Katalanische Hackfleischbällchen in Tomatensauce gewürzt mit Wildfenchel und Pastis

Montag morgen, es regnet. Sehnsüchtig richtet sich mein Blick nach innen auf die bei bestem Sommer-Wetter im August verlebten Tage im Paradies. Und das sind ja erst die herbstlichen Vorboten, das wird ja noch viel schlimmer. Gut, das da noch ein paar Photo s sind, die, wenn man sie wirklich auf sich wirken lässt zu deutlicher Aufbesserung der Laune führen. Ein Tisch voller Tapas, und was war das noch alles? Bohnensalat mit Melone, Aioli, gebratene Garnelen, Patatas bravas, Escalivade des Legumes  und eben auch katalanische Fleischbällchen gewürzt mit wildem Fenchel. Der wächst dort unten an jedem Straßenrand mit seinen gelben Blüten mannshoch wuchernd gut zu erkennen.

Federführend ist auch hier natürlich die Tatsache, das die Tomaten einfach göttlich sind. So brauchen wir keine Dosenware oder vorpassierte Pampe von Früchten, die wir niemals spüren, riechen, fühlen werden können. Obwohl das natürlich auch ganz gut geht. Ich habe das einfach erhältliche Wurstbrät statt Hackfleisch verwendet, wenn man aber grobes Schweinehackfleisch nimmt und es mit Knoblauch, Salz und Petersilie würzt, sollte es auch gehen

Estris de cuina

  • eine hohe Pfanne samt Pfannenwender
  • einen Grill samt Grillzange
  • eine Schüssel
  • ein Teler
  • Messer & Brett

Ingredients

  • 500g Wurstbrät von katalanischer Wurst (oder Hackfleisch gewürzt mit Petersilie und Knoblauch)
  • 1 Ei
  • 100g altes Baguette
  • 0.2l Milch
  • etwas Mehl
  • 800g verschiedene frische Tomaten (oder eine entsprechende Menge passierte Tomaten)
  • 1 (rote) Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 2x 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL eingesalzene Kapern
  • 1 (kleines) Bund Petersilie
  • 50g wilde Fenchelblüten (oder das Grüne vom hier erhältlichen)
  • 0.1l Pastis
  • 6-8 EL Olivenöl
  • Sal i Pebre (kattalanisch für Salz und Pfeffer)

Damit diese Tapa wirklich gut wird, sollte man ruhig 2 Stunden Zeit einplanen, auch wenn man keinen zwischenzeitlichen Sprung in den Pool einplanen kann (z.B. mangels Pool).

Wir fangen an und weichen zuerst das Baguette in der Milch ein. Dazu das Brot in kleine Stücke brechen und in der Schüssel mit der Milch übergießen. Für die Sauce schneiden wir Karotte, Zwiebel, die Stängel der Petersilie und den Knoblauch klein und stellen die Pfanne mit 6 EL Olivenöl auf. Das Gemüse jetzt darin bei mittlerer Hitze einige Minuten anschwitzen und währenddessen die Tomaten würfeln. Auch hier gilt – wer es gründlich macht, häutet sie vorher, man kann die Schalen auch später aus dem Sud herausfischen. Die geschnittenen Tomaten stellen wir aber erst mal beiseite und kümmern uns um Würze und Pfiff der Sauce: Dazu die Fenchelblüten fein hacken und zum Gemüse geben und umrühren. Die Hitze höher stellen und nach weiteren 2-3 Minuten das Gemüse mit dem Pastis ablöschen, ordentlich umrühren und jetzt erst die  Tomaten hinzugeben.

Das Ganze sollte jetzt für mindestens eine Stunde leicht vor sich hin köcheln, dabei können wir auch jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Hackbällchen das Baguette nun leicht ausrücken und die überschüssige Milch wegschütten. Die Kapern gründlich wässern um das Salz abzuwaschen, dann mit Knoblauch und Petersilien-Blättern fein hacken und zusammen mit dem Wurstbrät, Ei und Brot  in der Schüssel zu einer Masse vermengen. Wenn die Masse zu weich ist, noch etwas Mehl oder Brot (oder Semmelbrösel) hinzufügen. Alles noch mit Pfeffer und – ganz vorsichtig mit Salz,  denkt an die Kapern – abschmecken. Aus der Masse kleine Bällchen von ca. 5cm Durchmesser formen und auf einen mit Mehl bestäubten Teller legen. Den Grill anheizen (oder wir nehmen den Gasgrill) und die Fleischbällchen rundherum grillen, dabei reicht es, wenn sie außen schön braun sind. Da die Bällchen nach dem Grillen ohnehin noch für etwa eine halbe Stunde in der Tomatensauce mitköcheln,  müssen sie jetzt noch nicht durchgegart sein.

Das ganze kann man in einer Schüssel lauwarm auf den Tapas-Tisch stellen, geht aber auch als volle Mahlzeit, z.B. mit Reis, durch. An Wein passt ein kräftiger Rosé, ein frischer Roter, oder ein im Holzfaß ausgebauter Weißwein wie der La Mandorie blanche von den Vignerons des Albéres.
Oder einfach einen Pastis mit Eiswürfeln 😉 ….

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ein Tisch voller Tapas. Und alles für den Pflanzenfresser

Tapas. Ich liebe es. Wer einmal in einer echten Tapas Bar war, der möchte diese leicht-lockere Form zu Essen nicht mehr missen. Und was nun Tapa ist, entscheidet der Koch, der Wirt oder der Esser.

Außerdem macht es in der Küche unglaublichen Spaß sich auf so viele verschiedene Dinge zu stürzen. So geschehen gestern. Meine Schwester kam zu Besuch und die ist Pflanzenfresser. Die Rezepte habe ich so ziemlich alles hier schon an anderen Stellen vorgestellt, daher ist das hier eher ein „alte Klamotten aufwärm“-Post. Mit – wie immer – kleinen Modifikationen…

Tapastisch

Tapastisch

Fangen wir mit dem neuen an:

Feigen-Avocado-Salat (im Bild oben links)

Zutaten:

  • 2 reife Feigen
  • 1/2 Avocado
  • 2 EL guter Balsamico
  • 2 EL Zitronensatz
  • 2 EL sehr gutes Olivenöl
  • Pepe e Sale

Feigen schälen und vierteln. Avocado enthäuten und in Scheiben schneiden. Beides auf einem Teller anrichten. Aus Balsamico, Zitronensaft und Öl ein Dressing zaubern und darüber geben. Leicht salzen und ordentlich pfeffern.

Koriander-CremeFraiche (im Bild oben links im blauen Schälchen)

Zutaten:

  • 150g Creme Fraiche
  • 2 El gehackte Korianderblätter
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz

In einem Teil der Creme Fraiche die Kräuter und Knoblauch mit dem Pürierstab pürieren. Dabei wird die Creme Fraiche recht flüssig, daher nur einen Teil nehmen. Den Rest der Creme hinzugeben, mit Salz abschmecken und kalt stellen. Passt du den gebackenen Bratkartoffeln.

gebackene Bratkartoffeln

braten, backen, knofisieren

braten, backen, knofisieren

Klingt wie ein Widerspruch, ist aber keiner. Erst braten, dann backen heißt das Motto. Und dann natürlich noch mit ordentlich Knoblauchversehen.

Zutaten:

  • 8-10 eigroße hartkochende Frühkartoffeln
  • 4-5 EL Olivenöl zum Braten und 2 EL sehr gutes
  • 4 EL Zitronensaft
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 1 Knoblauchzehe fein gehackt
  • FLeur de Sel

Kartoffeln längs in Viertel schneiden und in einer großen Bratpfanne 20-25 Minuten anbraten. Dabei öfter durchschwenken.

Kartoffeln snschliessend in eine hitzebeständige Auflaufform geben und im Ofen bei 200° für etwa 20 Minuten mit Ober/Unterhitze backen. Derweil Petersilie, Knoblauch, Zitronensaft und gutes Olivenöl vermischen. Sobald die Kartoffeln schön gebräunt sind, Petersilien-Knoblauch-Paste drüber geben und ordentlich mit Fleur de Sel salzen.

So. Und jetzt kommen die hier bereits beschriebenen Tapas:

gebackene Paprika

gebackene Paprika

gebackene Paprika

 

 

 

 

 

DSC_0233

Aioli Ansatz aus Eigelb, Senf, Knoblauch und Zitrone. Erst dann das Öl.

Aioli: „Fingerübung für Hüftgold“ – allerdings nach dem aufschlagen habe ich eine halbe pürierte Avocado hinzugegeben, ergibt so also Avocado-Ailoli und ist echt fies. Ich kann mich da hinein setzen, leider hinterläßt das Zeug auf Dauer sichtbare spuren 😉

 

 

 

 

gefüllte Champignons

gefüllte Champignons

gefüllte Champignons

 

 

 

 

 

Spargel grün - Feta - Ruccola

Spargel grün – Feta – Ruccola

ein Traum: Spargel grün – Feta – Ruccola

 

So. Und wenn ihr jetzt noch einen kühlen, frischen südfranzösischen Rose dazu stellt, bleiben die Gäste ganz bestimmt!

 

 

 

 

 

Sehnsucht nach dem Sommer: gebackene Paprika, eine einfache Tapa

Warum?

Januar.
Regen- und trotz des vermeintlichen Frühlings (hier in Bonn blühen schon ein paar japanische Zierkirschen) kommt so langsam die Sehnsucht nach dem Sommer auf. Gerade getern traf ich mich mit Micha, den hab ich letzten Sommer auf einem Campingplatz in Frankreich kennengelernt. Und just heute bin ich mit dem Motorrad zur Arbeit gefahren :-).

Daher lebe ich jetzt schamlos meine Sommerlust aus und widme mich heute dieser einfachen Tapa, die geradezu nach Sommer riecht ….

Gebackene Paprika

prakika

gebackene Paprika – angerichtet

Die Paprikas machen sich ideal als kalte Vorspeise in einer ganzen Ansammlung von Tapas, das Gute ist, man kann die schon am Tag vorher machen. Ich habe die Paprika aber auch schon auf eine Pizza gelegt, in den Salat geworfen, eingelegt oder sonstige Späße damit gemacht. Eine Art „Allrounder“ also.

Metadaten

Wir brauchen etwa 30-40 Minuten, maximal 15 davon aktiv. Aber besser wird’s wenn die Prakika (O-Ton – Sohn …. vor ein paar Jahren) ein paar Stunden durchziehen können.

Wir brauchen Backofen, Messer, Brett und einen Teller.

Zutaten für einen Teller voll (s. Bild)

  • ca. 4-6 rote Spitzpaprika („normale“ gehen auch, sind mir persönlich aber zu süß)
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • eine Handvoll gehackte Petersilie
  • gutes Olivenöl
  • etwas Zitronensaft
  • Fleur de Sel

So geht’s

Die Paprika gründlich waschen und dann auf ein Rost in den Backofen bei 250°, ich nehme immer den Mix aus Oberhitze und Umluft. Es geht auch auf dem Kohle-Grill wenn man aufpasst, schmeckt sogar besser. Im Ofen solltet Ihr auf jeden Fall ein Backblech mit Backpapier o.ä. stellen, die Dinger siffen, das die Reinigung des Ofens sicher bis zum Sommer dauert ;-).

Aufpassen – wenn die Haut schwarz wird, ist das nicht schlimm, aber das Fleisch sollte nicht anbrennen, daher immer mal wenden, bis die Paprika sehr dunkel sind und das Fleisch rundum weich ist. Das sieht man auch daran, das sich die Haut teilweise schon ablöst.

Nun die Paprika aus dem Ofen holen und etwas abkühlen lassen, aber nicht zu sehr. Dummerweise löst sich die Haut besser ab, wenn die Dinger noch heiß sind. Das heißt also: Jetzt Haut ablösen und gleichzeitig die Stielansätze samt Samen entfernen. Das ist eine schöne Handarbeit und auch ein wenig Sauerei. Wenn es zu heiß wird oder einige Kerne zu nervig am Fleisch kleben, halte ich die Paprika kurz unter den Wasserhahn und lasse kaltes Wasser laufen. Beim Häuten und Putzen kann man die Paprika bereits schön „filetieren“, also in längliche Viertel oder Drittel teilen.

Die „Filets“ dann sternförmig auf einen Teller legen, Knoblauch in Scheiben schneiden und drüber verteilen, salzen, gehackte Petersilie und Zitronensaft drüber. Zum Schluss mit Olivenöl beträufeln und kalt stellen (Keller reicht).

Was kann man falsch machen?

  • Et jit nix, wat et nit jitt. Wenn man Pech hat, kriegt man schlechte Paprika, das merkt man beim Kaufen schon daran, das dass Fleisch sehr dünn ist. Dann kriegt man hinterher kaum was essbares raus und viel vom Fleisch bleibt an der Haut kleben. Das passiert übrigens auch, wenn der Ofen nicht heiß genug ist.
  • Was tödlich ist, ist die Stielansätze und Kerne vor dem vor dem Backen heraus zu schneiden. Dadurch werden die Prakika zu trocken, die Haut geht schlecht ab, ist alles Käse. Lasst es einfach.
  • Frischhaltefolie! Die klebt auf den Paprika und transportiert das Olivenöl an den Rand, eine tierische Sauerei!