Katalanische Hackfleischbällchen in Tomatensauce gewürzt mit Wildfenchel und Pastis

Montag morgen, es regnet. Sehnsüchtig richtet sich mein Blick nach innen auf die bei bestem Sommer-Wetter im August verlebten Tage im Paradies. Und das sind ja erst die herbstlichen Vorboten, das wird ja noch viel schlimmer. Gut, das da noch ein paar Photo s sind, die, wenn man sie wirklich auf sich wirken lässt zu deutlicher Aufbesserung der Laune führen. Ein Tisch voller Tapas, und was war das noch alles? Bohnensalat mit Melone, Aioli, gebratene Garnelen, Patatas bravas, Escalivade des Legumes  und eben auch katalanische Fleischbällchen gewürzt mit wildem Fenchel. Der wächst dort unten an jedem Straßenrand mit seinen gelben Blüten mannshoch wuchernd gut zu erkennen.

Federführend ist auch hier natürlich die Tatsache, das die Tomaten einfach göttlich sind. So brauchen wir keine Dosenware oder vorpassierte Pampe von Früchten, die wir niemals spüren, riechen, fühlen werden können. Obwohl das natürlich auch ganz gut geht. Ich habe das einfach erhältliche Wurstbrät statt Hackfleisch verwendet, wenn man aber grobes Schweinehackfleisch nimmt und es mit Knoblauch, Salz und Petersilie würzt, sollte es auch gehen

Estris de cuina

  • eine hohe Pfanne samt Pfannenwender
  • einen Grill samt Grillzange
  • eine Schüssel
  • ein Teler
  • Messer & Brett

Ingredients

  • 500g Wurstbrät von katalanischer Wurst (oder Hackfleisch gewürzt mit Petersilie und Knoblauch)
  • 1 Ei
  • 100g altes Baguette
  • 0.2l Milch
  • etwas Mehl
  • 800g verschiedene frische Tomaten (oder eine entsprechende Menge passierte Tomaten)
  • 1 (rote) Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 2x 2 Zehen Knoblauch
  • 1 EL eingesalzene Kapern
  • 1 (kleines) Bund Petersilie
  • 50g wilde Fenchelblüten (oder das Grüne vom hier erhältlichen)
  • 0.1l Pastis
  • 6-8 EL Olivenöl
  • Sal i Pebre (kattalanisch für Salz und Pfeffer)

Damit diese Tapa wirklich gut wird, sollte man ruhig 2 Stunden Zeit einplanen, auch wenn man keinen zwischenzeitlichen Sprung in den Pool einplanen kann (z.B. mangels Pool).

Wir fangen an und weichen zuerst das Baguette in der Milch ein. Dazu das Brot in kleine Stücke brechen und in der Schüssel mit der Milch übergießen. Für die Sauce schneiden wir Karotte, Zwiebel, die Stängel der Petersilie und den Knoblauch klein und stellen die Pfanne mit 6 EL Olivenöl auf. Das Gemüse jetzt darin bei mittlerer Hitze einige Minuten anschwitzen und währenddessen die Tomaten würfeln. Auch hier gilt – wer es gründlich macht, häutet sie vorher, man kann die Schalen auch später aus dem Sud herausfischen. Die geschnittenen Tomaten stellen wir aber erst mal beiseite und kümmern uns um Würze und Pfiff der Sauce: Dazu die Fenchelblüten fein hacken und zum Gemüse geben und umrühren. Die Hitze höher stellen und nach weiteren 2-3 Minuten das Gemüse mit dem Pastis ablöschen, ordentlich umrühren und jetzt erst die  Tomaten hinzugeben.

Das Ganze sollte jetzt für mindestens eine Stunde leicht vor sich hin köcheln, dabei können wir auch jetzt mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Hackbällchen das Baguette nun leicht ausrücken und die überschüssige Milch wegschütten. Die Kapern gründlich wässern um das Salz abzuwaschen, dann mit Knoblauch und Petersilien-Blättern fein hacken und zusammen mit dem Wurstbrät, Ei und Brot  in der Schüssel zu einer Masse vermengen. Wenn die Masse zu weich ist, noch etwas Mehl oder Brot (oder Semmelbrösel) hinzufügen. Alles noch mit Pfeffer und – ganz vorsichtig mit Salz,  denkt an die Kapern – abschmecken. Aus der Masse kleine Bällchen von ca. 5cm Durchmesser formen und auf einen mit Mehl bestäubten Teller legen. Den Grill anheizen (oder wir nehmen den Gasgrill) und die Fleischbällchen rundherum grillen, dabei reicht es, wenn sie außen schön braun sind. Da die Bällchen nach dem Grillen ohnehin noch für etwa eine halbe Stunde in der Tomatensauce mitköcheln,  müssen sie jetzt noch nicht durchgegart sein.

Das ganze kann man in einer Schüssel lauwarm auf den Tapas-Tisch stellen, geht aber auch als volle Mahlzeit, z.B. mit Reis, durch. An Wein passt ein kräftiger Rosé, ein frischer Roter, oder ein im Holzfaß ausgebauter Weißwein wie der La Mandorie blanche von den Vignerons des Albéres.
Oder einfach einen Pastis mit Eiswürfeln 😉 ….

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kalte Sommerküche, die II. : Cavallion-Melonen-Tomatensuppe mit Basilikum

Vermutlich kommt das Rezept ein wenig spät, denn bis vorgestern war es auch hier noch sehr heiß und bei so einem Wetter schmecken – mir zumindest – kalte Vorspeisen am besten. Allerdings braucht man für diese kalte, an die katalanische Melonen-Suppe angelehnte Vorspeise eine wirklich gutschmeckende, reife Cavaillon-Melone. Cavaillon ist der Melonenort der Provence, eigentlich handelt es sich um die Charentais-Melone, eine Form der Cantaloupe-Melone mit frischem, saftigem und süßen orangefarbigem Fruchtfleisch – meine Liebliengsmelone. Das man die zufällig in herausragender Qualität im Paradies kaufen kann, muss ich vermutlich nicht erwähnen….

Brauchen wir (für 4):

  • Messer & Brett
  • eine hohe Schüssel
  • einen Topf
  • einen Eßlöffel
  • einen Pürierstab
  • 4 Holzspiesse und 4 Gläser

Pürieren wir:

  • 1 Cavaillon-Melone
  • 2 Tomaten aus dem Paradies
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 2 EL Basilikum
  • 1/2 rote Paprika
  • einige Spritzer Zitronensaft
  • 2 EL gutes Olivenöl
  • Pepe e Sale
  • 4 (dünne!) Scheiben guter Schinken

Den Topf mit Wasser füllen und zum Kochen bringen, Tomaten kreuzförmig einritzen und kurz für etwa eine Minute im Wasser blanchieren, mit kaltem Wasser abschrecken und anschließend die Haut abziehen, Strunk herausschneiden und Tomaten grob würfeln.

Die Melone halbieren und mit dem Eßlöffel die Kerne herausschaben. 4/5 der Melone von der Schale befreien und ebenfalls grob würfeln. Paprika ebenfalls grob klein schneiden. Das gewürfelte Obst und Gemüse mit Petersilie, Basilikum und Olivenöl in die hohe Schüssel geben und ganz fein pürieren, mit Zitronensaft, Pfeffer und Fleur de Sel abschmecken und anschließend kalt stellen. (Die Katalanen geben in die Suppe übrigen in etwa soviel Olivenöl wie Melonenpürree…)

Die restliche Melone von der Schale befreien und ebenfalls in ca. 2-3 cm große Würfel schneiden, die Stücke auf die Holzspieße stecken und mit je einer Scheibe Schinken umwickeln. Zum Servieren die kalte Suppe in 4 Gläser verteilen, etwas Petersilie drüber drapieren und je einen der Melonenspieße obenauf legen.

Diese Suppe schreit geradezu nach einem Muscat Sec von den Côtes Catalanes, wir hatten einen von les Vignerons des Albères. Fruchtig, leicht und frisch mit Zitronen- und Apfelaromen, die vom typischen Muscat-Geschmack überlagert werden. Aber vorsicht – nicht zu schnell trinken – es ist ja erst die Vorspeise!

a propos Tomaten: Tomaten.

Sagte ich schon, das die Tomaten hier im Paradies besonders gut sind? Andererseits, kann man das nicht oft genug sagen. Mit Graus mag man gar nicht an den Tag denken, wo die letzte aus dem Paradies mitgebrachte Tomate zu Hause gegessen sein wird und man wieder auf die bei uns erhältlichen ausweichen muss. Man fragt sich, welcher Food-Verbrecher zuerst allen ernstes Geschmack zugunsten von Transportstabilität aufgegeben hat?

Auf dem Bild oben sehen wir im Uhrzeigersinn) auf Elf Uhr eine kleine grüne Tomate, darüber eine (von mir wegen der markanten Zipefelspitze sogenannte) Hutzeltomate, eine dicke gelbe Ananastomate und ein Coeur de Boef, eine Ochsenherztomate.

Und es ist wie immer, stimmen die Zutaten, braucht der Koch gar nicht viel Phantasie.

Tomatensalat:

  • 3-4 bunte Tomaten (Auswahl s.o.)
  • 1/2 große rote Zwiebel aus dem Roussillon
  • 1 EL gehackte Petersilie
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • 4 EL bestes Olivenöl
  • Fleur de Sel

Tomaten nach Gusto klein schneiden und auf einen Teller legen, Zwiebel in hauchdünne Scheiben darüber schneiden, mit Petersilie und Fleur de Sel bestreuen, Zitronensaft und Olivenöl darüber geben und gut ist!

Das Ganze geht natürlich auch als Insalata Caprese! Dazu unbedingt einen guten und echten Büffelmozarealla verwenden, Pinienkerne anrösten und statt Zitronensatz Basilikumblätter.

Ein Traum!

Letzteres war gestern zum Abendessen die Vorspeise für eine Parmiggiana, dazu gab es einen 100% Carignan von den Vignerons des Alberes, einen nicht geschwefelten Rotwein, den man auch leicht gekühlt (ca. 14°) trinken kann.

back in Paradise: Paradiesapfel mit Aubergine und St. Marcellin – eine südfranzösische Vorspeise

Ich weiß gar nicht was diese lange Rezept-Pause rechtfertigt. Irgendwie habe ich viel gekocht, aber es war wenig Neues dabei – man kennt das: Vor dem Urlaub war wie üblich einiges zu tun, blabla.

Egal. Wieder da. Wieder im Paradies (für die, die es nicht wissen, das Paradies liegt im südlichen Frankreich) und es ist dort, wo die Tomaten, die Pfirsiche und sowieso alles andere, was Leib&Seele benötigen einfach nur schmeckt. Und obwohl ich hier maximal weit entfernt von Österreich bin (da wo Tomaten bekanntlich Paradiser genannt werden), zum Einstieg eine einfache Vorspeise mit Paradiser, Aubergine und einem typischen französischem Ziegen- oder auch Kuhmilch-Käse: Dem St. Marcellin.

In der Ferienwohnung zu finden sein sollte:

  • der Backofen
  • eine Auflaufform
  • eine Pfanne oder Grill
  • Messer & Brett

Auf dem Marché kauft ihr (für 6):

  • zwei große Ochsenherz-Tomaten
  • eine Aubergine
  • 3 St. Marcellin-Käse au lait cru
  • 6 eingesalzene Kapern
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 x 3 EL Olivenöl
  • 1 TL getrocknete Kräuter (Rosmarin, Oregano, Thymian, was Ihr habt)
  • etwas gehackte frische Petersilie
  • 1 TL Miel de Lavande (Lavendelhonig)

Aus der Aubergine 6 etwa gleich große, etwa 0.5cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben mit etwa 3 EL Olivenöl in der Pfanne (oder auf dem Grill) ölen und so braten, als würdet ihr Antipasti machen wollen. In der Zwischenzeit die Auflaufform mit Olivenöl einfetten, aus den Tomaten 6 etwa 1cm dicke gleich große Scheiben schneiden und nebeneinander in die Auflaufform legen.

Knoblauch fein hacken und auf die Tomatenscheiben geben, je eine gesalzene Kaper etwas zerpflücken und oben drauf geben, dann Kräuter und Petersilie darüber streuen. Das ganze mit je einer Scheibe gebratener Aubergine abdecken.

Die Käse horizontal halbieren und je einen halben Käse mit der Schnittfläche nach unten auf je ein Tomaten-Auberginen-Türmchen legen, die Oberseite des Käses kreuzweise einritzen und wer mag noch ein paar Kräuter-Krümelchen darüber streuen – das ist aber mehr für die Optik ;-).

Die Form geben wir bei ca. 180° Ober-/Unterhitze für etwa 10 Minuten in den Ofen, einfach darauf achten, das der Käse geschmolzen ist, dabei aber nicht schon verläuft.

Dazu gab es einen Mas Amiel Le Plaisir blanc 2015 – abgefüllt in Maury, das ist gar nicht so weit weg von hier. Ein trockener aber fruchtiger Weißwein mit den typischen Weißweinsorten wie Macabeu, Grenache Blanc und einigen anderen und einem ganz leichten Schimmer von rosa und Geschmack nach hellen Früchten wie Apfel, Pfirsich und Melone. Der Le Plaisir ist der 8.50€ – Einstiegswein dieses sehr berühmten Weingutes.

Bon Appetit!

 

die Sache mit dem Paradies und der Zwiebel: Katalanischer Zwibbelskooche

2016. Was ist für eine Jahreszeit? Sommer.

Richtig.

Also?

Ab ins Paradies, was in etwa da liegt, wo es letztes Jahr war. La Roque des Alberes am Fuße da wo im französischen Teil Kataloniens Pyrenäen und Mittelmeer zusammentreffen. Aber das dort als landestypisches Gericht Zwiebelkuchen gereicht wird, das wusste ich nicht. Macht aber nix. Tolle Tarte mit Salat, alleine, wie Ihr wollt. Und geht auch ganz ohne Federweißer, sondern mit Muscat Sec.

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Nous polluons:

  • eine Pfanne
  • eine Tarte-Form
  • eine Schüssel
  • Messer & Brett

Nous besoins:tmp_15029-DSC_07291640953413

  • 250g Mehl (ideal ist Type 550 „Pizzamehl„)
  • etwas Hefe
  • 2 x 1 TL Zucker
  • Wasser
  • Salz
  • 2 EL Olivenöl und noch einmal 1 EL und 10 EL Olivenöl
  • 1 kg frische katalanische Zwiebeln
  • 1/2 rote Paprika
  • 20 kleine schwarze Oliven
  • wer mag 4-6 Sardellen
  • 1 TL getrocknete Kräuter (z.B. Thymian, Rosmarin, …)

tmp_15029-DSC_07271170034605Aus etwas Mehl, Hefe und 1 TL Zucker einen Vorteig rühren. Sobald der aufgegangen ist, das restliche Mehl hinzugeben, soviel Wasser wie nötig, 2 EL Olivenöl und 1 TL Salz zu einem homogenen Hefeteig vermengen, den in der Schüssel beiseite stellen und wenigstens 2h gehen lassen.

Währenddessen die Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden, die Paprika fein schneiden und alles in 10 EL Olivenöl in der Pfanne vorsichtig für ca. 15 Minuten schmoren. Die Kräuter dazu geben und alles beiseite stellen.

tmp_15029-DSC_07291640953413Die Tarteform mit 1 EL Olivenöl einfetten, mit dem Teig auskleiden, die Zwiebelmasse gleichmässig darüber verteilen und obendrauf die Oliven legen. Wer mag verteilt nun auch die Sardellen oben drüber (ich übrigens nicht).

Die Tarte kommt für ca. 25 Minuten bei 170° in den Ofen mit Ober- und Unterhitze. Dazu passt, wie oben gesagt, dieser Muscat Sec der Vignerons des Alberes.

 

„Escalivade de legumes“ – katalanisches Gemüse mit Frankfurter Einschlag

Mein Thema bleibt „Völkerverständigung durch Kulinarisches„. Der Rheinländer sagt „jebratenes Jemöös„, die Italiener nennen es „Antipasti„, die Spanier „Tapa“ und der Katalane deckt mit Ähnlichem gleich alles ab: Vorspeise, Beilage oder Hauptgericht. Es geht um wunderbar wohlschmeckendes Gemüse wie Paprika, Zucchini, Tomaten und Auberginen, das man im südlichen Frankreich wie überhaupt in mediterranen Gefilden in hervorragender Qualität bekommt. Und da ich selbst kürzlich im Paradies war, weiß ich wovon ich rede. Um den nordeuropäischen Touch als Gegenpol zu haben, wurde das Gericht kombiniert mit einer Kräuter-Creme-Fraiche, die ich mit den originalen Frankfurter Grie SosKräutern gemacht habe. Völkerverbindung eben.

meine "Escalivade de Legumes"

meine „Escalivade de Legumes“

Diesmal geht es nicht so schnell wie sonst oft, sondern man braucht Zeit und idealerweise gutes Wetter, denn wenn man das Gemüse vorgrillen möchte, ist der beste Ort dazu natürlich draußen. Und den besten Geschmack gibt einfach der Grill her. Ich habe diese Werkzeuge benutzt:

Gemüse auf Grill

Gemüse auf Grill

  • wie erwähnt Grill und Backofen
  • eine Grillzange
  • ein Glas oder eine kleine Schale
  • ein kleiner Mörser
  • eine Auflaufform
  • eine Schale oder Schüssel
  • ein Teller mit Küchenkrepp ausgelegt
  • Messer & Brett

Und das habe ich an Zutaten für die Escalivade genommen, wobei die Zutaten natürlich nach Gusto variabel sind:

  • eine gelbe Zucchini
  • zwei kleine Auberginen
  • zwei schöne feste San Marzano-Tomaten
  • eine rote Paprika
  • zwei rote Spitzpaprika
  • zwei Frühlingszwiebeln
  • zwei Knoblauchzehen
  • einige Zweige Thymian
  • 6 EL gutes Olivenöl, nicht zu scharf
  • 2 EL Vinaigre de Cidre (ideal: Vinaigre de Banyul)
  • Fleur de Sel

Grüne Soss-Kräuter-Creme-Fraiche-Dip:

vor dem Backen

vor dem Backen

  • 150 g fein gehackte Kräuter (Schnittlauch, Borretsch, Zitronenmelisse, Pimpinelle, Kerbel, Petersilie, Dill)
  • 250 g Creme Fraiche
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • Fleur de Sel

Und so habe ich’s gemacht: Für den Dip Knoblauch fein hacken und zusammen mit den restlichen Zutaten in die Schale geben, mit Salz abschmecen und kühl stellen. Und das am besten einige Stunden vor dem Essen, damit alles schön durchzieht.

Dann bereiten wir das Gemüse vor. Aus den Paprikas schneiden wir schöne Filets, Zucchini und Auberginen habe ich je einmal längs und quer halbiert und die Stücke dann längs gedrittelt, so das eine Art „Keil“ entsteht. Die Frühlingszwiebeln habe ich auf 2/3 eingekürzt und dann ebenfalls längs halbiert. Danach wurde der Grill angeworfen und alles recht scharf angebraten, denn das Gemüse muß nicht durch sein – es wird ja noch gebacken hinterher. Bei der Paprika sollte die Haut aber schwarze Blasen werfen, damit wir selbige abpiddeln können.

Das gebratene Gemüse in der Auflaufform drapieren, bei der Paprika, wie gesagt noch die Haut abziehen.Es gibt auch Rezepte, die das Vorgrillen nicht empfehlen, ich aber mag den Geschmnack gegrillten Gemüses, daher habe ich es vorgegrillt.

Für das Thymian-Öl den Knoblauch fein hacken und im Mörser mit ca. 2 EL Olivenöl mörsern und in die kleine Schale geben. Den Thymian zupfen und mit dem restlichen Olivenöl dazu geben, umrühren und beiseite stellen.

Die Tomaten in Scheiben schneiden und zum Gemüse in die Auflaufform geben. Alles mit etwa der Hälfte des Thymian-Öls beträufeln und dann für ca 45 Minuten bei etwa 100 Grad in den Backofen geben. Je nachdem, ob Ihr die Escalivade heiß, warm oder kalt essen wollt, entsprechende Abkühl-Zeit einplanen. Nach dem Backen wird das Gemüse zuerst mit dem Essig und dann mit dem restlichen Öl beträufelt. Zum servieren Escalivade auf den Tisch stellen oder auf Vorspeisentellern mit einem Löffel Dip arrangieren. Als Sättigungsbeilage passen wunderbar Rosmarin-Kartoffeln dazu.

Was macht man eigentlich mit Vin de Noix? z.B. Endivien-Linsensalat mit St. Marcellin und Vin de Noix-Dressing!

Meine Ausbeute "Vin de Noix"

Meine Ausbeute „Vin de Noix“

Die meisten Geschichten, die irgendwo anfangen haben oft auch eine Fortsetzung. Und als ich vor einigen Wochen von meiner Vin de Noix-Herstellung berichtet hatte, hatte ich eigentlich wenig Plan, was man damit alles machen kann. Mittlerweile ist mein Vin de Noix fertig und abgefüllt und wartet auf Rezepte.

8 Wochen lagerte der Wein nun zusammen mit den grünen Walnüssen kühl und dunkel im Keller und wurde dank des Blumen-Beauftragten auch während meiner Anwesenheit im Paradies wöchentlich einmal umgerührt. Vor der Abfüllung habe ich ihn dann zweimal durch ein Küchenkrepp gefiltert. In schöne Flaschen abgefüllt, zeigt sich die schöne Farbe. Der ehemals rote Wein hat eine schöne, warme braune Farbe angenommen. Der Wein schmeckt eiskalt auch pur als Aperitiv, aber es gibt bestimmt viele weitere Anwendungsmöglichkeiten – so zum Beispiel als Basis für ein Salat-Dressing. Um es gleich vorwegzunemen – das Rezept geht glaube ich auch ohne Vin de Noix – ist aber dann eben ohne Vin de Noix und wird mit Sicherheit auch etwas anders schmecken. Die Endivie lag noch im Kühlschrank herum, der seit der Rückkehr aus dem Paradies auch noch mit diversen Ziegenkäsen gefüllt ist, darunter auch einige St. Marcellin, ein wunderbarer Ziegenkäse, der pur und auch gebacken schmeckt (den es hier auch desöfteren zu kaufen gibt). Und grüne Linsen aus Le Puy habe ich ohnehin immer vorrätig und es wurden zur Vorrats-Auffüllung auch Neue aus dem Paradies mitgebracht.

Vin de Noix ist unsichtbar

Vin de Noix ist unsichtbar

Hier nun also eine Art Vin de Noix zu verarbeiten: Nein Salat aus Linsen, Endivie und Vin de Noix-Dressing, wozu ich folgendes an Utensil beschmutzt habe und der sich entweder als Vorspeise, aber auch als kleine Mittagsmahlzeit ganz gut macht:

  • zwei kleine Töpfe
  • eine kleine Pfanne
  • einen Teller zum backen des Käses
  • zwei Teller zum Anrichten
  • ein Schraubverschlußglas
  • einen Löffel
  • Messer & Brett

Und das an Zutaten (für 2):

  • ca. 80g grüne Le Puy Linsen
  • zwei handvoll Endivien-Salat
  • eine handvoll Pinienkerne
  • eine handvoll gehackte Petersilie
  • 2 EL Cramberries getrocknet
  • eine Stange Sellerie
  • eine Knoblauchzehe
  • einen St. Marcellin-Käse (120g)
  • 2 kleine Tomaten
  • 2 TL Mehl
  • 1 EL Walnußessig

Zutaten Dressing:

  • 0.1l Vin de Noix
  • 2 EL Walnußessig
  • 3 EL Walnußöl
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 EL Sesamöl
  • 1 TL Honig
  • Fleur de Sel

Die Selleriestange waschen, putzen und in feine Scheiben schneiden, Knoblauch schälen, zerdrücken und fein hacken. Beides zusammen im ersten Topf mit den Linsen ca. 2 cm mit Wasser bedecken und etwa 15-18 Minuten köcheln, die Linsen sollten noch bissfest sein. Idealerweise bleibt am Ende kein Wasser zum Abschütten übrig.

Im 2. Topf den Vin de Noix erhitzen und etwa auf die Hälfte reduzieren. In das Glas füllen, die restlichen Zutaten für das Dressing hinzugeben, vorsichtig salzen und mit geschlossenem Deckel im Glas aufschütteln.

Nun die Endivie waschen und Blätter quer in ca. 1 cm breite Streifen schneiden. Petersilie fein hacken, Tomaten vierteln und beiseite stellen. Wenn die Linsen fertig sind kommen 1 EL Walnußessig, die Cramberries und etwas Salz dazu, umrühren und beiseite stellen. Den Ofen auf 250° Umluft Vorheizen. Das Mehl auf einen Teller geben und den Käse von beiden Seiten darin wälzen, dann alles zusammen in den Ofen geben und für etwa 10-12 Minuten backen.

Auf den beiden Tellern schichten wir zunächst die Endivie auf. Die Petersilie rühren wir zu den Linsen und verteilen diese über die Endivie. Das Dressing nochmal aufschütteln und mit einem Löffel über die Salate verteilen. In der kleinen Pfanne die Pinienkerne anrösten und ebenfalls darüber geben, mit den Tomatenvierteln garnieren.

Wenn der Käse leicht golden gefärbt ist und sich aufgewölbt hat aus dem Ofen nehmen und schnell mit dem Messer in zwei Hälften schneiden und sofort über den Salat geben – Achtung – der läuft aus. Danach Salate sofort servieren.

Dazu passt hervorragend ein trockener Moselriesling, z.B. der Piesporter Falkenberg Kabinett trocken vom Weingut Reuscher Haardt.