Vielen Dank für den Blumenkohl (mit Ras El Hanut und Olivenöl aus dem Ofen und Tahini-Sauce)!

Nein. Das Lied beim Kochen war kein alter Schlager von Udo Jürgens. Ich glaube das Lied zum Kochen war eher ein „2 Minutes to midnight“ by Iron Maiden…. dabei ist das Resultat gar nicht so krawallig, wie man es beim Gedanken an den Geschmack von Blumenkohl haben könnte. Der Kohl schmilzt nämlich gewissermaßen im Ofen, so das er einen eigenen, aber völlig unbekannten Blumenkohl-Geschmack produziert. Damit wird das Ganze eine wirklich spannende, latent arabisch angehauchte Vorspeise. Aber etwas länger als 2 Minuten dauert es dann doch.

The hands that threaten doom:

  • ein Auflaufform oder Schüssel zum späteren Anrichten
  • ein Topf
  • Messer&Brett
  • unsere Hände
  • ein Backblech oder Rost samt Backpapier
  • eine kleine Schüssel samt Gabel oder Löffel zum Rühren

2 Minutes to midnight:

  • 1 (Bio-)Blumenkohl
  • 4-5 EL Olivenöl
  • 2 TL Ras El Hanut (marokkanische Gewürzmischung)
  • 1/2 TL Fleur de Sel
  • 2 EL Tahina-Paste
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 EL Wasser

Den Blumenkohl putzen, so das man die Blätter abmacht, danach schneiden wir ihn oben kreuzförmig ein, aber so, das er nicht auseinander fällt. Im Topf Wasser mit Blumenkohl zum Kochen bringen und den Blumenkohl darin ca. 6-7 Minuten vorkochen, herausholen und etwas abkühlen lassen. Danach den Blumenkohl auf das Backblech mit dem Strunk nach unten legen, Ras El Hanut darüber verteilen, das Olivenöl drüber träufeln und beides mit den Händen einmassieren – am Ende das Fleur de Sel darüber streuen.

Das Backblech kommt jetzt für ca. 40 Minuten bei ca. 180° in den Ofen, wobei wir bei den letzten 7-8 Minuten die Oberhitze einschalten sollten, das gibt dann eine schöne Farbe zum Schluss. Währenddessen in der kleinen Schüssel Zitronensaft, Wasser und Tahina-Paste vermengen, bei Bedarf noch etwas nachsalzen und die Wartezeit mit Musik hören verbringen.

Sobald der Blumenkohl fertig ist (der sollte jetzt wachsweich sein), in Portionen brechen oder schneiden und mit der Tahini-Sauce servieren.

 

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Bestrudelte Khaki mit Vanille und Johannisbeerlikör

Nachtisch: Es war noch ein Rest vom Blätterteig übrig. Zudem stand in der Küche seit gefühlter Ewigkeit eine kleine Flasche Johannisbeerlikör oder Aufgesetzter oder wasauchimmer rum. Und derjenige, der die damals beim letzten OpenCook Event mitgebracht hatte, wollte zwar nicht den Inhalt, aber die Flasche gerne wieder haben. Im Kühlfach eine recht Reife Khaki und in der Schublade schlummerten noch polnische Cranberries und ein Rest Mussnix, äh, Nussmix rum. So langsam wurde ein Schuh draus.

Wir brauchen:

  • einen Topf
  • ein Backblech
  • eine kleine & eine große Schüssel
  • einen Löffel
  • ein Nudelholz
  • Backpinsel
  • Messer & Brett!

Wir tun rein:

  • 2 Scheiben Blättetteig
  • 100g Mehl
  • 1 Ei
  • 75g Butter
  • 2 EL Pinien- und Walnußkerne
  • 2 EL Cranberries
  • 2 EL Rosinen
  • 5-6 getrocknete Aprikosen
  • 0.1 l Johannisbeerlikör
  • 2 EL Vin de Noix
  • 1/2 Vanillestange
  • 2x 1 EL Zucker
  • 2 EL Creme Fraiche
  • ein Eigelb
  • Mehl für die Arbeitsfläche

Zuerst Pinienkerne, Walnüsse, Rosinen, grob zerpflückte Aprikosen und Cranberries mit 1 EL Zucker mit dem Johannisbeerlikör und Vin de Noix für mindestens 2 Stunden in der kleinen Schüssel ziehen lassen, gelegentlich umrühren.

Aus Ei, Mehl und Butter einen Tarte- oder Quiche-Teig kneten, den ca. 1h im Kühlschrank kalt stellen.

Danach Tarte-Teig flach ausrollen, Blätterteig darüber legen, das Ganze weiter ausrollen, zusammenfalten und ausrollen. Dann aus dem Teig eine ca. 20 cm und 50cm lange Teigplatte ausrollen. Nüsse und Trockenfrüchte aus dem Likör darauf verteilen, dabei von der Querseite aus die unteren 5 cm frei lassen. Das Ganze mit Creme Fraiche bestreichen und einrollen, so das ein schöner Strrudel entsteht. Den Strudel im Backofen bei 160° für ca. 35 Minuten backen, nach etwa 20 Minuten mit dem Eigelb bepinseln.

Im Topf den Johannisbeerlikör und Vin de Noix mit 1 EL Zucker und der ausgekratzten Vanille einkochen, so das eine sämige und intensive Sauce entsteht.

Khaki in Scheiben schneiden, je eine Scheibe der Khaki mit 1 Scheibe des Strudes und 2-3 TL der Sauce beträufeln und warm servieren.

Satt.

 

 

Es war mal eine zarte Artischocke in einem wunderschönen Schottenrocke. Dazu: Pasta

Irgendwie habe ich in den vergangenen Tagen im Büro bei der Stillarbeit desöfteren alte Joint Venture Lieder gehört (Ja, ich weiß, das ist schon eine Weile her, das die noch zusammen aktiv sein konnten). Eines davon zeigt, wie früh die Jungs schon an heute (noch) aktuellen Themen dran waren – das Lied handelt von der zarten Artischocke, die ganz unbedarft auf dem Feld geboren und aufgewachsen ist, sie am Ende aber vom Vegetarier („Pflanzenfresser„) entblättert und ihr das Herz herausgerissen wird. Und die Moral?
„Hör zu, du Pflanzenfresser, du bist ja auch nicht besser.“

Hier das ganze Lied zum nachhören. Ich wollte das Thema jetzt überhaupt nicht werten, allerdings hat das Lied oder besser der Text eine Inspiration bei mir ausgelöst und ich habe sozusagen als Hommage an das Liedermacherduo Joint Venture und an alle Vegetarier vegetarische Artischocken-Pasta gemacht. Und die Pasta selber wurde natürlich mit meiner IMPERIA gekurbelt. Und wer das noch global betrachten möchte, sieht dieses vegetarische Gericht auch noch als kleinen, aber leckeren Beitrag zum Klimaschutz (weil vegetarisch), passt alles zur gerade in Bonn stattfindenden COP23. Dazu wurden größtenteils, also wo möglich, sehr regionale Bio-Produkte verarbeitet. Bio-Artischocken habe ich aber leider noch nicht gefunden.

Zum massakrieren brauchen wir:

  • eine Pfanne
  • ein großer Topf
  • ein Durchschlag (Küchensieb)
  • zwei Schüsseln
  • unsere IMPERIA Nudelmaschine
  • Messer & Brett

Massakriert wird:

  • 4-5 mittelgroße Artischocken
  • 1/2 Zucchini
  • 1 Knoblauchzehe
  • 6-8 Blätter Salbei
  • 2 Scheiben einer Zitrone
  • 80g Butter
  • 6 EL Olivenöl
  • Parmesan
  • 1 Ei
  • 60g Pastamehl + etwas fürs bemehlen beim Kurbeln
  • 40g Hartweizengries
  • Pepe e Sale

Wir fangen an und mischen in einer der Schüsseln aus Ei, Pastamehl und Hartweizengries einen Pasta-Teig, den wir gut durchkneten. Den stellen wir dann abgedeckt für mindestens eine Stunde an einen kühlen Ort. Wir wenden uns der Sauce zu: Wie man die Artischocken putzt, habe ich hier schon mal beschrieben. Als weitere Vorbereitung noch die Zucchini fein schneiden und den Knoblauch hacken. In der Pfanne die Hälfte der Butter mit Olivenöl bei mittlerer Hitze erwärmen, Artischockenstücke mit Zucchini, Zitronenscheiben und Knoblauch einige Minuten anbraten, dann werden die schon mal nicht mehr braun, Herd ausschalten.

Jetzt können wir unsere  Nudelmaschine in Stellung bringen. Sobald der Pastateig ausreichend ausgeruht ist, fangen wir an, den zu verarbeiten. Ich hole ihn einige Minuten vorher aus dem Kühlschrank und knete ihn nochmal durch. Danach habe ich die Masse in 3 Stücke zerteile, die ich in der gröbsten Stufe jeweils einige Male durchkurbele, falte, durchkurbele usw. – bis mir die Konsistenz gefällt. Der Teig darf keine Risse mehr bekommen, muss geschmeidig und glatt sein. Dazu immer ausreichend Mehl nehmen, damit nichts irgendwo anpappt, denn dann kann man von vorne anfangen mit der Kurbelei.

Ich kurbele die drei Stücke dann auf jeder Stufe, immer genau eine Stufe feiner werdend, jeweils ein- bis zweimal durch. Irgendwann werden die Stücke so lang, das man die quer halbieren muß. Am Ende sollte das Teigband sehr dünn und ohne Risse sein – man sieht auf dem Bild unten rechts wie die Zeitung durchscheint.
Damit kann man arbeiten.

Erst jetzt Topf mit 1-2l Wasser aufstellen, ordentlich salzen und zum Kochen bringen. Während dessen die Teigplatten durch die Tagliatelle-Quetsche kurbeln, auch hier hilft wieder sehr viel Mehl gegen alles Anpappen dieser Erde und der Arbeitsplatte im Speziellen.

Die Herdplatte unter der Pfanne wieder auf mittlerer Stufe einschalten, die restliche Butter und die grob gehackten Salbeiblätter zugeben und Zitronenscheiben entfernen, das Ganze vorsichtig salzen und pfeffern. Die Tagliatelle im Topf nun maximal 2 Minuten ziehen lassen, dabei sollte das Wasser nicht mehr kochen. Danach die Pasta abtropfen, es darf ruhig noch etwas Kochwasser mit den Tagliatelle in die Pfanne wandern, denn da gehören die jetzt und sofort hin. Alles ordentlich durchschwenken, auf tiefe Teller verteilen und mit Parmesan servieren.

Wofür ich jetzt die 2. Schüssel gebraucht hatte, habe ich übrigens vergessen ….

Und welcher Wein passt nun dazu? Mal was ganz anderes. Ich hatte beim Petite France kürzlich einen Muscadet erstanden. Im Muscadet-Gebiet werden Trauben der Rebsorte Melon de Bourgogne im Mündungsbereich der Loire rund um Nantes angebaut und einige Monate auf der Hefe („sur lie„) gelassen, bevor dieser frische Weißwein abgefüllt wird. Dadurch entsteht ein sanfter, schmeichelnder an Hefe erinnernde Geschmack und rundet den an sich sehr frischen Wein perfekt ab.

Der Clos Les Montes kommt sehr frisch und weich daher und passt so perfekt zum zarten Geschmack von Artischocke und Salbei. Dabei unterstützt das ganz leichte Bitzeln des Weins die ungemeine Frische und Frucht. Und wer, wie ich, diesen tollen Wein für knappe 8 Euro ersteht,  kann sich wirklich nicht beschweren.

 

 

Nach der Pizza-Party: Tri di Mozzarella als Primi

Endlich! Den Pizzaofen habe ich ja schon im Frühsommer 2016 restauriert und umgebaut. Leider hatte sich bis vorgestern keine Gelegenheit ergeben, das Teil dann auch mal ausgiebig anzufeuern und auch seinem Zweck entsprechend zu Nutzen. Aber jetzt hatten wir zur Halloween-Pizza eingeladen, mit Kindern erwarteten wir etwa 25 Personen. Das erfordert entsprechende Mengen: 4 Kg Pizzateig, 3 Kg Tomatensauce (Tomaten eingekocht mit etwas Zucker, Salz, Knofi und Oregano) und 2 Kg Mozzarella. Alles gut, Ofen brennt nach stundenlangem Anfeuern wie verrückt, die Pizza war lecker, der Teig fast weg, aber noch einiges an Mozzarella und Tomatensugo da. Nur was macht man damit?

Ich habe mich mit mir auf ein Tri di Mozzarealla als Vorspeise geeinigt, zum Hauptgang gab es dann Parmiggiana. Die Tri bestanden aus:

  • Tomatensuppe mit Mozzarealla
  • Caprese mit Bruscetta
  • panierter Mozzarella auf Insalata

An Ausrüstung wurde benötigt:

  • 3 kleine Schälchen
  • 2 kleine Suppenschälchen
  • ein kleiner Topf
  • eine kleine Pfanne
  • eine Gabel
  • Messer & Brett

Die Tomatensuppe:

  • 300g Tomatensugo
  • 1/2 Pepericchino
  • 1/2 Bund Basilikum
  • 3 EL sehr gutes Olivenöl
  • 50g gewürfelter Mozzarella

Tomatensugo im Topf mit Olivenöl sowie gehackter Peperocchino einige Minuten köcheln. Stängel und derbe Blattteile des Basilikums fein ahcken und noch einige Minuten mitköcheln. Beim späteren servieren Suppe in kleine Schälchen auf dem Teller anrichten und mit den Mozzarella-Würfeln drapieren.

Das Caprese mit Bruscetta:

  • 8 Kirschtomaten
  • 60g in Streifen geschnittener Mozzarella
  • 2 x 2 EL gutes Olivenöl
  • 1/2 Bund Basilikum
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 6 dünne Scheiben Weißbrot
  • Sale

Brot mit der Knoblauchzehe einreiben (oder diese fein hacken und darüber verteilen), mit ca. 2 EL Olivenöl beträufeln, vorsichtig mit Fleur de Sel salzen und einige Minuten im Ofen kross backen. Kirschtomaten achteln und mit viel Basilikum vermengen, mit je einem EL Olivenöl beträufeln und etwas salzen. Auf dem Teller Tomaten mit Mozzarella-Streifen anrichten, mit je einem Basilikum-Blatt garnieren und die Bruscetta anlegen.

Der panierte Mozzarealla mit Insalata Mista

  • 4 Rechtecke Mozzarealla (je ca. 30g)
  • 1 Ei
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 1 EL Mehl
  • 2 handvoll frischer Pflücksalat
  • 2 EL Olivenöl zum Braten
  • 2 EL gutes Olivenöl
  • 2 EL sehr guter Aceto Balsamico
  • Fleur de Sel

Olivenöl mit Balsamico verrühen. Salat auf dem Teller anrichten und damit beträufeln. Ei mit etwas Salz in einem kleinen Schälchen verquirlen, die Semmelbrösel in das andere. Mozzarella anfeuchten, mit Mehl bestäuben und anschließend erst im Ei baden, dann mit Semelbröseln panieren – ganz so, wie ihr es auch mit einem Schnitzel machen würdet. Auf jeder Seite ca. 2 Minuten in der Pfanne bei mittlerer Hitze anbraten. Mozzarella-Sticks auf dem Salat anrichten und sofort servieren.

Dazu gab es einen Piesporter Domherr Riesling von der Mosel vom Weingut Reuscher-Haardt. Der 2015-er kommt im neuen Gewandt daher und schmeckt sehr elegant dazu.

gelbes Maishühnchen in federweisser Sauce

Gerade in Frankreich gibt es ja in fast jeder Region ein eigenes Coq au XXX-Gericht. Coq au Vin aus dem Burgund, Coq au Riesling aus dem Elsaß und mit lokaler Variante in vielen anderen Regionen auch. Da wollte ich als großer Fan von traditionellen Gerichten natürlich mitspielen und habe vor etwa einem Jahr meinen Coq au Federweisser erfunden. Ähnliches sollte es vergangenen Sonntag geben, aber wie so oft wurde beim austoben ein völlig anderes Rezept daraus. Daher jetzt der berechtigte Eintrag in meine kulinarische Bibel. Übrigens, wenn das Rezept ein Motto braucht, dann würde dieses Geduld lauten.

Ja, etwas Geduld ist gefragt, beim Einlegen, beim Anbraten, beim Sauce schmurgeln und letztenendes auch beim Genuß, denn das Resultat schnell zu essen wäre reiner Frevel. Auf das Rezept für das leckerste Kartoffelpü der Welt gehe ich in einem anderen Beitrag ein.

Danach zu schrubben ist…

  • eine Schüssel
  • eine große Pfanne oder ein Bräter
  • ein G(asg)rill
  • ein feines Sieb
  • ein Topf oder noch eine Schüssel
  • Messer & Brett

Davor vorzubereiten ist (für 4)…

  • ca. 800g Poulet Jaune oder andere Bio-Hühnchenbrust
  • 3/4l Federweisser
  • 1/4l trockener Weißwein
  • 1/2 l Hühnerbrühe
  • 1 Karotte
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 3 Scharlotten
  • 1 dicke Scheibe Sellerie
  • 1 kleines Bund Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • 80g gesalzene Butter
  • 3 EL Olivenöl
  • ca. 1-2 TL Mehl
  • Pepe e Sale

Am Vortag Frühlingszwiebel, Karotte und Sellerie (wenn Bio-Qualität auch ruhig mit Schale) Würfeln und in die Schüssel geben. Danach den Knoblauch und die Petersilie bis auf etwa 2 EL grob hacken und mit den samt Schale ge-4-telten Scharlotten dazu geben und umrühren. Das Hühnchen in 4-5 Teile zerlegt dazu geben und alles mit dem Federweissen bedecken, ggf. mit einem Teller beschweren. Das Ganze abgedeckt an einem kühlen Ort für ca. 24h im wahrsten Sinne des Wortes gären lassen.

Am Tage der Zubereitung Gemüse, Federweisser und Hähnchen mit Hilfe des Siebs trennen. Das Gemüse im Bräter in Olivenöl scharf anbraten, die Schalen der Scharlotten dürfen dabei ruhig sehr dunkel werden, das gibt ordentlich Farbe und Geschmack. Das Ganze mit dem Federweissen ablöschen, die Hühnerbrühe dazu geben und alles für etwa eine Stunde einkochen lassen, bei Bedarf immer wieder etwas von dem Weißwein dazu geben. Der Wein ist wichtig, da Federweisser fast keine Säure hat, aber die genau wird gebraucht. Etwa 1-1.5h vor dem Essen das Hühnchen auf dem Gasgrill schön angrillen, so das auch hier schöne Röstaromen entstehen und erstmal beiseite legen.

Denn nun müssen wir die Sauce durch das Sieb passieren und gut abtropfen lassen. Den Bräter wieder auf den Herd stellen, Butter und Hähnchen hinein geben und alles mit dem Mehl bestäuben, dann erst die Sauce darüber geben. Das abgeseihte Gemüse kann jetzt weg, wer mag fischt noch die Scharlotten-Viertel hinaus und gibt sie wieder dazu. Das Ganze noch für ca. 45 Minuten bei schwacher Hitze abgedeckt einkochen lassen, kurz vor dem Servieren geben wir die restliche, nun fein gehackte Petersilie dazu.

Dazu passt ein knackiges Gemüse und Kartoffelpü, aber auch Pasta, je nach Lust und Wetter. Da die Sauce relativ süß daher kommt, habe ich dem Ganzen einen trockenen Weissen Sauvignon von der Loire entgegengesetzt. Einen frischen, mineralischen Riesling könnte ich mir aber auch gut vorstellen.

Bon apetit!

 

Ziege diesmal mit Rübe: Carpacchio von der gelben Beete mit Ziegen-Walnuß und Wildkräutersalat

Erst Kraut, dann Rüben und niemals zusammen. An der unumstößlichen Tatsache das jetzt Herbst ist, kann alleine das bei mir mit sommerlicher Frische behaftete Wort Carpacchio nichts mehr ändern. Die Alternative zu Carpacchio wäre übrigens Extremdünnaufgeschnittenes – klingt zwar auch nicht direkt nach Herbst, aber auch nicht wirklich aussprechbar. Wir bleiben beim italienischen Wort, selbst wenn es dieselbe Bedeutung haben sollte. Die gelbe Beete gibt es bei uns im Biomarkt, ich finde sie schmeckt feiner und weniger erdig, wie eine Rote. Und auch die Finger sind nach der Bearbeitung nicht rot, und übrigens auch nicht gelb – die gelbe Beete färbt einfach nicht so brutal wie Ihre rote Verwandte. Von der Ziegen-Walnuss-Creme war einfach von der herbstlichen Walnussziege noch was übrig.

Kochspielzeug:

  • ein kleiner Topf
  • Messer & Brett
  • eine flache Schale mit ebenem Boden
  • ein Schraubverschlussglas
  • Salatschleuder
  • 2 Teelöffel
  • 2 Teller zum anrichten

Kochzeug (für 2):

  • 1 gelbe mittelgroße Beete
  • 2 Zweige Thymian
  • 3-4 EL Walnuss-Essig
  • 2 handvoll Wildkräutersalat
  • 3-4 getrocknete Tomaten, ein paar Stunden in Wasser eingelegt.
  • 2-3 Eßlöffel (Rest einer) Ziegenkäse-Walnuss-Creme, wie das geht, steht hier
  • Saft von 1/2 Orange
  • 2 TL Banyuls-Essig
  • 2 EL sehr gutes Olivenöl
  • 1/2 TL Thymianhonig
  • 1/2 TL grobkörniger Dijon-Senf
  • Fleur de Sel

Die Beete as is in den Topf geben, zu 3/4 mit Wasser bedecken und für ca. 35 Minuten weich kochen. Anschließend in kaltem Wasser abschrecken und einige Minuten abkühlen lassen. Jetzt lässt sich die Schale sehr gut mit den Händen abziehen. Die Rübe anschließend quer oder längs in feine Scheiben von 1-2mm Stärke aufschneiden. Die Scheiben schichten wir in der flachen Schale auf, jede Schicht sollte einige Thymian-Blättchen abbekommen. Am Ende den Walnussessig drüber geben und die Scheiben für mindestens 30 Minuten marinieren, dabei mindestens einmal komplett umdrehen, so das alle Scheiben mal schön im Essig baden.

Den Wildkräutersalat waschen und trocken schleudern und auf den 2 Tellern anrichten. Aus Orangensaft, Öl, Banyuls-Essig, Senf, Honig im Glas eine Vinaigrette aufschlagen und vorsichtig mit Fleur de Sel abschmecken.

Auf jedem Teller 5-7 Scheiben der jetzt gut abgetropften gelben Beete halbkreisförmig anrichten, als Farbtupfer dürfen die Thymian-Blättchen ruhig mitkommen (s. Bild rechts).

Aus dem Ziegen-Walnussmousse mit den beiden Teelöffeln je drei Nüsschen stechen (dazu die Masse auf den einen Teelöffel nehmen und mit dem anderen oben rund formen) und neben dem Salat auf dem Teller anrichten. Die getrockneten Tomaten klein schneiden, über den Salat verteilen und anschließend die Vinaigrette oben drüber geben. Dazu passt perfekt ein Muscat Sec aus der Lage Cote Catalanes, meiner kam von den bereits in früheren Beiträgen zitierten Vignerons des Alberes.

herbstliche Walnußziege mit Kraut-ohne-Rüben Salätchen

Man kann es kaum leugnen, es wird herbstlich. Beim Blick nach draußen bekommt man mindestens Fernweh wenn nicht direkt das kalte Grausen. Aber bevor wir nun alle in Winterstarre verfallen, hier ein kleiner, bunter Stimmungsaufheller, den man je nach Angebot an Gemüsen oder Salaten auch ganz gut variieren kann. Spannend übrigens, wenn man mal genauer hinschaut, was die Lebensmittelindustrie so meint, was alles in Ziegenfrischkäse gehört. Da schauten mich doch Wörter an wie Guarkernmehl, Verdickungsmittel, Speisegelantine an … ja Leute, geht’s noch so?
Aber es war mal wieder Verlass auf die Franzosen – der Mousse la Chavroux hat nur Ziegenmilch und Salz.

Der eigentliche Clou ist, das jeder Salat ein wenig anders schmeckt. Oben seht Ihr links unten Spitzkohl-Krautsalat, fein geschnittene Feige, Gurkensalat mit Sahne und Rote-Möhren Salat mit Sesamöl. Dazu zwei Brote mit Ziegenfrischkäse-Walnußcreme.

Das brauchen eure Hände zum Stimmungsaufhellen:

  • 4 kleine Schüsseln
  • ein kleiner Topf
  • einen Mörser
  • Sparschäler
  • 2 Teller
  • Messer & Brett

Und das bekommt der Magen (Angaben für 2):

  • Spitzkohl-Krautsalat:
    • 200g Spitzkohl
    • gutes Olivenöl
    • 1 EL Walnußessig
    • 1/4 TL Kümmel
    • Salz
  • Feige:
    • 2 Feigen
    • 1 EL guter Balsamico
  • Gurkensalat
    • 10cm Salatgurke
    • 2 EL Sahne
    • 1/2 EL natives Sonnenblumenöl
    • 1/2 EL Apfelessig
    • 1 EL fein gehackte Petersilie (oder Dill)
    • Pepe e Sale
  • Sesam-Möhrensalat
    • 1 mittelgroße (rote) Möhre
    • 1/2 TL Sesamöl
    • 1 TL Banyuls-Essig
    • 1 EL mildes Olivenöl
    • 1 EL feinst gehackte Petersilie
    • Pepe E Sale
  • Ziegen-Walnußcreme:
    • 70g Walnußkerne
    • 70g Ziegenfrischkäse
    • 1 EL Walnußöl
    • 4 Scheiben Baguette oder Ciabatta

Wir fangen hinten an. Für die Ziegen-Walnußcreme die Walnußkerne im Mörser ganz fein pürieren, wer mag röstet sie vorher noch etwas an. Danach Ziegenfrischkäse, Walnußöl und Nußmus in einer kleinen Schüssel verrühren.

Für den Sesam-Möhrensalat die Möhre schälen und in ganz (!!) feine Scheiben schneiden, maximal 1mm dick. Möhre im Topf ca. 4 Minuten köcheln, mit kalem Wasser abschrecken und in einer Schüssel mit den restlichen Zutaten vermengen.

Beim Gurkensalat schneiden wir die Gurke ebenso fein wie eben die Möhre. Die Scheiben salzen und einige Minuten stehen lassen, anschließend mit der Hand ausdrücken. In einem Schüsselchen Sahne, Öl, Essig und Petersilie verrühren und die Gurkenscheiben unterheben.

Von der Feige schneiden wir oben und unten was ab, den Rest dann auch in feine Scheiben. Auf dem Teller aufschichten und kurz vor dem Servieren etwas Balsamico drüber träufeln.

Für den Spitzkohl-Krautsalat den Kohl in ganz super feine Streifen schneiden, in eine Schüssel geben, salzen und walken, also mit den Händen das Salz einmassieren. Anschließend Essig, Öl und Kümmel dazu geben, umrühren und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen.

Zum Servieren je zwei Ciabatta oder Baguette-Scheiben dick mit der Walnußcreme bestreichen, die Salate auf den Tellern anrichten und Brotscheiben anlegen.

Ich finde, das dazu ein trockener Riesling, zum Beispiel ein 2015-er Domherr vom Weingut Reuscher-Haart aus Piesport überragend passt. Die großartige Mineralität kommt gut mit dem Salat und auch der Ziege klar.