Impossible? Ginger Chicken Curry – scharf und gut!

Irgendwie bleibe ich Sonntags Abends dann doch des Öfteren bei Kitchen Impossible hängen. Mag man ja über den kochenden Moderator denken was man mag, das Format an sich finde ich klasse und es gibt jede Menge Anregungen hinsichtlich Kochtechnik oder auch nachzukochende Gerichte. So geschehen vorletzten Sonntag, als es für den Gast (Jan Hartwig) nach Dubai zu einem pakistanischen Koch ging. Und auch wenn ich mich selten für asiatische Küche begeistere, das Ding musste ich unbedingt ausprobieren. Da ich ja das Original (für das man laut Pakistani 5 Jahre benötigt, um es zu beherrschen) nicht kenne, fand ich meine Version schon extrem lecker.

Und vielleicht hilft die Schärfe ja auch gegen Viren ….

ہمیں ضرورت ہے(nenosreP 4-3 rüf):
  • eine Schmorpfanne
  • einen Mörser
  • eine hohe Schüssel samt Pürierstab
  • einen kleinen Topf
  • Messer & Brett
ہمیں ضرورت ہے:
  • 700g Bio-Hühnerbrust
  • ca. 50-70g frischen Ingwer
  • 200g passierte Tomaten
  • ca. 5-6 frische Tomaten
  • 1 mittelgroße Karotte
  • 3-4 Chillischoten, rot oder zwei rote, eine grüne
  • ca. 100ml neutrales Öl (ich hatte Distelöl)
  • 150g Butter
  • 8-10 Zehen Knoblauch
  • 5-6 mittelgroße Scharlotten oder weiße Zwiebeln
  • 5-6 EL Joghurt (10%)
  • 1 Bund frischer Koriander
  • für die Currymischung
    • 1-2 TL Chillipulver (je nach Geschmack, ich habe es mit Rücksicht auf meine Familie weggelassen ;-))
    • 3 TL mildes rotes Paprikapulver
    • 2-3 TL Kurkuma-Pulver
    • 2-3 TL Salz
    • 2-3 TL gemörserte Pfefferkörner
    • 4 TL Garam Marsala
    • 2 TL Bockshornkleeblätter, getrockent (gibt es im Asia-Laden)

 

Los geht es mit schnibbeln: Dazu zunächst die Zwiebeln in Ringe schneiden und mit ca. 0.3l Wasser im Topf für 10 Minuten köcheln. Währenddessen Tomaten würfeln, den inneren Glibber dabei entfernen. Ingwer und Karotte in Streichholz-gleiche Stifte schneiden, das Huhn in Streifen, den Knoblauch schälen und fein hacken. Die Chillischoten jeweils in 4-5 Stücke schneiden, wer es nicht zu scharf mag, nimmt die Kerne vorher raus. Den Koriander grob hacken. Im Mörser den Pfeffer mörsern und alle Gewürze und Salz hinzufügen und die Gewürzmischung gut durchmischen.

Die gekochten Zwiebeln in der hohen Schüsseln mit dem Pürierstab fein pürieren, die Zwiebelmasse bindet nachher unsere Sauce und durchdringt gleichzeitig alles schön mit Zwiebelaroma. Den Topf erstmal beiseite stellen.

Alle anderen Zutaten auch parat stellen, damit sind wir bereit, ab jetzt dauert es ca. 20-25 Minuten.

Die Pfanne aufstellen und zunächst das Hühnchen im Öl anbraten, je nach Geschmack etwas anbräunen oder auch nicht. Nach 3-4 Minuten Butter, Karottenstifte und den gehackten Knoblauch dazu geben, umrühren, nach 3-4 Minuten den Ingwer dazu geben und wieder umrühren und etwas schmurgeln lassen.

Nun die Gewürze hinzugeben, ich mag es, wenn die zunächst etwas im Fett vor sich hin schmoren, so wird die Konsistenz des Gewürzpulvers besser und bindet sich hinterher besser in die Sauce ein. Dazu schiebe ich den Pfanneninhalt an eine Seite, kippe die Pfanne leicht, so dass sich das Fett sammelt und gebe dann die Gewürze zum Fett.

Nacheinander, unterbrochen durch kurzes aufkochen Zwiebelmasse und die passierten Tomaten hinzugeben, alles immer wieder umrühren.

Nach nochmaligem aufkochen und 2-3 Minuten des Köchelns kommen nun noch Joghurt und Chili dazu. Am Ende kommt der gehackte Koriander noch dazu, dann die Pfanne vom Herd nehmen, das Curry ist fertig!

Ich habe als Beilage Fladenbrot in der Pfanne gebacken (einfach Wasser-Mehl-Salzteig ansetzen, zu Fladen formen und in einer Pfanne backen), es passt aber natürlich auch Reis und für ganz verwegene sicher auch die gute alte deutsche Salzkartoffel.

Wein? Der Schärfe und der Wucht der Gewürze müssen wir was entgegen setzen. Ich habe im Keller ein Schätzchen geöffnet, einen kräftigen Roten Mas du Loleilla aus der kleinen Languedoc Region La Clape. Was der kostet, wage ich kaum zu sagen, den Wein habe ich vor einigen Jahren aus Frankreich mitgebracht. Auf jeden Fall ist das ein angemessener Gegner zum würzigen Curry.

Lasagne mit jebrahtenem Jemöös. Mit Fenchel

Also gut. Karneval ist vorbei, für den Karnevalsprinz und seine Untertanen ist nun also Fastenzeit. Höchste Zeit ein paar vegetarische Gerichte zu posten. Fastenzeit heißt auf rheinisch übrigens „fast“ kein Fleisch („Un wenn mer doch ens jet Fleisch jefresse han, dann jon mer eben jet beichte„). Nicht dass Ihr jetzt denkt, ich wäre jener Prinz. Ich habe gar kein Karneval gefeiert, ich will nur helfen.

Gleichzeitig frage ich mich, ob man nun in Venedig auch Fastenzeit hat, obwohl da ja gar kein Karneval war …? Aber gerade für die Itaglener wäre dieses Rezept – da Pasta – sicher interessant, vermutlich darf man es dann aber nicht „Lasagne“ nennen. Egal. Der Grund war, dass ich im Bio-Laden meines Vertrauens Berge von nicht mehr ganz frischem bratfähigem Gemüse erworben habe.  Und damit musste ich schnell irgendwas machen.

Ich stelle mir gerade folgendes vor: Wenn man am Anfang des Karnevalszugweges anfangen würde das Gericht zuzubereiten, so könnte man je nach Länge und Dauer des Zuges bereits auf dem Zugweg essen verteilen. Auch ne Vorstellung. Im wahrsten Sinne des Wortes….

Auf dem Wagen sollte man zur Hand haben:

  • ein (Gas-)Grill samt Grillzange
  • eine Auflaufform
  • ein Pastatopf und ein Sieb zum Abseihen
  • eine große Schüssel
  • eine Reibe für den Parmesan
  • Messer & Brett
  • Backofen

An „Kamelle“ wird benötigt:

  • 250g Anelli – kleine Ringe (es geht aber auch Penne, Oricchetti, Rigatoni…)
  • 1 Aubergine, 1 Zucchini, 2 rote und eine gelbe Paprika, 2 Fenchelknollen
  • 0.4 l passierte Tomaten oder Tomatenstücke in Tomatensaft
  • viel Olivenöl
  • 4-5 Zehen Knoblauch
  • ca. 150g Parmesan
  • 0,1l Weiß- oder Rotwein
  •  1 TL Oregano
  • Pepe e Sale

Das Gemüse in Scheiben respektive in nicht zu große Stücke schneiden und in die Schüssel geben, viel Olivenöl darüber geben und gut durchmischen. Das Gemüse anschließend auf dem Grill schön grillen. Wenn es fertig ist, die Auberginen extra beseite beiseite stellen, von den Paprika-Stücken noch die Haut abziehen und zusammen mit dem restlichen Gemüse in die Schüssel geben. Die Pasta im Topf in Salzwasser kochen, allerdings etwa nur bis zur Hälfte der angegebenen Garzeit, Pasta abgießen und ein wenig vom Kochwasser zurück halten. Den Knoblauch schälen und fein hacken.

In der Schüssel nun Pasta, gebratenes Gemüse mit etwa 10 EL Olivenöl, Knoblauch, Wein, Oregano und der Hälfte des fein geriebenen Parmesans ordentlich durchmischen (das geht am Besten mit den Händen, Kamelle schmeißt man ja auch mit der Hand), das Ganze pfeffern und gut salzen.

Etwa 2 EL Olivenöl auf den Boden der Auflaufform geben, etwas verteilen. Nun die Pasta-Gemüse-Mischung darauf geben und gleichmäßig verteilen und darüber etwa 4/5 der Tomaten und etwas vom Kochwasser der Nudeln geben. Obenauf mit den Auberginenscheiben abschliessen und den restlichen Tomatensud obenauf verstreichen. Anschließend den restlichen Parmesan fein reiben und oben darüber geben. Das Ganze kommt jetzt bei ca. 160°Umluft/Oberhitze für ca. 35 Minuten in den Ofen geben.

Dazu gab es einen Riesling vom Mittelrhein, damit war ich aber nicht ganz glücklich. Ich denke ein frischer weißer Norditaliener oder ein Sauvignon Blanc von der Loire würden da besser passen.

meine Rinderbrühe – diesmal kein Industrieprodukt im Essen.

Mal ehrlich unter uns Waisenköchen: Wer von euch benutzt nicht mal einen halben Brühwürfel hier und dort? Geht schnell und bringt ja echt schönen Druck unter den gewünschten Geschmack. Wenn ich mir aber insgesamt mal so anschaue, was die Nahrungsmittel-Industrie so herumtrickst und uns Verbraucher mit immer neuen Nahrungsprodukten versorgt, dann will ich eigentlich wirklich nicht wissen, was in so einem Brühwürfel so alles drin ist. Und vor allem möchte ich es eigentlich auch nicht essen.

Oft habe ich für einzelne Fälle daher schon meine Brühe selber gekocht, aber noch nicht so auf Vorrat und zum Benutzen bei Bedarf. Aber jetzt, zur Weihnachtszeit habe ich mir die Zeit genommen, mal eine Rinderbrühe so richtig und mit mir bekannten Zutaten zu machen. Eigentlich ist das sehr einfach, man braucht ein paar Zutaten und vor allem: Zeit.

Brühmeister braucht:

  • einen großen Topf
  • eine möglichst kleine Schöpfkelle oder ein Holzlöffel
  • ein Küchensieb
  • später Gläser mit Schraubdeckel zum Aufbewahren
  • Messer & Brett

Brühmeister verbraucht für ca. 4l Brühe (alles aus dem Bioladen):

  • ca. 1 kg Rindfleisch, gerne inklusive Knochen (Beinscheibe, hohe Rippe, es geht aber auch mit Tafelspitz und anderen Teilen)
  • 1 Stange Porree
  • 2 Karotten
  • 1/3 Sellerieknolle
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Zwiebeln
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 TL Pfefferkörner
  • 1 TL Pimentkörner
  • 1/2 TL Kümmel
  • Salz nach Bedarf

Das Gemüse zunächst gründlich waschen, denn dann müssen wir es nicht schälen, in der Schale steckt auch Geschmack! Den Topf auf den Herd bei mittlerer Hitze stellen, die Zwiebeln mit der Schale halbieren und die Zwiebeln mit den Schnitt-Hälften ohne Öl auf den Topfboden setzen. Dort lassen wir sie einige Minuten schön anschwärzen, das gibt hinterher eine schöne Farbe. Keine Sorge, es schmeckt nicht verbrannt, auch wenn es durchaus so riechen kann.

Das Gemüse samt Schale nun in nicht zu kleine Stücke schneiden und bereit legen. Anschließend den Topf, in dem die Zwiebeln noch drin sind, mit ca. 4,5l Wasser auffüllen. Fleisch und Gemüse ins Wasser geben und alles langsam zum Kochen bringen. Es reicht, wenn es hinterher an einer Stelle ein wenig vor sich hin brodelt, wir lassen das Ganze nun mindestens 2 Stunden lang köcheln. Sobald unsere Brühe das erst Mal aufkocht unbedingt den sich bildenden grauen Schaum von der Oberfläche mit der Schöpfkelle abnehmen, so wird die Brühe schön klar. Das dauert so ca. 10 Minuten, danach ist Ruhe und es bildet sich ein Schaum mehr.

Nach der Kochzeit die Brühe durch das Küchensieb abseihen, Gemüse und Fleisch kann man eigentlich zu nichts mehr gebrauchen, der ganze Geschmack steckt ja jetzt in unserer Brühe. Wer mag, kann die Brühe nun noch etwas einreduzieren. Eine entsprechende Menge an Schraubverschluß-Gläsern desinfizieren und mit der heißen Brühe füllen, das hält sich so eine ganze Weile. Alternativ kann man natürlich auch einfrieren.

 

Power Sprout – ein unglaublich schlechter Name für ein geiles Gemüse. Mit Kapern, Pekorino und Walnüssen.

Wer hat’s erfunden? Ein Engländer. Gut also, dass das Zeug noch vor dem Brexit über den Kanal gekommen ist, denn wer weiß schon, was demnächst passiert? Nur mit dem Namen finde ich, hätten sie sich etwas mehr Mühe geben können, aber das ist ja bekanntlich auch Geschmackssache. P.S.-Röschen fände ich ganz passend und passt auch zum „Power“ im Namen. Der Sproß, entstanden bei einer Kreuzung aus Rosen- und Grünkohl, ist tatsächlich sehr lecker, er schmeckt mild-nussig und sieht aus wie kleine Grünkohle in grün-lila. Beim Momo, dem Biomarkt meines Vertrauens, gab es den zuletzt und ehrlich gesagt hat mich vor allem die Neugierde zur Tüte greifen lassen. Gesehen hatte ich es noch nie.

Wir gebrauchen:

  • Messer & Brett
  • einen Nußknacker
  • eine Pfanne
  • eine Käsereibe

Wir verbrauchen (für 2 als Mahlzeit):

  • 500g Power Sprouts
  • 10 Walnüsse
  • 2 EL Kapern
  • 1/2 Bund frische Petersilie
  • 75g Pekorino (oder Parmesan)
  • 2 EL Olivenöl
  • Pepe e Sale

Die P.S.-Röschen waschen und dann deren Strünke minimal abschneiden und dann kreuzförmig einritzen. Kapern -wenn es eingesalzene sind (die besser schmecken) – in Wasser einlegen und so etwas entsalzen. Das Öl in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze erwärmen. Die P.S.-Röschen salzen, leicht pfeffern und für 5-6 Minuten anbraten, dabei immer mal wieder schwenken.

Währenddessen Petersilie hacken, die Nüsse knacken und den Inhalt in kleinere Stücke brechen. Nüsse und Kapern in die Pfanne geben und für 2-3 Minuten mitschwenken, danach die Petersilie hinzugeben und etwa 1/3 des Käses drüber reiben. Alles nochmal  für eine Minute in der Pfanne mitbruzzeln, so wird der Käse ganz kross.

Den Inhalt der Pfanne auf 2 Teller verteilen und den restlichen Käse drüber reiben. Dazu: Trockener Weißwein.

 

 

Es wird orientalisch: Huhn in Orangensauce gebettet auf Safran-Reis & zugedeckt mit gebackenem R-e-H-Blumenkohl & Tahini

Es wird orientalisch. Das bedeutet Wärme, der Ruf des Muezzins, intensive Gewürze und tolle Farben: Während draußen der Winter einzieht, braucht der Mensch die Vorstellung von etwas warmen, von etwas, das uns hoffen lässt, dass die Welt auch im Winter schön sein kann, was uns innerlich erwärmt und weiter positiv denken lässt. Zumindest ich als erklärter Winter-Hasser brauche das. Für alle anderen, ist dies einfach ein hammer-geiles Rezept. Die Mengen reichen etwa für 4 Hungrige. Inspiriert ist die Orangensauce von einem Hühnchen-Salat aus Ottolengi’s Kochbuch.

نحن بحاجة

  • unseren Gas-Grill samt Grillzange
  • ein Backblech und ein DinA-3 großes Stück Alufolie
  • zwei normale und eine hohe Schüssel
  • eine mittelgroße Auflaufform
  • zwei kleine Töpfe
  • eine kleine Pfanne
  • Pürierstab
  • eine feine Reibe
  • einen Sparschäler
  • einen Holzlöffel zum Rühren
  • ein Schraubverschlussglas
  • Messer&Brett
  • eine runde Auflaufform oder andersartige Servierschale

نحن بحاجة المكونا

  • 400g Hühnerbrust in Bio-Qualität
  • einen ganzen Blumenkohl
  • drei handvoll Basmati-Reis
  • eine Bio-Orange und Saft von ca. zwei Bio-Zitronen
  • 50g Honig
  • 0,1l Wein
  • 2 EL Weißweinessig
  • 3 EL Tahina
  • 1/2 TL Safran (Fäden) und nochmal ein paar Fäden
  • 3 EL Ras-el-Hanut (R-e-L)
  • 2 EL Kurkuma
  • 1/4 TL Zimt
  • 2 bunte Möhren
  • 2 dünne Scheiben Ingwer
  • 1 EL Samba Olek (oder eine frische Chili-Schote)
  • je eine handvoll frische Petersilie-, Basilikum- und Minze-Blätter
  • 3 EL Sultaninen, Rosinen oder Cramberries
  • 8 EL Olivenöl und nochmal 4+2 EL Olivenöl
  • 1 Knoblauchzehe
  • Pfeffer und Salz
 وهذه هي الطريقة التي تعمل بها

(Und los geht’s). Zunächst von der Orange die Kappen oben und unten abschneiden, die Orange nun in 8 – 12 Spalten schneiden, dabei die Kerne entfernen, die Schale aber belassen! Die Orangenstücke zusammen mit 1/2 TL Safran, Honig, Essig und Wein in einen kleinen Topf geben und mit Wasser auffüllen, so dass die Orangenstücke gerade bedeckt sind. Das Ganze für ca. eine Stunde mit offenem Deckel vor sich hin köcheln lassen, am Ende sollte ein eingekochter Sirup und die durchgegarten Orangenschalen übrig sein. Wenn es zu trocken wird, zwischendurch einfach etwas Wasser nachgießen.

Den Topfinhalt in eine hohe Schüssel geben, einige Spritzer Zitronensaft dazu geben und alles mit dem Pürierstab bearbeiten bis es fein ist und beiseite stellen.

Für die Tahini-Sauce einfach den Saft von einer Zitrone, 3 EL Tahina und ebensoviel Wasser in einem Schraubverschlussglas aufschütteln, sollte sie zu fest sein, noch etwas Wasser oder – je nach Geschmack – Zitronensaft hinzugeben. Die Tahini Sauce anschließend kühl stellen.

Während die Orangen köcheln, können wir uns dem Blumenkohl zuwenden. Zunächst den Blumenkohl in einem Topf für ca. 5 Minuten kochen. Dann das Backblech mit der Alufolie abdecken und die Ränder hochklappen, so dass nichts flüssiges heraus laufen kann (natürlich würde es auch eine flache Auflaufform tun, wenn sie groß genug ist).

Den Blumenkohl nun darauf setzen und von oben bis ca. 2/3 nach unten kreuzförmig einschneiden. Knoblauchzehe schälen und fein hacken und in die Schnittritzen geben. Danach großzügig R-e-L auf dem Blumenkohl verteilen, davon auch einiges in die Schnittstellen streuen und mit 4 EL Olivenöl beträufeln, danach Öl und Gewürzmischung mit den  Händen einmassieren. Den Blumenkohl jetzt vorsichtig umdrehen (2 Eßlöffel helfen!) und von unten ebenfalls mit R-e-L und dem restlichen Olivenöl einmassieren. Danach wieder umdrehen.

Den Blumenkohl danach für etwa 30 Minuten in den Ofen auf die mittlere Stufe geben, zunächst mit Umluft bei 200°, die letzten 10 Minuten mit Oberhitze bei 250° backen und während der letzten 10 Minuten 2x wenden. Der Blumenkohl karamelisiert geradezu, es entsteht ein Geschmack, den man kaum beschreiben kann. Es schmeckt am Ende jedenfalls nicht mehr typisch nach Blumenkohl, es schmeckt einfach nur geil. Wenn der Blumenkohl fertig ist, einfach im ausgeschalteten Backofen belassen, damit er warm bleibt.

Während der Kohl im Ofen ist, das Fleisch in einer Schüssel in 4 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer wenden und auf den vorgeheizten Grill legen. Auf jeder Seite bei nicht zu starker Hitze etwa 5-6 Minuten grillen, danach das Fleisch in die Auflaufform geben und im ausgeschalteten Ofen (neben dem Blumenkohl) gar ziehen lassen.

In einem der kleinen Töpfe Reis, etwas Safran, Kurkuma-Pulver und ca. 1/2 TL Salz mischen, den Reis mit gut 1cm mit Wasser bedecken und zum kochen bringen, Reis unter gelegentlichem Rühren gar köcheln lassen. Kurz vor Ende der Garzeit Sultaninen und Zimt dazugeben und ordentlich rühren. Der Reis sollte am Ende schön klebrig sein und intensiv nach Zimt und Kurkuma duften.

Während der Reis köchelt, die Möhren schälen und schräg in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben in der kleinen Pfanne mit 2 EL Olivenöl, etwas Ingwer und wenig Salz  einige Minuten anschmoren, sie können ruhig noch etwas Biss haben.

zum Servieren bauen wir alles zusammen: Dazu die Kräuter fein hacken, in einer Schüssel das Hühnchen mit den Händen zerpflücken und mit 1 EL Samba Olek, 2 EL der Orangensauce und den Kräutern vermischen, dabei etwas salzen und mit Zitronensaft abschmecken.

Den Reis in der runden Auflaufform flach ausbreiten, die Möhren rundherum drapieren und in der Mitte das Fleisch verteilen. Am Ende den Blumenkohl in grobe Stücke zerteilen und zwischen dem Hühnchen auf dem Reis verteilen. Die Tahini-Sauce separat dazu reichen. Dazu passt ein kräftiger Weißwein, ich hatte einen einfachen Chardonnay aus dem Languedoc.

 

 

 

γύρος [Gyros Pita] – nicht gekauft, sondern selbst gemacht

Wir alle wissen, es gibt sehr seltsame Dinge, die so eigentlich gar nicht gehen – es fängt an bei Pesto, dass Sonnenblumenkerne enthält, geht weiter bei schwarzen Oliven, die gefärbt sind, Vanilleeis ohne Vanille und mündet in den ganzen Wasser und Geschmacksverstärker gepimpten Fertig-Fraß der Lebensmittelindustrie. Eine der Kronen, die diese siebenköpfige Hydra sich aufgesetzt hat ist Pfannengyros….

Nur damit wir uns verstehen: Gyros bedeutet soviel wie Kreisel oder Runde, gyrizo, das Verb dazu bedeutet drehen oder umfahren. Gyros tis Gallias ist der griechische Begriff für die Tour de France, der Giro d’Italia geht auch auf das Wort „Runde“ im griechischen zurück. Das steht übrigens alles schön auf Wikipedia. Aber, mal ehrlich – was kreist bitte schön in einer Pfanne ??? Wir lernen daraus: NIcht machen. Oder nennt es meinetwegen „geschnetzeltes griechischer Art“, wobei jeder Grieche beleidigt sein dürfte…. Alleine zu der Frage, ob der Gyros-Spieß nun horizontal oder vertikal gegrillt wird, habe ich keine Angabe gefunden, insofern denke ich, dass horizontal in Ordnung sein dürfte. Ich habe nämlich dann echtes Gyros gemacht. Am Drehspieß.

 

Die Machart ähnelt dem Konsosouvli, den ich ja vor einigen Wochen schon vorgestellt habe. Allerdings sind Würze und Fleischschnitt anders. Und im Gegensatz zum uns von dutzenden Imbißbuden in deutschen Innenstädten bekannten Gyros, drehte sich meiner nur alle paar Minuten um ein kleines Stück weiter, aber das Resultat war unglaublich lecker.

Das Drehwerkzeug:

  • einen großen Grillspieß, idealerweise mit Grill (Gas oder Holzkohle, geht beides)
  • eine große Schüssel (zum einlegen des Fleisches)
  • Messer & Brett
  • Ein Löffel (o.ä.) zum Rühren
  • wer keine andere Lösung hat, eine Schraubzwinge (-> Konsosouvli)

Das wird gedreht (für 4):

  • ca. 750g Schweinefleisch, Bio-Schweinenacken eignet sich hervorragend
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Kreuzkümmel
  • 1 EL mildes Paprikapulver
  • 1 EL Oregano, getrocknet
  • 1 TL Thymian, frisch
  • 8 EL Olivenöl
  • 4 EL Zitronensaft
  • Pepe e Sale

Zuerst legen wir das Fleisch ein. Den Nacken dazu in ca 1,5 cm dicke Scheiben schneiden, diese sollten eine durchschnittliche Fläche von ca.4- 5cm Radius haben und am Rand möglichst wenig ausgefranst sein, das Fett lassen wir dran! Das Fleisch geben wir dann in eine Schüssel und salzen es. Danach den Knoblauch schälen, fein hacken und zusammen mit den Gewürzen, Kräutern, Zitronensaft und Olivenöl auf das Fleisch geben und alles sehr gut durchmischen. Das Fleisch nun für mindestens 8 Stunden marinieren, länger ist aber kein Problem. Wenn wir ab und an nochmal durchmischen verteilt sich die Marinade gleichmäßig und schön.

Ich empfehle hier im Blog übrigens meistens Bio-Fleisch aus Überzeugung. Bei diesem Rezept hier hat das allerdings auch einen ziemlich praktischen Grund; wer nämlich am Ende des Garvorgangs noch Fleisch auf dem Spieß haben möchte, der sollte hier auf gutes Fleisch setzen. Wer den Schweinenacken für 3.98.- € nimmt, sollte sich nicht wundern, wenn die Hälfte seines „Fleisches“ am Ende einfach verdunstet ist :-).

Das Fett sorgt übrigens dafür, dass das Fleisch am Ende nicht zu trocken wird.

Nun bestücken wir den Spieß gleichmäßig, das Fleisch wird mit Halteklammern am Anfang und am Ende zusammengedrückt. Es sollte möglichst kein Fleisch ausfransen, steckt „Fransen“ oder anderweitig heraushängende Stücke lieber zwischen die Fleischscheiben, das würde am Ende sonst sowieso nur verbrennen.

Den Spieß auf den Grill, den Grill auf die unterste Stufe (bei Gas) und alle paar Minuten ein wenig drehen (okay, wer nichts zu tun hat, kann auch die ganze Zeit drehen…). Mein Spieß war insgesamt 2 1/2 Stunden auf dem Grill, dann ist das Fett so richtig schön durch das Fleisch gezogen und das Fleisch total zart.

Die Zeit können wir uns damit vertreiben, ein paar klassische griechische Vorspeisen und vor allen Tsatsiki zu machen. Ich habe dazu noch Pita-Brot selber gebacken. Dazu habe ich einem klassischen Hefeteig etwas Backpulver und einen Eßlöffel Weißweinessig zugefügt und kleine runde Brote gebacken. Jetzt noch fix etwas Tomate, Gurke und rote Zwiebel in feine Scheiben schneiden und los kann es gehen.

Das Fleisch vom Spieß nehmen und in Stücke schneiden, echter wäre natürlich, es direkt vom Spieß nach Bedarf zu schneiden. Pita-Brot aufschneiden, mit Tsatsiki, Fleisch, Tomate, Gurke und Zwiebel füllen (die roten Punkte im Bild rechts stammen von einer scharfen Sauce) und reinbeißen.

Goil. Wie beim Griechen, nur besser.

 

 

Griechisch-Rheinisch: Rübstiel mit Feta auf Quiche

Leute, es ist Rübstiel-Zeit! Anders als Spinat oder anderes Gemüse, bekommt man ihn wirklich nur jetzt und das nur für ein paar Wochen. Und dann geht der Arme in der ganzen Spargelei dann auch noch unter. Dabei ich sagte es bereits, ist das so ein tolles Gemüse! Rübstiel klassisch habe ich ja bereits in meinem Rezepte-Almanach verewigt. Aber da ich ja neben den wirklich klassischen Rezepten auch ein Faible für kulinarische Völkerverständigung habe, passt das hier perfekt ins Thema. Und bei diesem Rezept werden im Grunde sogar drei große, geschichtsträchtige europäische Nationen vereint:

Griechenland, Frankreich und das Rheinland !! Wenn das kein Grund zum Essen ist….

Um das oben abgebildete Produkt herstellen zu können, brauchst du:

  • eine Quiche- oder Spring-Form
  • eine Pfanne
  • ein Holzrührlöffel
  • Messer & Brett

Um das oben abgebildete Produkt kochen zu können, brauchst du:

  • ca. 600g Rübstiel
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe
  • 100g Creme Fraiche
  • 1 Ei
  • 150g Feta
  • Quicheteig (170g Mehl, 1 Ei, 75g Butter, etwas Salz)
  • 50g Butter + etwas Butter für die Form
  • 0,1l trockener Weißwein
  • 2 EL Mehl
  • Pepe e Sale

Zuallererst machen wir den Teig (Anleitung hinter dem Link oben) und legen den abgedeckt für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank. Den Rübstiel waschen und anschließend die Blätter in 1-2cm lange Stücke schneiden, aber bitte nicht durchmischen! Zwiebel und Knoblauch würfeln und in der Butter in der Pfanne 2-3 Minuten dünsten. Danach geben wir in 3 Schritten mit jeweils 1-2 Minuten Pause dazwischen den Rübstiel dazu; zunächst die unteren , mehr weißen und harten Teile, dann die Mitte und am Ende das obere Blattgrün, das ist ganz schnell angedünstet. Wenn der Rübstiel komplett in der Pfanne ist, löschen wir das Ganze mit dem Weißwein ab, fügen das Mehl hinzu und mischen alles gut durch. Das Gemüse in der Pfanne abkühlen lassen. Es sollte eine recht sämige Masse sein.

Den Teig aus dem Kühlschrank holen. Die Form einbuttern und den Teig mit den Händen darin verteilen, wichtig ist, das wir einen ca. 4-5 cm hohen Rand hinbekommen.

Dem Gemüse in der Pfanne fügen wir Creme Fraiche und das Ei hinzu und mischen das Ganze gut durch. Danach etwa die Hälfte der Gemüse-Masse auf dem Teig gleichmäßig verteilen. Die Hälfte des Fetas zerbröseln und auf dem Rübstiel verteilen, danach den Rest der Rübstielmasse aus der Pfanne verteilen und wiederum mit Fetabröseln abdecken.

Die Quiche anschließend für etwa 30 Minuten bei 170° in den Ofen geben, am Ende kann man noch kurz den Grill einschalten, damit der Feta eine schöne braune Färbung bekommt.

Dohzo drenke mer ene frische Wiesse Wing. Ich hatte einen Kidonitsa; Kidonitsa ist eine griechische Rebsorte aus Lakonien, einer Region auf dem südwestlichen Peloponnes. Der Wein schmeckt angenehm frisch nach Zitrusfrüchten und grünen Birnen. Der Wein hat eine eher zurückhaltende Säure, was gut zum leicht sauren Geschmack von Rübstiel und Feta passt. Es tut aber auch ein Riesling oder ein frischer Franzose!