühjahr 2018 war dann alles soweit vorbereitet, meine Reise sollte mit 2 Wochen Familienurlaub in Namibia starten und dann mit einem Transfer über Victoria Falls, Lusaka nach New Kapiri Mposhi in den sambischen Kupfergürtel, von wo der TAZARA-Zug startet, weitergehen.

Waggon lackiert, Logo händisch aufgemalt: TAZARA

Einfach Online ist nicht und daher habe ich im Frühsommer 2018 mein TAZARA Ticket telefonisch direkt an der Zugstation in Kapiri Mposhi reserviert – und war gleichzeitig gespannt, ob das wohl klappen wird. TAZARA steht übrigens für TAnsanian-SAmbian RAilway Authority, die eine Zugverbindung bedient, die zu Apartheidszeiten von chinesischen Ingenieuren vom Kupfergürtel Sambias zum Hafen von Dar Es Salaam gebaut wurde. Auf der Strecke verkehrt 2x wöchentlich ein Personenzug in jede Richtung. 1865 Kilometer in prognostizierten 52 Stunden quer durch die sambisch-tansanische Savanne standen mir also bevor. Als ich dann Wochen später in der sambischen Hauptstadt Lusaka mein Ticket persönlich abholte und schlappe 360 sambische Kwecha (27 Euro) bezahlte, war mir schon klar, dass mich trotz 1. Klasse nicht allzu viel Komfort erwarten würde.

Der Hauptbahnhof von Lusaka

Freitag morgens ging es also los, die ca. 150 Kilometer lange Strecke von Lusaka nach Kapiri Mposhi bewältigte ich mit dem Bus, denn wenngleich es Züge der sambischen Railway Company gibt, die von Lusaka nach Kapiri verkehren, so sind die natürlich nicht so aufeinander abgestimmt, dass man mit dem Zug von Lusaka aus fahren könnte.
Die Züge von Lusaka verkehren jeweils Mittwoch und Samstag (diese Information erhielt ich auch nicht im TAZARA Headquarter in Lusaka, sondern erst am Hauptbahnhof in Lusaka), während der TAZARA Train von Kapiri nach Dar jeweils Dienstags und Freitags startet.
Sinn? Keiner. Allerdings braucht der Zug angeblich wohl auch 12 Stunden, der Bus ist also sowieso schneller. Spannend ist allerdings, sich als Weißer auf dem Busbahnhof in Lusaka zu begeben und zu glauben, man könne nun einfach ungestört ein Ticket kaufen – aber das ist eine andere Geschichte.

Wartehalle in Kapiri Mposhi

Spannend ist die Ankunft am TAZARA-Endbahnhof, eine riesige, leicht heruntergekommene Wartehalle gut mit Menschen, Koffern, Taschen, Säcken und was weiß-ich-nicht-noch-alles gefüllt, in der sich außer mir genau ein weiterer Europäer befand, erwartet mich. Während draußen auf den Gleisen der Zug zusammen gestellt wird, konzentriere ich mich auf den vor mir liegenden Reiseabschnitt, die Taschen mit überflüssigem Proviant befüllt, alle Akkus geladen und in freudiger Erwartung auf die kommenden zwei-Komma-X Tage.
Da glaubte ich noch an vielleicht 4-5 Stunden Verspätung, aber dazu – viel – später mehr. Und wehe es mosert irgendeiner nochmal über die Pünktlichkeit der Deutsche Bahn!

Der am Fenster trocknende Feudel

Beim Boarding wird das Ticket das erste mal gezeigt, ein Vorgang, der sich in den ersten 12h der Fahrt noch etwa 8x wiederholen sollte, danach dafür aber nicht mehr. Ich ergattere eine der unteren Pritschen in unserem 4-er 1-Klasse Abteil, verstaue meinen Koffer darunter und setze mich erst einmal ans Fenster, das zu Öffnen schon den Kontakt mit jahrzehnte-alten Ich-weiß-nicht-was-Belag erforderte – nichts für Sauberkeitsfanatiker. Auch der Feudel (*rheinisch: Putzlappen), der nach dem oftmaligen Reinigen des Flurs zum Trocknen aus dem Fenster gehangen wurde, hat für europäische Maßstäbe seinen Zenit bereits zu Kaisers Zeiten überschritten.

Mit einem lauten Pfiff, einem Rack, beides begleitet mit einem durch den alten Stahl krachenden Ruck fährt der Zug an und sogleich stellt sich das, nun für viele Stunden immer gleiche uns begleitende radak-radak, hervorgerufen durch die vor Jahrzehnten verlegten und seitdem kaum unterhaltenen Gleisen, ein. Aber es funktioniert, der Zug rollt und jedes radak bringt mich Dar Es Salaam ein Stückchen näher.

Mein Zug. Außen neu gestrichen, innen nicht.

Dass die Reise mehr werden würde, als reines aus dem Fenster schauen, fing ich dort erst an zu erahnen. Meine Mitreisenden im Abteil, ein in London lebender Sambier mit in Kampala, Uganda, beheimateten 8-jährigem Sohn sowie Wise, auch ein Sambier, auf dem Weg nach Nakonde, der letzten sambischen Stadt vor Tansania, sollten dabei eine große Rolle spielen.

Frische Luft statt frische Dusche

Nach diversen radaks und einigen ersten Sätzen mit Rama, dem sambischen Londoner, mache ich mich auf Entdeckungsreise durch den Zug. Diese endet bereits 3 Wagen weiter, denn zwischen der 2. und 3. Klasse befindet sich die Bar, Typ Dorfkrug. Kein Bier vor Vier ist in rollenden afrikanischen Zügen eine offensichtlich zu vernachlässigende Regel, man muss sich nur umschauen. Das findet auch der mit in unserem Abteil reisende Wise und so holen wir bis irgendwann gegen 22h fröhlich erst abwechselnd, später ich für beide, frische Biere, nur um uns diese, den vorangegangenen gleich, direkt in den Kopf zu gießen. Das Ganze frei nach dem Motto, das bisschen, was wir essen müssen, können wir auch trinken.

Was für ein Sonnenuntergang!

Die nächtlichen radaks habe ich dann verschlafen, wenngleich mich dann am Morgen ein heftiges Rack weckt. Dieses wird hervorgerufen durch eine blockierende Bremse an mindestens einem Waggon, die dem Zugführer vermutlich einiges an Können abverlangt. Soweit ich weiß, funktioniert ein ABS ähnlich, bremsen, loslassen, bremsen, loslassen und das ist genau das, was der Lokführer manuell in perfekter Art und Weise beherrscht, um den Zug an den zahlreichen Stationen zum Stehen zu bringen.

Keine Zeit für Kopfschmerzen, denn das Frühstück und ein hungriger Krischan, der 8-jährige Sohn von Rama, warten. Wer jetzt an Frühstück denkt, denkt mit Sicherheit nicht an ein traurig aussehendes lauwarmes Würstchen, ein Omelette, Spaghetti ohne Sauce und eine englisch-geteilte Scheibe ungetoastetes Toastbrot. Serviert mit Tee oder einer entfernt an sowas wie Kaffee erinnernden viel zu dünnen Instant-Brühe. Das Ganze erinnert mich ein wenig an das in Asterix als Legionär beschriebene Legionärs-Essen, bestehend aus Käse, Korn und Speck, das aus Rationalisierungsgründen zusammen gekocht wird.

Leider fehlt mir am Morgen der Zaubertrank um mir den Koch vorzunehmen. Immerhin, Krischan freut sich über mein Würstchen während Rama sich über den Kellner, der zum bereits gesüßten Tee noch die Zuckerdose stellt, wundert. Resultat: Viel zu süßer Tee. Belehrung genauso zwecklos wie der Versuch den Kellner davon zu überzeugen, meine Tasse nur halb mit Wasser zu füllen, um überhaupt irgendeinen Kaffee-Geschmack aus diesem Instant-Pulver ziehen zu können. Leider fehlt mir übrigens ein Photo der interessanten Komposition.

Irgendwo in Sambia

Sambischer Busch

Draußen zieht der wenig variable sambische Busch vorbei. Immer wieder sieht man Rauch am Horizont, der entweder  von den zahlreichen Holzkohlemeilern oder von absichtlich gelegten Buschfeuern herrührt. Gelegentlich tauchen kleine Dörfer mit 5-7 Rundlehmhütten zwischen den Bäumen auf, eilig herbei gelaufene Kinder winken uns hinterher, Bauern auf Ihren Feldern halten inne und schauen dem Zug nach. Gerne wüsste ich was Sie gerade denken.

Betrieb am Zug

Wenn wir überhaupt so etwas wie Verkehr sehen, dann einige Sambier auf Fahrrädern, es sei denn, ein Halt in einem größeren Ort erlaubt einen Blick auf die T2, die Great Eastern Road, die von Kapiri an nach Osten Richtung Malawi und Tansania führt. Ansonsten fahren wir durch den tiefsten Busch, der Zug ist, zumindest für die kleinen Haltepunkte, offensichtlich die einzige Verbindung zum Rest der Welt. Das zeigt sich später in Tansania nochmal ganz deutlich. Für jetzt halte ich fest, dass vorne, zur 3. Klasse hin, die meisten Geschäfte gemacht werden, während hinten bei uns an der 1. und 2. Klasse auffällig viele Kinder betteln kommen. Da ein Halt in aller Regel mindestens 20 Minuten dauert, kommen die Händler mit Erdnüssen, Bananen Getränken oder kleineren Gerichten dann irgendwann auch nach hinten zu uns. Die Geschäfte laufen hier aber eher spärlich. Wird was gekauft, wird vorher grundsätzlich gehandelt – teilweise auch noch, obwohl der Zug sich schon wieder in Bewegung gesetzt hat.

Drinnen sitze ich das erste mal mit meinem 3-Fachstecker an einer der beiden mir bekannten Steckdosen um Handy, Laptop und Akku des Photoapparates zu laden. Krischans Tablet muss auch geladen werden, der kleine Kerl fängt an, sich zu langweilen. Mittlerweile hat sich das Leben im Zug irgendwie eingeruckelt, radaks, Racks und die ABS-like Bremsungen fallen mir nur noch dann auf, wenn ich darauf achte.

Gegen Abend erreichen wir Nakonde und unser biertrinkender Sambier (Sam-Bier?) Wise verlässt uns glücklich, er hat die Zugfahrt mal wieder geschafft und wird in seinem Heimatdorf erwartet. Unter uns Weiterreisenden kursieren erste Gerüchte über eine derzeitige Verspätung von 4, von 8 oder sogar von bis zu 12 Stunden. Keiner weiß nichts genaues. Während ich überlege, was das bedeutet, kommen die sambischen Grenzbeamten durch den Zug, kontrollieren und stempeln Pässe, es dauert. Dies war jetzt die Ausreise aus Sambia. Irgendwann endlich fährt der Zug mit einem Ruck an, aber nicht für lange denn Tunduma, die 1. tansanische Stadt grenzt direkt an Nakonde und wir stehen nun dort am Bahnhof. Es dämmert  bereits, ich steige aus und betrete das erste Mal tansanischen Boden, das nun 4. Land meiner afrikanischen Reise.

Zuckerrohr – am Zug als Meterware verkauft wird es roh gekaut.

Zurück im Abteil gehen Geldwechsler durch den Zug und wechseln sambische Kwecha in tansanische Schilling. Dies zu einem, sagen wir mal kreativen Kurs. Zum Glück schleppe ich schon 70.000 Schilling (etwa 28 Euro) seit Bonn quer durch Afrika, tausche aber trotzdem meine letzten 150 Kwecha. Dem Geldwechsler folgt der Mann, der tansanische SIM-Karten verkauft. Glücklicherweise richtet der die auch ein, denn nach Namibia, Zimbabwe und Sambia wechselt nun die offizielle Landessprache von Englisch auf Suaheli. In dieser Sprache kommen dann auch die zahlreichen Anweisungen per SMS, die einem mitteilen, wie man die neue SIM-Karte einrichtet. Ich habe nun 1GB Datentransfer frei, eine tansanische Telefonnummer, die ich mir nicht merke und – Internetverbindung!

Irgendwo in Tansania

Entgegen aller Ansagen an zu Hause kann ich mich nun aus dem Zug heraus als lebendig und gesund melden. Gut, dass Geruch noch nicht übertragen werden kann, Rama bestellt Fisch zum Abendessen und ich habe seit fast 2 Tagen nicht mehr duschen können, Dusche kaputt, ist doch logisch.

Jetzt kommen die tansanischen Grenzer, gefolgt von einem Arzt, der nach den Pässen auch die Impfpässe auf Gelbfieberimpfung kontrolliert. Und ich bin erleichtert, dass ich mir neben einem tansanischen Visum auch die Gelbfieberimpfung schon in Bonn gegeben habe. Der Holländer, der andere Europäer, der in Kapiri eingestiegen ist, bekommt seine Impfung für 50 Dollar direkt im Zug verabreicht.

Ein Zug kommt – wir auch!

So, ich wäre jetzt soweit, denke ich, aber der Zug bleibt stehen – stundenlang. Irgendwann erfahre ich, dass wir auf den Gegenzug warten, der zeitgleich mit unserem in Dar Es Salaam losgefahren ist. Eine Begegnung auf freier Strecke wäre wenig empfehlenswert, denn die Strecke ist einspurig und hier in Tunduma haben sich beide Züge zum Rendez-Vous verabredet. Dumm ist, wie bei jedem Rendez-Vous, wenn einer zu spät kommt. Interessant finde ich, dass der Gegenzug der sogenannte Expresszug ist, aber gut, that’s Africa! Warum aufregen? Nützt ja nichts.

Ich ziehe mir 2-3 Bier im Dorfkrug, die ich jetzt mit tansanischen Schilling bezahlen muss und deren Preis dadurch auf wundersame Weise von etwa einem Euro in Sambia auf ca. 80 Cent gesunken ist. Dasselbe Bier wohlgemerkt, danach gehe ich schlafen. Irgendwann im Halbschlaf macht es Rack und der Zug fährt endlich wieder an.

Man könnte jetzt sagen, was für eine schöne Geschichte, aber als ich gegen 6 aufwache stehen wir wieder, diesmal in Mpemba, der nächsten tansanischen Stadt. Den Grund bekomme ich zunächst nicht heraus. Dieses herumstehen nervt dann schon irgendwann und ich erwische mich, wie ich das Klugfon bemühe und schaue, ob denn Mpemba einen Flughafen hat und wann Flüge nach Dar Es Salaam gehen. Während ich mich dabei ertappe, verwerfe ich meinen Plan wieder. Diese Zugfahrt war Auslöser und Grund der ganzen Tour, jetzt wird hier nicht der Schw… eingezogen.

Unsere tapfere Lok – fährt auch auf 7 Pötten (man beachte den verschwommenen linken Bildteil – Dieselruß.

Mittlerweile habe ich erfahren, dass unsere Lok kaputt ist. Später, als ich im Abteil David, dem sambischen Ingenieur, der die Lok wieder repariert hat, treffe, erfahre ich, dass die Dieselloks 8 E-Generatoren antreiben, die wiederum die Lok antreiben. Und unsere ist mit lediglich 7 funktionierenden Generatoren losgefahren und als sich der nächste verabschiedete, traute den verbleibenden 6 keiner die Reise durch das tansanische Hochland zu. Also musste David ran, ohne Ersatzteile und mit schlechter Ausrüstung gelang diesem Helden unserer heutigen Zeit die Reparatur. Leider wurde eine Ankunft am Sonntag Abend in Dar Es Salaam nun komplett unmöglich und mir winkte eine weitere Nacht auf meiner Pritsche und meinen Mitreisenden eine weitere mit mir, nach wie vor ungeduscht. Besser ich denke nicht an mein in Dar Es Salaam auf mich wartendes 4-Sterne Hotelzimmer.

Aber wir sind in Afrika, von daher sollte man das Positive in den Vordergrund rücken. Meine größten Befürchtungen meine Sicherheit betreffend hatte ich immer, wenn ich an meine Ankunft in Dar Es Salaam dachte, da der Bahnhof weit draußen liegt und gerade europäische Reisende der TAZARA angeblich schon desöfteren Abends in falsche Taxis gelockt und ausgeraubt wurden. Das Problem würde ich wohl Montag Mittags nicht haben. Und ob der von mir vom Hotel angeforderte Fahrer wirklich die halbe Nacht am Bahnhof verbringen würde, glaube ich, obwohl in Afrika, wirklich nicht.

Afrika, so wie man es sich vorstellt.

Die Landschaft draußen ist überwältigend, Berge, Busch, in kleinen Örtchen Ziegelbrennöfen, Bananenplantagen und bald schon tauchen auch die ersten Kokospalmen auf. Regelmäßig, immer dann, wenn der Zug hält, habe ich auch Internet-Verbindung zur Außenwelt, die kurz nachdem der jeweilige Ort wieder in Busch übergeht, endet. Dass die Geschwindigkeit die eines durchschnittlichen deutschen mobilen Internetempfangs um ein Vielfaches übersteigt mag verwundern, ist aber wahr. Interessanterweise fahren Tansaner da Motorrad wo Sambier noch mit dem Fahrrad unterwegs waren. Und dann kam ja noch die Geschichte mit den Tomaten und dem Reis.

Njana njana – Tomaten!

Wie bereits erwähnt, der Zug ist Transportmittel, Lebensader und offensichtlich auch Handelsroute. Der nächste Halt, Njana, Njana tönt es von draußen. Ich schaue aus dem Fenster, um den Zug wandeln mindestens 30 Frauen, alle mit je einer Tüte voll mit Tomaten in jeder Hand und einer auf dem Kopf. Überhaupt, diese Technik Dinge auf dem Kopf zu transportieren, die ist hier erfunden worden, es kann nicht anders sein. Wer soll die ganzen Tomaten kaufen?, frage ich mich, konzentriere mich aber aufs photographieren der Händlerinnen und anderen Menschen.

Der Zug fährt weiter, ich drehe mich um und sehe … Tomaten. Säckeweise Tomaten. Auf Tischen, Bänken, im Flur – überall Tomaten. Ich frage Rama, wer zur Hölle die ganzen Tomaten essen will. Er grinst und sagt wait. Was bleibt mir anderes übrig?

Das Lehmziegelmotorrad

Wir rattern weiter, radak, radak ruft es, die grüne Landschaft und Leute brausen vorbei, leider sieht man keine wilden Tiere, aber immer wieder Örtchen, wir queren kleine Bäche oder Flüsse, ein Wasser-Problem haben die hier jedenfalls nicht. Ich sitze im Restaurant an einem nicht mit Tomaten zugestellten Tisch und arbeite an meinen Vorträgen für die Konferenz in Dar. Es ist komisch nach fast drei Wochen Afrika wieder so etwas profanes zu tun, wie Vorträge vorzubereiten

Der nächste Halt, diesmal wird Reis verkauft. Säckeweise Reis. Und natürlich wird der auch mit Köpfchen an den Zug herangebracht. Der Handel erfolgt diesmal als Tausch: Tomaten gegen Reis, alleine den Kurs kenne ich nicht. Als es weiter geht, stehen und liegen dort, wo eben noch tütenweise Tomaten lagerten nun Reissäcke. Was macht man in einem rollenden Zug mit dem Reis?

Ich frage Rama, der mir erklärt, dass die Leute die Tomaten dort kaufen, wo sie billig sind, diese dann gegen Reis eintauschen, ebenfalls dort, wo dieser billig ist und den Reis mit nach Dar Es Salaam nehmen, um ihn dort zu verkaufen, denn da ist der 3 mal teurer. So einfach also. Lächelnd zeigt Rama unter seine Pritsche, wo ein Reissack lagert…

Das Schienenkontroll-Fahrzeug

David, der TAZARA Techniker, erklärt mir, wie die Schienen in Stand gehalten werden. Es gibt an jeder Station 2 Zuständige, die dann mit einem abenteuerlichen Dragine-ähnlichem Schienengefährt die eine Wochenhälfte die Hälfte der Strecke zur einen und in der anderen Wochenhälfte die Hälfte der Strecke zur anderen Station abfahren und dabei die Gleise kontrollieren und Schäden entweder selbst reparieren oder melden. Die neuen chinesischen Loks wurden direkt wieder ausrangiert, zu viel Elektronik die die Strecke nicht überlebt und die eben nicht repariert werden kann, daher wird das alte Material immer wieder zurecht geflickt. Und der ganze Aufwand ist heute eigentlich kaum mehr notwendig, denn nach Ende der Apartheid sind die südafrikanischen Häfen eigentlich näher und auch wesentlich einfacher zu erreichen. Trotzdem fahren die TAZARA Strecke immer noch 7 Kupferzüge pro Woche mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Puh, wir dürfen immerhin 50km/h Spitze fahren.

Nach der 3. Nacht durchfahren wir am Montag (zur Erinnerung, der Zug startete Freitag) ein Game-Reserve. Endlich gibt es Wildtiere. Mehrere Elefanten, Zebras, drei Giraffen, ein paar Affen und zahllose Impalas entlang der Strecke werden zum ewig gleichen Frühstück geboten. Leider geht alles sehr schnell, so dass es sinnlos ist, Photos zu machen. Einmal meine ich unter einem Baum eine Löwenfamilie gesehen zu haben, aber vielleicht war das auch nur ein Wunschtraum. Phantasiere ich schon?

radak, radak.

radak, radak.

Die Outskirts von Dar Es Salaam

Und schließlich doch: Wir nähern uns Dar Es Salaam. Der Zug fährt endlos durch die nicht enden wollenden Outskirts und man hat das Gefühl, der ist so schnell, wie bisher noch nie. Und plötzlich: Vollbremsung, diesmal ohne ABS. Offensichtlich war der Zug zu schnell, ich fürchte einen Personenschaden. Der würde in Deutschland locker 8-10h Verspätung verursachen und sehe schon meine Chancen auf meine Nacht im 4 Sterne-Bett samt Dusche schwinden. Aber, wir sind in Afrika, keine Ahnung, was wirklich passiert ist, nach ewig langen 20 Minuten macht es Rack gefolgt vom eintönigen radak, radak, es geht weiter! 4-Sterne Bett, Dusche, Abendessen, Bad, Pool, Ozean, weiches Handtuch, Zivilisation – ich komme!

Angekommen! Kopfbahnhof in Dar Es Salaam

Schließlich erreichen wir den Kopfbahnhof von Dar Es Salaam, 70 Stunden nach unserer Abfahrt und damit mit schlappen 18 Stunden Verspätung. Der nächste, der im ICE wegen 20 Minuten Verspätung motzt, kriegt’s mit mir zu tun!

Beim Ausgang des Bahnhofs gibt es eine letzte Fahrkartenkontrolle, deren Sinn sich mir nicht erschließt, muss aber auch nicht alles. Es ist schwül, man fühlt geradezu den nahen Ozean. Ich nehme ein Taxi. Ein Polizist notiert Taxinummer, meinen Namen und mein Ziel, so soll sicher gestellt werden, dass ich auch dort ankomme.

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Also nochmal Stadt.Land-Markt: Zucchini-Krapfen mit Bockshornklee-Frischkäse und Tomatenvariationen. Und Blumenstrauß

Vergangenen Donnerstag habe ich wieder zugeschlagen beim Bonner Altstadt.Land-Markt. Ich war an beiden Gemüseständen, am Käsestand und habe darüber hinaus noch einen Bund der tollen Feld-Blumen erstanden. Wenn man die direkt in die Vase stellt, hat man seitens der Ehefrau 2 Wochen Ruhe, denn solange halten die sich ;-). Gemacht habe ich einen bunten Teller mit katalanischem Tomatenbrot, Tomaten mit Olivenöl und Zucchinikrapfen, die man dann mit dem Ziegenfrischkäse als Dip isst. Dazu habe ich folgendes erstanden:

Einkauf:

  • 150g Ziegenfrischkäse mit Bockshornklee
  • 1 Zucchini
  • 500g Mischtomaten
  • 2 Eier

Hauskauf:

  • mehrere EL gutes Olivenöl & welches zum Braten
  • 50g Butter
  • 100g Weizenmehl
  • 1/2 Baguette
  • Fleur de Sel
  • 1 kleine Knoblauchzehe

Küchenverbrauch:

  • 2 kleine Rührschüsseln, davon 1 Hohe
  • Pürierstab & Schneebesen
  • 1 Pfanne
  • Messer & Brett

Geht ganz schnell:

  • Zucchinikrapfen:
    • Aus Mehl, Eigelben und etwas Salz unter Hinzugabe von Wasser einen glatten Teig rühren, der sollte nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest sein. Die Zucchini in Scheiben schneiden. Die Scheiben dann in den Teig tauchen und in der Pfanne bei mittlerer Hitze in Butter & Olivenöl ausbacken. Die Krapfen dann mit Fleur de Sel bestreuen, warm mit dem Bockshornklee-Ziegenfrischkäse als Dip servieren.
  • Tomatenbrot:
    • 2-3 größere und reifere Tomaten (wer will enthäutet sie) klein schneiden und in der höheren Schüssel mit dem Knoblauch und 2 EL Olivenöl pürieren. Brot in Scheiben schneiden und mit der Tomatenpaste bestreichen, mit etwas Olivenöl beträufeln und bei 200° im Ofen für ca. 5-7 Minuten backen. Warm mit etwas Fleur de Sel bestreut servieren.
  • Tomaten mit Olivenöl:
    • verschiedene Tomaten in Scheiben oder Viertel schneiden, mit sehr gutem Olivenöl beträufeln und mit etwas Fleur de Sel bestreut servieren.

Dazu? …passt nach mir ein frischer Riesling von der Mosella. Meine Wahl fiel auf den trockenen Riesling vom Weingut Fritz Haag aus Cochem, erhältlich u.a. beim La Petite France. Der Wein ist mit runden 10 Euro schon etwas an der Grenze, was man für einen nicht mit einem Festmahl verbundenem Wein ausgeben möchte, besticht aber durch seine frischen Noten nach Zitrone, grünem Apfel und wirklich dezenter Riesling-typischer Säure. Der passt jedenfalls optimal zu den Tomaten und auch zum Ziegenfrischkäse.

95% Stadt-Land Markt Bonner Altstadt: Tomate mit Ziegenkäse

Gute Sachen sollte man unterstützen. Ein Stadtteilmarkt in der Altstadt Bonn’s gehört definitiv dazu. Seit Anfang August gibt es nun also jeden Donnerstag ab 15h30 bis 19h einen kleinen, aber feinen Bio-Markt fast direkt vor meiner Bürotür. Gestern war dann also Premiere für mich. Zuallererst stand ich am Käsestand des Ziegenhofes RechHof, wo es einen halbfesten Ziegenfrischkäse mit Bärlauch gab. Nun, eigentlich bin ich kein Fan davon Kräuter in den Käse zu tun, aber der sah so perfekt gut aus, dass ich zugeschlagen habe. Da es nebenan direkt auch die passende Tomate gab, war auch klar, was ich damit machen würde. Tomaten mit dem Käse und viel Knoblauch überbacken.

Werkzeug:

  • eine Auflaufform
  • Messer & Brett

Kochzeug:

  • 1 reife Tomate Coeur de Boeuf
  • 1 halbfester Ziegenkäse
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 TL getrockneter Oregano, etwas Fleur de Sel

Die Auflaufform mit 2 EL Olivenöl ausfetten, die Tomate in ca. 2-3mm dicke Scheiben schneiden. Mit den Tomatenscheiben den Boden auslegen. Den Knoblauch schälen, fein hacken und über die Tomaten verteilen. Den Käse in Scheiben schneiden und über den Tomaten verteilen, mit 2 EL Olivenöl beträufeln und mit Oregano und mit etwas Fleur de Sel bestreuen. Das Ganze wird dann für 20 Minuten bei 220° überbacken und mit frischen Weißbrot servieren.

Katalanische Hackfleischbällchen in Tomatensauce gewürzt mit Wildfenchel und Pastis

Montag morgen, es regnet. Sehnsüchtig richtet sich mein Blick nach innen auf die bei bestem Sommer-Wetter im August verlebten Tage im Paradies. Und das sind ja erst die herbstlichen Vorboten, das wird ja noch viel schlimmer. Gut, das da noch ein paar Photo s sind, die, wenn man sie wirklich auf sich wirken lässt zu deutlicher Aufbesserung der Laune führen. Ein Tisch voller Tapas, und was war das noch alles? Bohnensalat mit Melone, Aioli, gebratene Garnelen, Patatas bravas, Escalivade des Legumes  und eben auch katalanische Fleischbällchen gewürzt mit wildem Fenchel. Der wächst dort unten an jedem Straßenrand mit seinen gelben Blüten mannshoch wuchernd gut zu erkennen.

Federführend ist auch hier natürlich die Tatsache, das die Tomaten einfach göttlich sind. So brauchen wir keine Dosenware oder vorpassierte Pampe von Früchten, die wir niemals spüren, riechen, fühlen werden können. Obwohl das natürlich auch ganz gut geht. Ich habe das einfach erhältliche Wurstbrät statt Hackfleisch verwendet, wenn man aber grobes Schweinehackfleisch nimmt und es mit Knoblauch, Salz und Petersilie würzt, sollte es auch gehen

Estris de cuina

  • eine hohe Pfanne samt Pfannenwender
  • einen Grill samt Grillzange
  • eine Schüssel
  • ein Teler
  • Messer & Brett

Ingredients

  • 500g Wurstbrät von katalanischer Wurst (oder Hackfleisch gewürzt mit Petersilie und Knoblauch)
  • 1 Ei
  • 100g altes Baguette
  • 0.2l Milch
  • etwas Mehl
  • 800g verschiedene frische Tomaten (oder eine entsprechende Menge passierte Tomaten)
  • 1 (rote) Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 2x 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL eingesalzene Kapern
  • 1 (kleines) Bund Petersilie
  • 50g wilde Fenchelblüten (oder das Grüne vom hier erhältlichen)
  • 0.1l Pastis
  • 6-8 EL Olivenöl
  • Sal i Pebre (kattalanisch für Salz und Pfeffer)

Damit diese Tapa wirklich gut wird, sollte man ruhig 2 Stunden Zeit einplanen, auch wenn man keinen zwischenzeitlichen Sprung in den Pool einplanen kann (z.B. mangels Pool).

Wir fangen an und weichen zuerst das Baguette in der Milch ein. Dazu das Brot in kleine Stücke brechen und in der Schüssel mit der Milch übergießen. Für die Sauce schneiden wir Karotte, Zwiebel, die Stängel der Petersilie und den Knoblauch klein und stellen die Pfanne mit 6 EL Olivenöl auf. Das Gemüse jetzt darin bei mittlerer Hitze einige Minuten anschwitzen und währenddessen die Tomaten würfeln. Auch hier gilt – wer es gründlich macht, häutet sie vorher, man kann die Schalen auch später aus dem Sud herausfischen. Die geschnittenen Tomaten stellen wir aber erst mal beiseite und kümmern uns um Würze und Pfiff der Sauce: Dazu die Fenchelblüten fein hacken und zum Gemüse geben und umrühren. Die Hitze höher stellen und nach weiteren 2-3 Minuten das Gemüse mit dem Pastis ablöschen, ordentlich umrühren und jetzt erst die  Tomaten hinzugeben.

Das Ganze sollte jetzt für mindestens eine Stunde leicht vor sich hin köcheln, dabei können wir auch jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Hackbällchen das Baguette nun leicht ausrücken und die überschüssige Milch wegschütten. Die Kapern gründlich wässern um das Salz abzuwaschen, dann mit Knoblauch und Petersilien-Blättern fein hacken und zusammen mit dem Wurstbrät, Ei und Brot  in der Schüssel zu einer Masse vermengen. Wenn die Masse zu weich ist, noch etwas Mehl oder Brot (oder Semmelbrösel) hinzufügen. Alles noch mit Pfeffer und – ganz vorsichtig mit Salz,  denkt an die Kapern – abschmecken. Aus der Masse kleine Bällchen von ca. 5cm Durchmesser formen und auf einen mit Mehl bestäubten Teller legen. Den Grill anheizen (oder wir nehmen den Gasgrill) und die Fleischbällchen rundherum grillen, dabei reicht es, wenn sie außen schön braun sind. Da die Bällchen nach dem Grillen ohnehin noch für etwa eine halbe Stunde in der Tomatensauce mitköcheln,  müssen sie jetzt noch nicht durchgegart sein.

Das ganze kann man in einer Schüssel lauwarm auf den Tapas-Tisch stellen, geht aber auch als volle Mahlzeit, z.B. mit Reis, durch. An Wein passt ein kräftiger Rosé, ein frischer Roter, oder ein im Holzfaß ausgebauter Weißwein wie der La Mandorie blanche von den Vignerons des Albéres.
Oder einfach einen Pastis mit Eiswürfeln 😉 ….

Tomates au Caramel et au Persillade

Tomaten - hier beim Karamelisieren

Tomaten – hier beim Karamelisieren

Schon wieder Tomaten könnte man jetzt denken…. aber alleine die Farb- und Formenpracht an Tomaten (oder Paradisern, wie der Öschi so treffend sagt), die man auf einem einzigen Marktbesuch zu sehen bekommt inspiriert mich dazu, jeden Tag Tomaten zu verarbeiten. Und da gestern der Markt von Elne, heute der von Port Vendres dran war, mussten natürlich auch Tomaten gekauft werden. Nur immer Tomatensalat mit […] ist und bleibt lecker, aber ist natürlich keine Herausforderung für einen Hobby-Kreativ-Koch. So, daher mal so.

Und dafür braucht man:

  • eine Pfanne
  • einen Pfannenwender
  • eine Auflaufform
  • einen Teller
  • Messer & Brett

Und das an Zutaten (als Beilage für 4):

  • 4 schöne Hutzel-Tomaten (oder andere, entsprechend ca. 200g Tomate/Person)
  • 3 Knoblauchzehen
  • etwa 80g Zucker

    Tomaten karamelisiert mit Petersilie

    Tomaten, Petersilie

  • eine handvoll gehackte Petersilie
  • etwas Olivenöl
  • Salz

Die Tomaten halbieren. In der Pfanne etwas Olivenöl erhitzen, den Zucker auf den Teller schütten und die Tomaten mit der Schnittseite in den Zucker drücken, dann in die Pfanne geben und auf der Schnittseite für einige Minuten Karamelisieren. Währenddessen die Petersilie fein hacken und Knoblauch in feine Scheiben schneiden. Tomaten mit der karamelisierten Seite nach oben in die Auflaufform legen, mit Knoblauch belegen und oben drauf die Petersilie streuen, leicht salzern und für etwa 25 Minuten im Ofen bei 180° backen. Schmeckt warm und kalt als Vorspeise, Beilage oder Hauptgericht, je nachdem wie man es möchte.

Das dazu ausgezeichnet ein frischer Rose aus dem Languedoc Roussillion passt, brauche ich nicht weiter zu erwähnen.

Aber auch der hier typische Muscat Sec (der als Banyols mit AOC-Siegel auch als Vin doux als Dessertwein zu haben ist) zum Beispiel von den Vignerons des Alberes für ganz schlappe 4.30 .- passt mit seiner Würze und frischen Pfirsich- und Aprikosennoten ganz wunderbar dazu.

Arbeitsplatz vorbereiten (unten die Hutzel-Tomate)

Arbeitsplatz vorbereiten (unten die Hutzel-Tomate)

Tomaten mit Knoblauch belegen

karamelisierte Tomaten mit Knoblauch belegen

fertig

… und fertig zum Servieren und Essen

Tarte Catalan: Tomaten-Tarte mit süßer Zwiebel und Ziegenkäse

Im Land wo die Tomaten nach Tomaten schmecken – dies könnte als ein Stück Erklärung herhalten, warum es das Paradies ist, wo ich mich derzeit befinde. Aber wer braucht schon diese sich gleichenden Zustände, wenn man diese knorrigen, voll prallem Geschmack steckenden echten Tomaten haben kann? Geht weg mit eurer Industrie-Ware! Als Hommage an die echte Tomate gibt es hier für heute: Tomaten-Tarte mit süßer Zwiebel Ziegenkäse.

Tarte mit echtem Chevre

Tarte mit echtem Chevre

Wir brauchen dazu:

  • eine flache Tarte-Form

    Cèbes - süße Cevennen-Zwiebeln

    Cèbes – süße Cevennen-Zwiebeln

  • Messer & Brett
  • eine Pfanne
  • zwei Schüsseln
  • ein Löffel
  • ein Stück Frischhaltefolie

Und das kommt rein:

  • 180g Mehl
  • 60g Entenschmalz
  • 60g Butter
  • Salz
  • ca. 100 ml Wasser
  • drei Cabecou (kleine Ziegenkäse aus dem Perigord, ca 30g)
  • zwei schöne reife Tomaten
  • eine süße Zwiebel aus den Cevennen („Cèbe“)
  • eine Knoblauchzehe
  • 6 schwarze Oliven
  • 1 EL Pinienkerne gehackt
  • 1 EL Kapern
  • 1 EL Petersilie gehackt
  • 2 x 2 EL Olivenöl plus ein bisschen für die Form
  • Oregano
  • Pepe e Sale

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    vor dem Ofen

Aus Mehl, Butter, Entenschmalz, Salz und Wasser kneten wir einen Tarte-Teig. Dabei zuerst Mehl mit Fett vermischen und dann soviel Wasser hinzugeben, bis er geschmeidig wird. Dann wickeln wir ihn in die Folie und stellen ihn für mindestens eine Stunde kalt. Die Zwiebel in feine Stücke schneiden und mit der gehackten Knoblauchzehe in der Pfanne in 2 EL Olivenöl sanft für einige Minuten anbraten. Tomaten würfeln und in die zweite Schüssel mit Kapern, Petersilie und Pinienkernen geben. Die Zwiebelmasse dazu geben und alles mit einem Löffel durchmischen. Die Oliven entkernen und in Stücke reißen und ebenfalls dazu geben. Salzen, pfeffern und 2 EL Olivenöl untermischen. Nun den Teig in der Tarte-Form ausbreiten, so das ein dünner Boden mit ca 1 cm hohem Rand entsteht. Tarte-Form für ca. 10 Minuten im Ofen bei 180 Grad blind backen, wer hat beschwert den Teig mit Erbsen oder trockenen Bohnen. Dann die Form herausnehmen und den Belag gleichmäßig darauf verteilen und mit etwas Oregano bestreuen. Die Ziegenkäse ebenfalls darüber verteilen und das Ganze bei 220 Grad für etwa 20 Minuten im Ofen fertig backen. Dazu passt natürlich: Rose!

Gruß aus Catalunya – Tomatenbrot und gut ist

Ich bin im Paradies. Mitten drin, Ferienhaus,  Pool,  Aussenkűche…. la Roque des Albers heißt das Paradies,  im französischen Teil Catalunyas gelegen, direkt am Fuß der Pyrenäen. Hier ist es ausserdem warm ;-).

Einfach super

Einfach super

Wir brauchen nebst Topf, Messer Brett und Rost für den Ofen diese Zutaten:

  • 8 Scheiben Baguette
  • eine große Tomate
  • 1 kleine Knoblauch Zehe
  • 4 El Olivenöl
  • Fleur de Sel
  • eine PrisPrise Zucker

Tomate klein schneiden und im Topf mit zerdrücktem Knoblauch,  Öl und Zucker zu einer Tomatepaste kochen. Auf die Brote verteilen,  nochmal mit etwas Olivenöl beträufeln und im Ofen etwa zehn Minuten cross backen.  Mit Fleur de Sel bestreuen und als Amüse oder Vorspeise servieren.

Und morgen wird der erste Markt besucht; -)