Willkommen bei den Ch’tis oder „Waterzooi, ausgerechnet Waterzooi“. Mit Marouilles

„… trauriges Essen in trauriger Terrine„. So nennt es Stellartoix in Asterix bei den Belgiern, als seine Frau Kantine ihm eröffnet, das das letzte Essen vor der großen Schlacht auf Wunsch der Menapier Waterzooi sein wird. Stellartoix ist übrigens der Belgier, der im Heft ganz nebenbei die Pommes erfindet. Aber zurück zum Waterzooi – bringt man etwas Farbe hinein, so wird aus der vermeintlich traurigen Terrine durchaus ein wirklich leckerer Happen. Vor allem, wenn man es mit Marouilles, dem Käse des Pas de Calais kreuzt, wird ein Ch’ti-Flämischer Hochgenuß daraus. Da der flämische Teil Belgiens auch direkt an das Pas de Calais Frankreichs grenzt und dieser Teil durchaus auch flämische Wurzeln hat, passt das alles sogar ziemlich gut zusammen. Ch’ti kommt übrigens vom gleichgenannten Dialekt und die herzlichen Menschen des Pas de Calais werden herrlich im Film „Willkommen bei den Ch’tis“ parodiert. Passt doch alles zusammen, oder? Prost Tschipfel**.

Wir brauchen dieses Werktscheug, Blödbommel:

  • ein Sälmeschscher
  • Meschscher un Brett
  • eine Smor-Pfonne
  • ein Eschlöffel
  • einen Grill (oder noch eine Pfonne)
  • eine Oufloufform

Schötemi, un diesche Tschutaten:

  • 1 Bio-Hühnerbruscht
  • wer mag ein S-tück Kaschschler
  • 400g feschtkochende Kartoffeln
  • 300g bunte Karotten (gelb, rot, oronge)
  • 300g Louch
  • 1 Tschehe Knoblauch
  • ein Kräuter-s-träuschschien be-s-tehend ausch:
    • 3 Lorbeerblättern
    • ein paar Schtengel glatte Petersilie
    • 1 Tschweig Roschmorin
    • 3-4 Tswchweige Thymion
  • 3-4 EL Öl
  • 2 EL Mehl
  • 0.1l Schahne
  • 0.1l Weischschwein
  • 0.4 l Hühnerbrühe
  • Pfeffer un Schalz

Un losch geht’sch.Tschuerscht snibbeln wir dasch Gemüsche – ach. Ich lass es. Also, das Gemüse, Knoblauch und die Kartoffeln waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden.

Dabei die grünen zarteren Lauchteile separat zur Seite legen. Die Kräuter – falls noch nicht geschehen – zusammenbinden. Die Hühnerbrust ebenfalls in große Stücke schneiden (aus einer Brust ca. 4-6 Stücke), wer Kassler hat, schneidet das auch. Das Fleisch auf dem Grill anbraten, mit dem Mehl bestäuben und erstmal beiseite stellen.

Das Öl in der Pfanne auf mittlerer Stufe erwärmen und das Gemüse ohne die grünen Lauchteile und die Kartoffeln anbraten. Nach etwa 5 Minuten den Kräuterbund und den Knoblauch dazu geben und das Ganze mit Wein und Hühnerbrühe ablöschen. Das Kartoffel-Gemüse-Gemisch für etwa 15 Minuten im Sud gar kochen, anschließend Sahne, den restlichen (grünen) Lauch und das Fleisch hinzugeben und für weitere 2-3 Minuten köcheln lassen.

Das ganze – und jetzt weichen wir vom Original-Rezept ab – in die Auflaufform füllen, den Marouilles in Scheiben schneiden und oben drauf legen (wer keinen Marouilles hat, es tut auch anderer Rotschimmel-Rinde Käse, gerne auch kräftig!). Das Ganze kommt jetzt für etwa 15 Minuten in den Ofen und wird danach natürlich – ganz Nordfranzösisch – mit einem Ch’ti Bier getrunken. Wer jetzt nicht die Gelegenheit hatte, dieses aus der Region direkt mitzubringen, sucht seinen lokalen Craft-Beer Dealer auf oder trinkt ein kühles Pilsken dazu. Proscht!

** Ch’ti Überschettschung frei nach diescher Scheite

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Kondosouvli – der große Bruder des Souvlaki

Der große Bruder kann ja gerne auch als Altersangabe gemeint sein, aber wer heraus zu finden versucht, welcher dieser beiden Klassiker der griechischen Küche nun der Ältere ist, wird vermutlich den Göttervater Zeus oder Demeter, den Gott der Fruchtbarkeit persönlich fragen müssen. Es geht hier um die schlichte Größe, die ja an der ein oder anderen Stelle auch eine Rolle spielen soll… Eines ist jedenfalls sicher, das Gericht kommt dem in der griechischen Mythologie als Götterspeise bekannten Ambrosia mit Sicherheit recht nahe, auch wenn kein Mensch bis heute weiß, was Ambrosia eigentlich ist. Mit Ruhe und Freude zubereitet, kann der Kondosouvli aber durchaus den Aufstieg in den Olymp des gehobenen Geschmacks bedeuten, auch wenn die griechische Landküche sicher selber keinen Anspruch hat eine Haute Cuisine zu sein, sondern erstmal auch einfach dazu dient, satt zu machen.

Der Küchengott benötigt:

  • einen großen Grillspieß, idealerweise mit Grill (Gas oder Holzkohle, geht beides)
  • eine große Schüssel (zum einlegen des Fleisches)
  • Messer & Brett
  • Ein Löffel (o.ä.) zum Rühren
  • wer keine andere Lösung hat, eine Schraubzwinge (dazu unten mehr)

Der Küchengott verbraucht:

  • ca. 800g Schweinenacken vom Bio-Schwein
  • 2 Zitronen
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 0.2l Olivenöl
  • 2 TL Origano
  • πιπέρι και αλάτι (Pepe e Sale)

Dazu Beilagen nach Bedarf, in jedem Fall Tsatsiki, gerne auch Weißkohlsalat und Zeitronenkartoffeln und was uns sonst so einfällt.

Darüber, wie ich den großen Spieß denn nun grillen kann, habe ich eine Weile nachgedacht. Erst kam die Überlegung, mittels Akkuschrauber, Gummiband und einen großen Schwungrad für permanente Drehung zu sorgen, aber ich habe dann einfach überlegt, dass eine Teildrehung alle paar Minuten bei einer Grilldauer von mindestens 2 Stunden einen ähnlichen Effekt haben wird. Dumm ist nur, dass sich der bepackte Spieß natürlich immer mit derselben Seite nach unten dreht, einfach der Schwerkraft folgend. Die habe ich dann mit einer einfachen Schraubzwinge und einer auf dem Griff des Spießes angebrachten Markierung außer Kraft gesetzt. Eine unkonventionelle Lösung wie man im Bild links erkennt, die aber super funktioniert hat.

Da mein Grill auch keine Halte-Vorrichtung für den Spieß hat, habe ich denselben erst auf einer Seite durch die Lüftungsschlitze des Deckels geschoben, dann das Fleisch drauf gesteckt und dann an der anderen Seite des Deckels wieder heraus gesteckt. Damit konnte ich den Spieß auch recht weit hinten positionieren, also ohne das die Flammen direkt darunter waren, was wichtig ist (außer man will Holzkohle selber machen).

Aber fangen wir doch vorne an. Ich habe das Stück Fleisch zunächst längs halbiert und dann in Würfel mit 6-8 cm Kantenlänge geschnitten. Die Stücke müssen recht groß sein, sonst wird es eben eher Souvlaki und kein Kondosouvli. Wichtig ist, dass wir das Fett schön dran lassen! In der Schüssel habe ich eine Marinade aus gehackten Knoblauch, Saft von 2 Zitronen, Olivenöl, Salz und Oregano gerührt. Da hinein legen wir das Fleisch dann, idealerweise für bis zu 24 Stunden bei Lagerung an einem kühlen Ort. Man sollte ab und an mal durchmischen, damit das Fleisch recht gleichmäßig in der Marinade liegt.

Den Rest habe ich eigentlich oben schon beschrieben. Also das Fleisch auf den Spieß stecken, den Grill nicht zu heiß machen und das Fleisch für insgesamt ca. 2 Stunden grillen, dabei alle 4-6 Minuten um eine Viertel oder Drittel-Drehung weiter drehen (oder wer mag, dreht die ganze Zeit). Das Fett wird so gelöst und macht das Fleisch sehr saftig, allerdings läuft auch jede Menge davon unten raus, den Grill müsst Ihr danach in jedem Fall sauber machen.

Ich habe mich dann in den Drehpausen den Beilagen gewidmet, die auch klassisch griechisch sein sollten. Neben den oben erwähnten Klassikern gab es noch einen Rote-Beete Salat dazu und mein Weißkohlsalat habe ich diesmal aus rotem Spitzkohl gemacht. Den gab’s letztens beim Bio-Bauer.

Wenn das Fleisch nach 2-2.5 Stunden fertig ist, zieht man es vom Spieß, schneidet es in gröbere Stücke (oder wer noch dickere Brocken hat, kann auch eine Art Gyros herunter schneiden) und serviert es. Ich habe diesmal tatsächlich einen Weißwein dazu genommen. Ich hatte bei meinem Lieblingsfranzosen einen Chardonnay aus der Provence von Château Régusse, der ein wenig im Holzfass gelagert wurde. Es ist ein frischer, aber doch bodenständiger Weißwein, der sehr gut mit den starken Aromen des Fleisches klar kommt.

Ki-Ka-Kürbis Ravioli im Frühlings-Herbst in Salbeibutter

Ja, Kürbisse sieht man aller Orten und zum Glück werden die mittlerweile auch in klein angeboten, dass man auch nur 400-500g schwere Kürbisse kaufen kann und damit genau eine Sache kocht und nicht noch Kürbis-Stücke für 4 oder 5 Gerichte herumliegen hat. Es ist schon schwer genug sich andauernd Gerichte für hart gewordenes Brot auszudenken (Obwohl, Kürbis mit altem Brot zu kombinieren wäre ja mal was…). Nun habe ich also den Kürbis in die Raviolis verpackt und mit Butter übergossen – die Idee ist allerdings geklaut, das hatte ich letzte Woche auf einer Geschäftsreise bei einem Italiener in Potsdam als Segundo bestellt. Hier also meine Version:

Abbiamo bisogno dei seguenti utensili da cucina

  • eine Nudelmaschine
  • eine Schüssel
  • einen Servierring (8cm)
  • einen Küchenpinsel und eine kleine Tasse
  • einen kleinen und einen großen Topf
  • eine kleine Pfanne
  • unseren Pürierstab
  • ein Schälmesser
  • ein kleiner Löffel
  • ein Küchensieb
  • Messer & Brett

Abbiamo bisogno di ingredienti

  • 50g Pasta Mehl „00“ + Mehl zum Bestäuben der Arbeitsplatte
  • 25g Hartweizengries
  • 1 Ei + 1 Eigelb
  • 200g Kürbis „Hokkaido“
  • 4 EL Sahne
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • einige Fäden Safran
  • 25g + 100g Butter
  • 2 EL Olivenöl
  • 0.1l Weißwein
  • 8-10 Salbeiblätter
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 TL Zitronensaft
  • Pepe e Sale

Andiamo. Aus Pastamehl, Ei und Hartweizengries kneten wir einen Pasta-Teig und lassen den in der Schüssel für mindestens eine Stunde ruhen. Wenn der zu Teig fest ist, etwas Wasser hinzufügen. Nun den Kürbis schälen und klein schneiden und in Olivenöl vorsichtig köcheln, Sahne, 25g Butter, Weißwein, Safran und frische Muskatnuss hinzufügen und ohne Deckel für ca. 25 Minuten kochen und immer mal wieder rühren. Danach die Kürbisstücke mit dem Pürierstab zu einer feinen Masse pürieren, mit Pfeffer und Salz abschmecken und abkühlen lassen.

Den Teig mit der Nudelmaschine immer feiner zu Nudelplatten bis zur feinsten Stufe walzen. Die Platten auf eine bemehlte Arbeitsplatte legen und mit dem Servierring Kreise ausstechen. Mit einem kleinen Löffel jeweils eine Teelöffel-große Menge der Kürbiscreme in die Mitte eines jeden Pasta-Rondells geben und die Hälfte der Platte am Rand mit Eigelb bestreichen (s. Bild rechts). Den nicht mit Eigelb bestrichenen Plattenteil über die Kürbismasse stülpen und auf der be-eigelbten Seite vorsichtig andrücken, so das kleine Halbmonde entstehen.

Aus der oben angegebenen Menge erhalten wir ca. 35 Raviolis, das reicht für 4-6 als Vorspeise oder für 2-3 als Hauptspeise. Also nehmt euch ein Bierchen, gute Musik und etwas Zeit.

In der Pfanne 100g Butter und 2/3 der in feine Streifen geschnittenen Salbeiblätter vorsichtig erwärmen, Knoblauch zerdrücken, fein hacken und mit dem Zitronensaft hinzufügen. Das Ganze vorsichtig mit Salz und Pfeffer abschmecken und vom Herd nehmen.

Im großen Top die Ravioli in siedendem Wasser für ca. 2 Minuten kurz gar ziehen und im Sieb abschütten. Ravioli in die Pfanne mit der Salbeibutter geben und auf tiefe Teller verteilen, wer mag garniert noch mit ein oder zwei Salbeiblättern.

Ich habe dazu einen „Hörner“ Sauvignon Blanc aus der Pfalz serviert, eigentlich für mich ja die klassische Loire-Weißwein-Traube und die Sauvignons aus der Pfalz schmecken für mich auch komplett anders, aber durchaus sehr fein und zu diesem Gericht extrem gut passend.

Warmer Salat? Klar geht das: überbackener Herbst-Löwenzahn mit Kapern und Parmesan

Nach dem Anblick echter Löwenzähne in Namibia diesen Sommer, habe ich letzten Freitag einen großen pflanzlichen Herbstlöwenzahn erstanden. Also kein „Wildfang“, sondern gezüchtete Ware. Überraschenderweise weist der trotzdem die Bitterkeit auf, die man eigentlich von pflanzlichen Wild-Löwenzahn erwarten würde. Nachdem zwei Viertel schon in Salaten verschwunden waren, habe ich die 2. Hälfte dann überbacken. Man bekommt ein eher ungewohntes, aber extrem leckeres, vegetarisches Essen, allerdings habe ich mir das nur teilweise selber ausgedacht, mein Vorgehen ist an ein italienisches Rezept, dass ich mal irgendwo gesehen habe, angelehnt.

Aus dem Schrank:

  • eine Auflaufform
  • ein kleiner Topf
  • Messer & Brett

Aus dem Vorrat:

  • 1/2 großer Herbstlöwenzahn (oder 3-4 handvoll gesammelte Blätter, vorzugsweise im Frühjahr)
  • 1 große Tomate
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 EL italienische Kapern
  • 2 Scheiben trockenes Weißbrot (oder Semmelbrösel)
  • 50g geriebener Parmesan
  • Olivenöl
  • Pepe e Sale

Die Auflaufform mit 2-3 EL Olivenöl zwecks Anti-Anbrenn-Beschichtung einreiben. Den Löwenzahn waschen und (wenn zu lang) in 10-15cm lange Stücke schneiden und in die Blätter wild in die Auflaufform werfen.

Die Tomate in Stücke schneiden und einige Minuten in leicht gesalzenem Wasser kochen. Währenddessen den Knoblauch fein hacken, mit den Kapern vermischen und alles auf den Löwenzahn geben. Das Brot fein würfeln und ebenfalls über dem Löwenzahn verteilen. Sobald die Tomaten zu weich werden, Topf vom Herd nehmen, die Schale abziehen und die Tomatenstücke ebenfalls über den Löwenzahn geben.

Am Ende alles mit geriebenem Parmesan bestreuen, mit Olivenöl beträufeln und die Auflaufform für etwa 20 Minuten bei 150° Umluft in den Ofen geben, danach für 2-3 Minuten die Temperatur auf 200° erhöhen und dabei die Oberhitze einschalten um eine schöne Bräune zu bekommen. Warm servieren mit kaltem, trockenen Weißwein.

bunter Stadt-Land.Markt-Salatteller mit Beetensalat und gebratenem Ziegenkäse

Ich erwähnte es ja schon letzte Woche, dass ich solcherlei Initiativen, wie den Stadt-Land.Markt, Bauernmarkt in der Bonner Altstadt ziemlich gut finde. Ob ich jetzt jede Woche dort einkaufe und dann den Einkauf direkt publikumswirksam verarbeite indem ich hier darüber berichte, wird die Zeit zeigen. Für vergangenen Donnerstag passt das aber ziemlich gut. Es gab einen herbstlichen Stadt-Land.Markt Salatteller mit gebratenem Ziegenkäse, bunten Beeten und buntem Restsalat. Und 87% der Zutaten stammen vom Stadt-Land.Markt.

Wir haben benutzt:

  • 1 Topf
  • 1 Pfanne samt Pfannenheber
  • 1 Schraubverschlußglas
  • je 1 große & kleine Schüssel
  • 1 Salatschleuder
  • Messer & Brett

Wir haben auf dem Markt eingekauft

  • 1 rote und eine gelbe Beete
  • 1 Kopf Salat (Batavia)
  • 1 Feige
  • 1/2 kg bunte Tomaten
  • 2 halbfeste Ziegenfrischkäse mit Bockshornklee

Wir haben aus der Küche verwendet

  • 1 handvoll frisch gehackte Kräuter (Petersilie, Basilikum)
  • 1 EL Sahne
  • 2 x 3 EL gutes Olivenöl
  • 1 EL einfaches Olivenöl zum Braten
  • 2 EL Cidre-Essig
  • 1 TL Dijon-Senf
  • 1 EL brauner Balsamico
  • 1 EL Banyuls-Essig
  • Pepe e Sale

Die Beete kochen wir knapp mit Wasser bedeckt für ca. 20 Minuten im kleinen Topf. Währenddessen können wir uns mit dem verdreckten Salat herumschlagen (Blätter zupfen, gründlich waschen), der tatsächlich echte Erde gesehen hat – alles Bio eben.

Aus der Sahne, 3 EL gutem Olivenöl, Cidre-Essig, Senf schlagen wir im Schraubverschlußglas eine Vinaigrette auf. In der größeren Schüssel vermengen wir ca. 2 handvoll Salat in mundgerechte Stücke gezupft mit der Vinaigrette.

Sobald die Beete fertig sind, diese kalt abschrecken und mit den Händen (unter laufendem Wasser) schälen, in Stifte oder Stücke schneiden und mit braunem Balsamico, gutem Olivenöl und Banyuls-Essig in der kleineren Schüssel vermengen und beiseite stellen.

2 Teller aufstellen, Feige achteln, kleinere der Tomaten Vierteln und bereit legen.

Die Pfanne mit dem einfachen Olivenöl aufstellen und vorheizen. Die Käse quer in je drei Scheiben schneiden und in die heiße Pfanne geben (wenn die Pfanne nicht heiß ist, bildet sich keine Kruste, sondern der Käse zerläuft). Es reicht den Käse 2-3 Minuten pro Seite zu braten und genau einmal zu wenden.

Währenddessen den besaucten Salat auf beide Teller verteilen, jeweils einige Esslöffel der bunten Beete daneben legen und mit Feigen-Achteln und Tomaten-Vierteln garnieren. Sobald fertig den Käse anlegen und sofort servieren.

„Passt was Weißes“ dazu. Den kann man dann bei den Bonner Marktschwärmern beim Bio-Terrassen-Weingut Weber erwerben. Oder man nimmt einen Franzosen. Trocken passen die meistens…

Braai in der Wüste – oder in der Wüste wüst grillen

Anfang August: Namibia. Ein tolles Land, vor allem, wenn man es als Tourist bereist. Das dann direkt unsere allererste Lodge direkt diesen Platz direkt in der Wüste mit Braai (Grillstelle, s. Bild unten) bereitstellen würde, war natürlich ein großes Glück. Dass ich in meinen 4.5 Wochen Afrika überhaupt würde einmal selber kochen können, hatte ich eigentlich eher nicht erwartet. Direkt bei der Ankunft habe ich dann natürlich nach Holz gefragt, was dann auch geliefert wurde – mehr als man in den 2 Tagen Aufenthalt überhaupt hätte verbrennen können. Jedenfalls ergab sich so gleich die Gelegenheit selber Oryx-Antilope zu grillen. Auf einem Holzgrill.

Wow.

Einkaufen waren wir zum Glück vorher schon, und auch wenn das Angebot namibischer Supermärkte eher, sagen wir mal ’schlicht‘ ist (das meiste wird aus Südafrika importiert), so kann man sich darauf verlassen, dass man Top-Qualität an Fleisch bekommt. Und neben Rind, Schwein und Lamm eben auch Antilopenfleisch. Das Fleisch stammt in aller Regel von Farmen aus dem Land, wo die Tiere frei herumlaufen und bejagt werden. Mehr Bio geht also nicht.

Wir braauchen:

  • einen Braai samt lokalem Holz
  • Messer & Brett
  • Wüstenpanorama

Wir braaieren:

  • ca. 300g Oryx-Antilope
  • ca. 300g Rinderfilet
  • Tomaten, Gurke und rote Zwiebel für Salat
  • 100g Feta
  • ein paar Kartoffeln als Beilage
  • Knoblauch
  • Olivenöl
  • eine Zitrone und noch etwas Olivenöl für Salatsauce
  • Pepe e Sale

Das Oryx-Antoilopen-Fleisch kommt am Stück, also schneide ich drei gleich etwa 2-3 cm dicke Scheiben daraus. Das Fleisch ist sehr mager und ich frage mich, ob das mit dem grillen wohl klappen wird? Andererseits ist Rinderfilet auch mager und das wird auf dem Grill richtig gut. Also wird das schon klappen, wenn ich den Garpunkt treffe. Ich reibe die Fleischscheiben mit etwas Knoblauch und Olivenöl ein.

Ich heize also den Braai an, sammele etwas herumliegendes Kleinholz zum Anzünden und lege 5-6 Scheite auf. Es riecht wunderbar, etwas harzig, aber nach einem Aroma, das im Fleisch mit Sicherheit zum Gelingen beitragen wird. Hinterher habe ich herausgefunden, dass wir Kameldorn-Holz haben und das längst nicht alles Holz in der Wüste Namib brennbar ist. Kostbar ist es auf jeden Fall, daher bin ich sparsam. Das Feuer lodert vor sich hin, es duftet und knackt.

In der einzigen Pfanne auf der kleinen Gasflamme bruzzele ich Kartoffeln als Bratkartoffeln in Olivenöl, die bekommen am Ende noch etwas Salz und Pfeffer dazu, fertig. Die Wahl der Sorte fällt übrigens nicht schwer, in Namibia wird nicht danach, sondern nach Größe der Knolle entschieden. Die größeren sind erstaunlicherweise teurer, vielleicht weil man weniger Schale und mehr Kartoffel hat?

Mit Blick auf den Sonnenuntergang hinter den Naukluft-Bergen, einem kalten „Tafel-Lager“ schnibbele ich Tomaten, Gurke und rote Zwiebel zu einem Salat, mixe Zitronensaft, Salz und Olivenöl zu einer Sauce, mische alles in der einzigen Schüssel durch und füge gewürfelten Feta (den es überall in Namibia gibt) hinzu. Das ist unser Salat.

Nun ist auch das Feuer heruntergebrannt und ich lege das Fleisch auf den Grill. Es zischt, duftet wunderbar zwischen Fleisch und Holz, mittlerweile wird es dunkel und mit dem schnell schwindenden Licht hat auch einer die Heizung ausgeschaltet. Es wird sehr schnell recht frisch.

Mangels Grillgabel nehme ich die Hand zum wenden, aber wenn man schnell ist geht auch das sehr gut. Da ich keine Ahnung habe, wie sich Oryx-Antilopensteaks auf einem Grill mit unbekannter Temperatur verhalten, drücke ich immer mal wieder mit dem Finger in das Fleisch und entscheide irgendwann nach ca. 4 Minuten pro Seite, dass es nun gut ist. Natürlich lasse ich das Fleisch noch noch eine Weile ruhen.

Serviert mit Salat und Kartoffeln und etwas Salz und Pfeffer, schneidet sich das Fleisch wie Butter, duftet herrlich, ist wunderbar zart und vom Geschmack her irgendwo zwischen Top 1A Rindfleisch mit einem ganz dezenten Wildgeschmack anzusiedeln. Interessant ist, das kein einziger Tropfen Fleischsaft beim Schneiden herausläuft.

Mittlerweile ist es dunkel und ein unglaublich beeindruckender Sternenhimel begrüßt uns. Milchstraße, Kreuz des Südens und Venus, Mars und Jupiter leuchten am Himmel. So darf es ruhig eine Weile bleiben…

Ελλάδα und seine Landküche – noch ein Klassiker: Spanakopita

Jetzt ist aber bald mal gut mit immer nur griechisch… Ich verspreche euch, bald fahr‘ ich nach Afrika, dann wird auch das meine Küche beeinflussen. Afrikanische Klassiker :nachdenklich:

Aber zurück ins hier und jetzt. Ein echter Klassiker, denn wer von griechischer Landküche spricht und Spanakopita nicht erwähnt, wurde die längste Zeit als Pseudo-Küchen-Kenner anerkannt. Ich habe zwar keine Ahnung, wo in Griechenland bei 40° und monatelangem strahlendem Sonnenschein samt blauen Himmel soviel Spinat wachsen soll, aber Spanakopita gibt es immer & überall. So auch von der Frau unseres Ferienhausvermieters als wir anlässlich unseres Urlaubs auf dem Peleponnes auf ein Getränk eingeladen wurden.

Die grundsätzliche Zubereitung ist meistens recht gleich, die Unterschiede ergeben sich mit Sicherheit im Wesentlichen beim Würzen (manche würzen intensiv mit Zimt) oder im Verhältnis Spinat zu Feta. Egal, hier ist meins:

 

χρειάζεστε

  • eine Auflaufform
  • einen Topf mit Gerät zum Rühren
  • einen Backpinsel
  • Messer & Brett

επεξεργάζεται κάποιος

  • 6-8 Blätter Phyllo-Teig – kaufen ist einfach, aber feige, man kann den auch selber machen…
  • 800g frischer oder 400g tiefgefrorener Spinat (wenn tiefgefroren, dann ganze Blätter)
  • 1 mittelgroße (rote) Zwiebel
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 2 Knoblauchzehen
  • 400g griechischer Feta
  • ein Ei(gelb)
  • 5 EL & 2 EL Olivenöl
  • 2-3 EL Sesam
  • frisch gemahlener Zimt

<Los geht’s>

wenn (frischer Spinat) {
Spinat waschen;
dicke Stengel abschneiden;
grob hacken }

Die Zwiebel in feine Würfel schneiden, im Topf mit Olivenöl bei sanfter Hitze anschwitzen, Spinat dazu geben. Knoblauch schälen, fein hacken und dazu geben und einige Minuten unter gelegentlichem Rühren zusammen köcheln. Wenn der Spinat frisch ist, kann man die Blätter auch sukzessive hinzugeben und zusehen, wie wenig am Ende übrig bleibt.

Den Feta mit der Hand zerbröseln, Petersilie fein schneiden und beides zum Spinat in den Topf geben. Das Ganze nochmals unterrühren und kurz erhitzen, dabei nach Geschmack mit Zimt abschmecken.

Die Auflaufform mit ca. 2 EL Olivenöl ausfetten, ein Blatt Teig hineinlegen und in die Ecken andrücken, überstehenden Teig Richtung Mitte zurückfalten. Dabei hilft es, das der dünne Teig schnell durch das Öl weich wird (sonst ginge auch ganz ungriechisch Butter). Eine Ladung Spinat/Feta-Mischung hinzugeben, mit einem Blatt Teig abdecken und so weiter verfahren bis Teig und/oder Spinat-Feta-Mischung verteilt sind. Vor der letzten Schicht nochmal 2 Blätter Teig zunächst in die Seite einarbeiten, so dass diese später als Deckel fungieren können, mit der restlichen Spinat-Feta-Masse auffüllen und abdecken und die Blätter an den anderen Seiten am Rand einschieben.

Das Ei aufschlagen und das Eiweiß in ein Schüsselchen/den Ausguß geben, das Eigelb in einer Eierhälfte belassen und den Auflauf damit einpinseln und den Sesam drüber streuen.

Das ganze nun für ca. 35 Minuten bei 160° Umluft in den Ofen geben. Sollte der Deckel oben noch nicht braun sein, einfach noch 2-3 Minuten mit Oberhitze arbeiten. Man ißt die Spanakopita sofort oder auch kalt – dann passt sie super auf jede Mezze-Tafel.

</that’s it>

Eines noch zum Thema: „That’s it“ – Wenn man auf den gängigen Kochplattformen schaut, wie dort eine „echt griechische Spanakopita“ angegangen wird, kriegt man das kalte Grausen. Von Quark und Romano-Käse (wo bitte gibt’s den in Griechenland??), Spinatkuchen mit dem Blubb bis hin zu griechischer Hack-Spinat-Kuchen (Spanakopita) ist alles drin. Leute, euer ernst? Ich lösch‘ das Internet….