Nach der Pizza-Party: Tri di Mozzarella als Primi

Endlich! Den Pizzaofen habe ich ja schon im Frühsommer 2016 restauriert und umgebaut. Leider hatte sich bis vorgestern keine Gelegenheit ergeben, das Teil dann auch mal ausgiebig anzufeuern und auch seinem Zweck entsprechend zu Nutzen. Aber jetzt hatten wir zur Halloween-Pizza eingeladen, mit Kindern erwarteten wir etwa 25 Personen. Das erfordert entsprechende Mengen: 4 Kg Pizzateig, 3 Kg Tomatensauce (Tomaten eingekocht mit etwas Zucker, Salz, Knofi und Oregano) und 2 Kg Mozzarella. Alles gut, Ofen brennt nach stundenlangem Anfeuern wie verrückt, die Pizza war lecker, der Teig fast weg, aber noch einiges an Mozzarella und Tomatensugo da. Nur was macht man damit?

Ich habe mich mit mir auf ein Tri di Mozzarealla als Vorspeise geeinigt, zum Hauptgang gab es dann Parmiggiana. Die Tri bestanden aus:

  • Tomatensuppe mit Mozzarealla
  • Caprese mit Bruscetta
  • panierter Mozzarella auf Insalata

An Ausrüstung wurde benötigt:

  • 3 kleine Schälchen
  • 2 kleine Suppenschälchen
  • ein kleiner Topf
  • eine kleine Pfanne
  • eine Gabel
  • Messer & Brett

Die Tomatensuppe:

  • 300g Tomatensugo
  • 1/2 Pepericchino
  • 1/2 Bund Basilikum
  • 3 EL sehr gutes Olivenöl
  • 50g gewürfelter Mozzarella

Tomatensugo im Topf mit Olivenöl sowie gehackter Peperocchino einige Minuten köcheln. Stängel und derbe Blattteile des Basilikums fein ahcken und noch einige Minuten mitköcheln. Beim späteren servieren Suppe in kleine Schälchen auf dem Teller anrichten und mit den Mozzarella-Würfeln drapieren.

Das Caprese mit Bruscetta:

  • 8 Kirschtomaten
  • 60g in Streifen geschnittener Mozzarella
  • 2 x 2 EL gutes Olivenöl
  • 1/2 Bund Basilikum
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 6 dünne Scheiben Weißbrot
  • Sale

Brot mit der Knoblauchzehe einreiben (oder diese fein hacken und darüber verteilen), mit ca. 2 EL Olivenöl beträufeln, vorsichtig mit Fleur de Sel salzen und einige Minuten im Ofen kross backen. Kirschtomaten achteln und mit viel Basilikum vermengen, mit je einem EL Olivenöl beträufeln und etwas salzen. Auf dem Teller Tomaten mit Mozzarella-Streifen anrichten, mit je einem Basilikum-Blatt garnieren und die Bruscetta anlegen.

Der panierte Mozzarealla mit Insalata Mista

  • 4 Rechtecke Mozzarealla (je ca. 30g)
  • 1 Ei
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 1 EL Mehl
  • 2 handvoll frischer Pflücksalat
  • 2 EL Olivenöl zum Braten
  • 2 EL gutes Olivenöl
  • 2 EL sehr guter Aceto Balsamico
  • Fleur de Sel

Olivenöl mit Balsamico verrühen. Salat auf dem Teller anrichten und damit beträufeln. Ei mit etwas Salz in einem kleinen Schälchen verquirlen, die Semmelbrösel in das andere. Mozzarella anfeuchten, mit Mehl bestäuben und anschließend erst im Ei baden, dann mit Semelbröseln panieren – ganz so, wie ihr es auch mit einem Schnitzel machen würdet. Auf jeder Seite ca. 2 Minuten in der Pfanne bei mittlerer Hitze anbraten. Mozzarella-Sticks auf dem Salat anrichten und sofort servieren.

Dazu gab es einen Piesporter Domherr Riesling von der Mosel vom Weingut Reuscher-Haardt. Der 2015-er kommt im neuen Gewandt daher und schmeckt sehr elegant dazu.

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herbstliche Walnußziege mit Kraut-ohne-Rüben Salätchen

Man kann es kaum leugnen, es wird herbstlich. Beim Blick nach draußen bekommt man mindestens Fernweh wenn nicht direkt das kalte Grausen. Aber bevor wir nun alle in Winterstarre verfallen, hier ein kleiner, bunter Stimmungsaufheller, den man je nach Angebot an Gemüsen oder Salaten auch ganz gut variieren kann. Spannend übrigens, wenn man mal genauer hinschaut, was die Lebensmittelindustrie so meint, was alles in Ziegenfrischkäse gehört. Da schauten mich doch Wörter an wie Guarkernmehl, Verdickungsmittel, Speisegelantine an … ja Leute, geht’s noch so?
Aber es war mal wieder Verlass auf die Franzosen – der Mousse la Chavroux hat nur Ziegenmilch und Salz.

Der eigentliche Clou ist, das jeder Salat ein wenig anders schmeckt. Oben seht Ihr links unten Spitzkohl-Krautsalat, fein geschnittene Feige, Gurkensalat mit Sahne und Rote-Möhren Salat mit Sesamöl. Dazu zwei Brote mit Ziegenfrischkäse-Walnußcreme.

Das brauchen eure Hände zum Stimmungsaufhellen:

  • 4 kleine Schüsseln
  • ein kleiner Topf
  • einen Mörser
  • Sparschäler
  • 2 Teller
  • Messer & Brett

Und das bekommt der Magen (Angaben für 2):

  • Spitzkohl-Krautsalat:
    • 200g Spitzkohl
    • gutes Olivenöl
    • 1 EL Walnußessig
    • 1/4 TL Kümmel
    • Salz
  • Feige:
    • 2 Feigen
    • 1 EL guter Balsamico
  • Gurkensalat
    • 10cm Salatgurke
    • 2 EL Sahne
    • 1/2 EL natives Sonnenblumenöl
    • 1/2 EL Apfelessig
    • 1 EL fein gehackte Petersilie (oder Dill)
    • Pepe e Sale
  • Sesam-Möhrensalat
    • 1 mittelgroße (rote) Möhre
    • 1/2 TL Sesamöl
    • 1 TL Banyuls-Essig
    • 1 EL mildes Olivenöl
    • 1 EL feinst gehackte Petersilie
    • Pepe E Sale
  • Ziegen-Walnußcreme:
    • 70g Walnußkerne
    • 70g Ziegenfrischkäse
    • 1 EL Walnußöl
    • 4 Scheiben Baguette oder Ciabatta

Wir fangen hinten an. Für die Ziegen-Walnußcreme die Walnußkerne im Mörser ganz fein pürieren, wer mag röstet sie vorher noch etwas an. Danach Ziegenfrischkäse, Walnußöl und Nußmus in einer kleinen Schüssel verrühren.

Für den Sesam-Möhrensalat die Möhre schälen und in ganz (!!) feine Scheiben schneiden, maximal 1mm dick. Möhre im Topf ca. 4 Minuten köcheln, mit kalem Wasser abschrecken und in einer Schüssel mit den restlichen Zutaten vermengen.

Beim Gurkensalat schneiden wir die Gurke ebenso fein wie eben die Möhre. Die Scheiben salzen und einige Minuten stehen lassen, anschließend mit der Hand ausdrücken. In einem Schüsselchen Sahne, Öl, Essig und Petersilie verrühren und die Gurkenscheiben unterheben.

Von der Feige schneiden wir oben und unten was ab, den Rest dann auch in feine Scheiben. Auf dem Teller aufschichten und kurz vor dem Servieren etwas Balsamico drüber träufeln.

Für den Spitzkohl-Krautsalat den Kohl in ganz super feine Streifen schneiden, in eine Schüssel geben, salzen und walken, also mit den Händen das Salz einmassieren. Anschließend Essig, Öl und Kümmel dazu geben, umrühren und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen.

Zum Servieren je zwei Ciabatta oder Baguette-Scheiben dick mit der Walnußcreme bestreichen, die Salate auf den Tellern anrichten und Brotscheiben anlegen.

Ich finde, das dazu ein trockener Riesling, zum Beispiel ein 2015-er Domherr vom Weingut Reuscher-Haart aus Piesport überragend passt. Die großartige Mineralität kommt gut mit dem Salat und auch der Ziege klar.

]Schukrut garnie[ – oder Sauerkraut nach Elsäßer Art

tmp_9539-dsc_0430-466115082Sowohl das Kochen als auch der anschließende Genuß dieses echten Klassikers ist jetzt schon ein paar Wochen her, aber ich bin ja immer auf der Suche nach den wirklichen traditionellen Klassikern dieser Erde im Ganzen und daher wollte ich dieses Rezept der Vollständigkeit halber auf jeden Fall hier im Blog sehen. Wer von euch mal in Straßburg oder einer anderen elsäßischen Stadt war, wird der Begegnung mit diesem Gericht nicht aus dem Weg gegangen sein können. Sei es als Rezept in den „schönsten“ oder sagen wir besser „interessantesten“ Darreichungsformen (Postkarte, Porzellanteller, Schürze, Küchenhandtuch, …) oder spätestens bei der Einkehr in eines der Gasthäuser. Und eigentlich spielt das Sauerkraut ja eine untergeordnete Rolle, es geht darum den Teller mit viel Fleisch und Wurst zu belegen.

Hardware:

  • eine Schmorpfanne oder Schmortopf
  • ein Holzlöffel
  • Messer & Brett
  • ein Schälmesser
  • unseren Gasgrill samt Grillzange

Software:

  • 600g elsäßer Sauerkraut (das ist weniger sauer)
  • 400g Kasseler (ideal nur geräuchert, nicht vorgegart)
  • 200g durchwachsener Speck
  • 2 – 4 Knackwürste, Saucisse Vaudoise oder was ihr eben so habt
  • 2 große Zwiebeln
  • 2 Äpfel
  • 3-4 EL Butter
  • 1/2 l trockener Weißwein
  • etwas Kümmel
  • 2 Lorbeerblätter
  • 4-5 Körner Piment
  • Pepe e Sale
  • Kartoffeln

tmp_9422-dsc_04201121900735Und los geht’s – das ganze braucht seine Zeit: Das Kasseler in 1.5 cm dicke Scheiben schneiden und auf dem Grill von jeder Seite 3-4 Minuten anbraten, so kriegen wir schöne Röst-Aromen hinein. Dann das Fleisch beiseite stellen, wir wenden uns dem eigentlichen Gericht zu.

Die Zwiebeln und Äpfel schälen und würfeln und im Schmortopf in der Butter bei mittlerer Hitze leicht anschwitzen, so das Sie weich werden aber nicht anrösten. Das Sauerkraut ausdrücken, so das es gut entsaftet wird und dazu geben, ordentlich umrühren.

Das Ganze nun vorsichtig pfeffern, ca 1/2 TL Kümmel, Lorbeerblatt und zerstossene Pimentkörner dazu geben, enbenso wandern das Fleisch und der in Stücke (nicht zu klein) geschnittene Speck in den Topf. Das Ganze noch mit dem Weißwein ablöschen und bei geringer Hitze unter gelegentlichem Rühren etwa 1.5h ohne Deckel schmurgeln – das geht auch im Backofen bei 160°. Ich habe die Beilagenkartoffeln einfach mit in den Topf gegeben, so ziehen Sie in der ganzen Geschmacksgemengelage einfach durch. Nach den genannten 1.5h die Würste dazu geben und nochmal eine knappe halbe Stunde mitschmurgeln lassen. Das Gericht wird erst am Ende gesalzen, dann wisst ihr, wieviel Salz der Speck abgegeben hat. Auf den Teller damit, einen Klecks guten Senf dazu und E Gueter!

Im Elsaß wird dazu übrigens gerne ein Cremant, also ein handgerüttelter Sekt gereicht. Ich habe mich mit einem simplen Bier (s. Photo) begnügt. Ich würde aber jedem empfehlen, sich durchaus mal an die Elsäßer W(eißw)eine heran zu trauen. Wer meint den Geschmack eines Rieslings blind erkennen zu können, der sollte mal einen aus dem Elsaß trinken. Und ich gehöre ja sogar zu den Leuten, die gerne mal einen Gewürztraminer trinken….

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Weinlese nach alter Tradition

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das ist die Ausbeute 2015 – ca. 350 kg Trauben mit 98° Öchsle. Der kann was!

Wein. Woran denkt ihr bei diesem Wort? An Genuß, an gemütliche Abende, an gutes Essen? All das ist berechtigt und durchaus im Einklang mit dem Erzeuger zu sehen. Ich denke bei Wein auch oft an meine Kindheit.

Okay, das versteht jetzt jeder falsch. Nein, ich habe keine frühkindliche Alkohol-Phase hinter mir. Von Eltern und Onkel und Tante getrieben habe ich dennoch meine frühen Erfahrungen im Weinbau gemacht. Onkel und Tante besitzen seit fast einem halben Jahrhundert ein kleines Häuschen in einem netten Weinörtchen am Mittelrhein, direkt oberhalb der berühmten Burg Pfalzgrafenstein gelegen. Und damit auch freundschaftliche Verbindungen zu einer Winzer-Familie mit dessen Sohn ich als Kind befreundet war (und die bis vor einigen Jahren noch eine Straußwirtschaft betrieben hatte). Und im Herbst ging es halt zur Weinlese in den Weinberg oder Wingert, wie man am Mittelrhein sagt. Mit Traktor am Weg oben, Lelenträger, der die andernorts Kiepe genannte Rückentrage mit den begehrten Trauben den Steilhang hinauf getragen hat. Und eben uns, den Lesenden Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten und deren Kinder.

der Blick vom Wingert Richtung Rhein

der Blick von oberhalb des Wingerts (weiter rechts) in Richtung Rhein

Das für den damaligen Genußstoff der Erwachsenen ab und an auch unversehrte Kinderfinger durch einen unvorsichtigen Schnitt in Versehrte umgewandelt wurden sei heute geschenkt. Und um das nicht falsch darzustellen: Wir mussten nicht, wir durften Lesen. Denn heute bin ich um zwei Dinge froh: Ich habe diese tolle Erfahrung gemacht und ich musste damals und muß heute das gelesene und ohne jegliche Liebe vergorene Zeug nicht trinken. In Erinnerung gehalten habe ich den Spitznamen für einen der damaligen Weine: „Fratzenschneider“. Das sagt wohl alles.

Doch warum komme ich da jetzt drauf? Weil eben Weinlese war. Am vergangenen Samstag. Oberhalb der Burg Pfalzgrafenstein bei strahlendem Sonnenschein im Weinberg meines Onkels. Im Hobbyweinberg muß ich sagen. Der hat etwa 20 Reihen a vielleicht 20-25 jahrzehntealten Riesling-Reben und ist extrem steil abfallend. Aber Ertrag bringen die Stöcke noch, siehe oben.

Das nach erfolgter Lese, die nach althergebrachter Tradition mit Lele (Rückentrage für Lesegut), Eimersche (Eimer für Lesegut), Bütt (großer Behälter) und Schärcha (Schere) durchgeführt wurde, die Tante mit einem typischen Weinbergessen anrückte, das dann im strahlenden Sonnenschein und unter Genuß – und Genuß kann ich heute sagen zum Riesling meines Onkels –  des letztjährigen Erzeugnisses gemeinschaftlich verputzt wurde, rundet den Tag ab. Ebenso wie die anschließende Heimfahrt auf zwei motorisierten Rädern….

 

Nix fix für … fix mit frischen Zutaten: die schnelle Kartoffel-Riesling-Suppe

12h41, um 14h wollten wir doch los. Das Dede Abschiedsspiel im Tempel stand an und davor sollte ja noch ein Besuch in Fanshop und/oder Borusseum drin sein. Aber etwas zu Essen musste her, denn nur mit Stadionwurst wird man kaum satt. Also was machen? PfannkuchenPastaSuppeoderBrot? Es wurde Kartoffelsuppe, und der Pegel in der angebrochene Flasche Riesling  sank auch ein gutes Stück dabei.

lecker Suppe ohne fix für irgendwas

lecker Suppe ohne fix für irgendwas

Das brauchst du:DSC_0873

  • einen Topf samt Suppenkelle
  • Messer&Brett
  • einen Kochlöffel
  • Pürierstab
  • Muskatreibe
  • eine kleine Schale

Das kommt rein:

  • 4 faustgroße mehlig kochende Kartoffeln
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 250ml Riesling
  • 500ml Hühnerbrühe
  • 1/2 TL getrockneter Majoran
  • frisch gemahlene Muskatnuß
  • Pepe e Sale
  • 3 EL neutrales Öl
  • ca. 30g Butter
  • 2 EL Creme Fraiche
  • 1 Glas Bio-Wiener (6 Stück)

Kartoffeln waschen und in Würfel schneiden. Zwiebeln in feine Ringe oder Würfel schneiden, von den Frühlingszwiebeln ca. 1/3 der grünen Enden abschneiden und beiseite legen, die restlichen Stangen in feine Scheiben schneiden. Jetzt den Topf mit dem Öl aufstellen, volle Pulle geben und Zwiebelwürfelringe, Frühlingszwiebeln und Kartoffeln darin etwa 3 Minuten scharf anbraten, dabei immer wieder rühren, damit nichts anbrennt. Knoblauchzehe zerdrücken, klein hacken und ebenfalls dazu geben. Dann alles mit dem Riesling ablöschen und einige Minuten ohne Deckel köcheln lassen. Nun die Hühnerbrühe, am Besten heiß dazugeben, Deckel auf den Topf und bei geringer Hitze etwa 20 Minuten unter gelegentlichem umrühren köcheln lassen, gegen Ende wenn die Kartoffeln fast gar sind, den Majoran dazu geben.

Währenddessen die grünen Enden der Frühlingszwiebeln in sehr feine Ringe schneiden und in eine kleine Schale geben, die Würstchen aus dem Glas holen, abtropfen und ebenfalls in Scheiben schneiden.

Sobald die Kartoffeln gar sind, Topf vom Herd nehmen, Butter und Creme Fraiche hineingeben und das Ganze mit dem Pürierstab zu Brei hechseln. Abschmecken mit Pfeffer, Salz (Vorsicht damit wegen der Brühe!) und Muskatnuss. Würstchenscheiben dazu geben und sofort essen.

Zum Servieren die feinen Ringe der Frühlingszwiebel und leckeres Brot reichen. Dauert 37,58 Minuten.

Spaghetti „Saziante“: mit Gorgonzola, Frühlingszwiebel, Thymian und Sahnebutter

Gestern war es ja mal was kühler. Da passt dann auch ein so mächtiges Pasta-Gericht, wofür man ein paar Tage vorher wohl den Koch noch in Merheim eingewiesen hätte….

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Lecker, ja. Leicht? Nein!

Aber lecker war’s.

Saziante ist übrigens echtes italienisch und heißt „sättigend“

Das braucht man dafür:

  • einen Pastatopf
  • eine Pfanne
  • Lieblings-Messer
  • Brett
  • einen Pfannenrührer
  • ein Küchensieb

Und diese Zutaten (für 2):

  • 200g Spaghetti
  • 3-4 Frühlingszwiebeln
  • 5 Artischockenherzen
  • 150g Gorgonzola
  • 5 Zweige Thymian
  • 1 Knoblauchzehe
  • 5 EL Sahne
  • 50g Butter
  • Salz
  • Pepe

 

Die Frühlingszwiebeln putzen, die Köpfe in Viertel schneiden, die Stiele in 4 cm lange Stücke und halbieren. Knoblauch mit der Messerseite zerdrücken und fein hacken. Die Thymian-Blätter von den Zweigen entrappen. Artischockenherzen vierteln (ich hatte welche aus der Dose, das geht ausnahmsweise auch).

In der Pfanne Butter schmelzen, Frühlingszwiebeln, Artischocken, Knoblauch und Thymian dazu geben und einige Minuten bei geringer Hitze anschmoren. Sahne und die Hälfte des Gorgonzola dazugeben und immer wieder rühren, mit Pfeffer abschmecken, das Salz kommt in ausreichender Menge durch den Käse. Die andere Hälfte des Gorgonzola in Stücke rupfen und bereit stellen.

DSC_0375Pastatopf mit Wasser und viel Salz aufstellen, wenn’s kocht Pasta hinein und so kochen, wie Ihr es mögt. Pasta im Sieb abseihen und in die Pfanne geben, durchschwenken und den restlichen Gorgonzola dazu geben. Sofort servieren.

Und was dazu? Einen Elsässer Riesling. Jetzt denkt man, Riesling gibt es doch auch diesseits des Rheins in ausreichender Menge. Das ist korrekt.

Aber der schmeckt einfach anders. Der Elsässer Riesling drückt regelrecht die Frucht von Pfirsich, Limette und Mirabelle auf die Zunge, zeugt von richtiger Kraft und kann so dem starken Geschmack des Gorgonzolas auch wirklich etwas entgegensetzen.

Probiert’s halt aus.

Italia meets Schwabenland: Pasta mit Linsen

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Tagliatelle mit Le Puy Linsen uns Semmelbröseln

Letzte Woche kam im Radio ein Bericht über schwäbische Linsenbauern, die alte Linsensorten wieder entdecken und als Biobauern anbauen. Es ging über die jährlichen Schwankungen des Wetters und der damit einhergehenden schwankenden Quantität und Qualität der Ernte und darüber, wie das Leben überhaupt ist, hart und auch schön. Gegensätzlich eben. Gleichzeitig kam mir in den Sinn, das wir kürzlich auf dem Weg in den Urlaub noch durch das Städtchen „Le Puy“ in der Auvergne gefahren sind, das ist die Hauptstadt des berühmten Linsenanbaugebietes und Ursprung des Namens „Le Puy Linsen“, kleine grüne Linsen, die auch nach dem Kochen noch etwas hart bleiben und wunderbar nussig schmecken. Und das ich davon noch einige in Reserve hatte, da ich immer wenn ich in Frankreich bin, diese wunderbaren Linsen kaufe.

Der Gedanke ging mir nicht mehr aus dem Kopf und reifte im laufe des Tages zu diesem Gericht, keine Spätzle, sondern Pasta! Ein Gedicht.

Wir brauchen:

  • zwei Pfanne und einen Pfannenwender
  • einen großen Topf
  • eine Reibe
  • unser Messer samt Schneidebrett

Zutaten (für 4 Personen)

  • 400g frische Tagliatelle

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    Frühlingszwiebel mit Pancetta anbraten

  • 1/2 l Hühnerbrühe
  • ca. 100g Le Puy (oder andere) Linsen
  • ca. 80g Pancetta
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 3-4 getrocknete Tomaten, in Wasser eingeweicht
  • ca. 2-3 EL gutes Olivenöl
  • ca. 70g trockenes Weißbrot (oder Semmelbrösel)
  • 2-3 EL Butter
  • 2x eine Handvoll gehackte Petersilie
  • 1 TL Tomatenmark
  • Pepe e Sale
  • ca. 50g geriebener Pekorino (oder Parmesan)

Los geht’s. Zugegeben, das ganze ist etwas aufwändig und erfordert ein gutes Zeitmanagement, da am besten alle drei Zutaten-Teile gleichzeitig fertig sind, wobei die Linsen dabei eigentlich am unkritischsten sind. Deshalb fangen wir mit denen an, Semmelbrösel und Pasta müsst Ihr dann gleichzeitig machen.

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angebratene Semmelbrösel

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Die Linsen ca. 15-20 Minuten weich kochen, dabei nur sehr wenig Wasser nehmen, so das am Ende idealerweise gar kein Kochwasser übrig bleibt. Frühlingszwiebel in feine Rauten schneiden, eine Knoblauchzehe fein hacken und den Speck in Streifen schneiden. Eine Pfanne aufstellen und Speck, Zwiebelrauten und Knoblauch hineingeben und leicht anbraten. Das Fett kommt hier durch den Pancetta hinzu. Wenn alles leicht angebräunt ist, die Linsen und die in feine Streifen geschnittenen getrockneten Tomaten (Einweichwasser aufbewahren!) dazugeben und ordentlich umrühren. Das Ganze ein Weilchen vor sich hin bruzzeln lassen, damit sich alle Zutaten (und damit die Geschmäcker) gut vermischen. Am Ende mit Pfeffer, Salz und Olivenöl abschmecken und eine Handvoll grob  gehackte Petersilie drunter mischen.
In der Pfanne beiseite stellen.

Semmelbrösel-Sugo

Zunächst mal das trockene Brot mit der Reibe zu grobem Semmelbröseln zerreiben. Butter in der zweiten Pfanne schmelzen, gehackten Knoblauch und Semmelbrösel dazugeben und immer weiter rühren. Tomatenmark und Petersilie dazugeben und weiter rühren, so das die Semmelbrösel zu einer Art „Streuseln“ zusammen backen. Wenn es zu fest wird, noch etwas Olivenöl dazu, wenn zu locker, ein paar mehr Brösel.

Pasta

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Klare Sicht auf das Gericht bevor der Käse drüber kommt

Die Pasta kochen wir in der Brühe. Für die 400g Nudeln reicht der halbe Liter Brühe so ziemlich gut aus, es erfordert allerdings, das wir die Nudeln ziemlich permanent umrühren, damit die nicht zusammen kleben. Aber so nehmen Sie intensiv den Brühe-Geschmack auf und kriegen auch eine tolle Konsistenz. Da wir frische Nudeln nehmen, dauert das Kochen so höchstens 4-5 Minuten. Zur Not geben wir noch was von dem Einweichwasser der Tomaten hinzu.

Zusammenbau

Pasta aus dem Topf direkt in die Pfanne zu den Semmelbröseln und ordentlich verrühren. Falls die Linsen abgekühlt sind, sollten diese vorher nochmal ordentlich warm gemacht werden. Auf einem Teller ein Pastahäufchen anrichten und 3-4 EL der Linsen darüber geben und leicht durchmischen. Darüber geriebenen Käse streuen.

Wein?

Natürlich einen trockenen oder sogar halbtrockenen Riesling von Neckar, Mittelrhein oder Mosella, dessen Säure sich angenehm zwischen Linsen, Pasta und den Speck einbettet und immer dann an der Zunge bitzelt, wenn man ein Stück der getrockneten Tomate erwischt.