die Sache mit dem Paradies und der Zwiebel: Katalanischer Zwibbelskooche

2016. Was ist für eine Jahreszeit? Sommer.

Richtig.

Also?

Ab ins Paradies, was in etwa da liegt, wo es letztes Jahr war. La Roque des Alberes am Fuße da wo im französischen Teil Kataloniens Pyrenäen und Mittelmeer zusammentreffen. Aber das dort als landestypisches Gericht Zwiebelkuchen gereicht wird, das wusste ich nicht. Macht aber nix. Tolle Tarte mit Salat, alleine, wie Ihr wollt. Und geht auch ganz ohne Federweißer, sondern mit Muscat Sec.

tmp_15029-DSC_07341125710102

Nous polluons:

  • eine Pfanne
  • eine Tarte-Form
  • eine Schüssel
  • Messer & Brett

Nous besoins:tmp_15029-DSC_07291640953413

  • 250g Mehl (ideal ist Type 550 „Pizzamehl„)
  • etwas Hefe
  • 2 x 1 TL Zucker
  • Wasser
  • Salz
  • 2 EL Olivenöl und noch einmal 1 EL und 10 EL Olivenöl
  • 1 kg frische katalanische Zwiebeln
  • 1/2 rote Paprika
  • 20 kleine schwarze Oliven
  • wer mag 4-6 Sardellen
  • 1 TL getrocknete Kräuter (z.B. Thymian, Rosmarin, …)

tmp_15029-DSC_07271170034605Aus etwas Mehl, Hefe und 1 TL Zucker einen Vorteig rühren. Sobald der aufgegangen ist, das restliche Mehl hinzugeben, soviel Wasser wie nötig, 2 EL Olivenöl und 1 TL Salz zu einem homogenen Hefeteig vermengen, den in der Schüssel beiseite stellen und wenigstens 2h gehen lassen.

Währenddessen die Zwiebeln schälen, in Ringe schneiden, die Paprika fein schneiden und alles in 10 EL Olivenöl in der Pfanne vorsichtig für ca. 15 Minuten schmoren. Die Kräuter dazu geben und alles beiseite stellen.

tmp_15029-DSC_07291640953413Die Tarteform mit 1 EL Olivenöl einfetten, mit dem Teig auskleiden, die Zwiebelmasse gleichmässig darüber verteilen und obendrauf die Oliven legen. Wer mag verteilt nun auch die Sardellen oben drüber (ich übrigens nicht).

Die Tarte kommt für ca. 25 Minuten bei 170° in den Ofen mit Ober- und Unterhitze. Dazu passt, wie oben gesagt, dieser Muscat Sec der Vignerons des Alberes.

 

Advertisements

drohendem Karneval begegnen wir mit: Himmel un Äädt met Öllije un Flünz (un Leberwoosch)

Man kann ja über die Rheinländer lästern, sie lieben oder was auch immer denken. Immerhin haben Sie es geschafft, eine eigene regionale Küche aufrecht zu erhalten, auch wenn sich viele der Gerichte so oder so ähnlich auch in anderen „Hausmannskost“-Küchen finden – aber mit Sicherheit nicht mit demselben Namen. Bevor hier im Rheinland nun der Karneval so richtig abgeht, eine kleine Hommage an das – für mich – ur-rheinischste aller Gerichte: Himmel un Äädt mit Öllije un Flünz (un Leberwoosch). Wie immer mit ein wenig eigener Interpretation.

In richtiger Stimmung mit richtigem Wetter einfach nur himmlisch. Das Rezept ist für zwei zum richtig satt werden!

DSC_0218DSC_0208

 

 

 

 

 

Un dat bruche mer:

  • zwei Töpfe
  • zwei Pfannen
  • einen Dosenöffner (wenn die Leberwurst aus der Dose kommt)
  • Kartoffelstampfer
  • Sparschäler
  • mehrere Kochlöffel, Pfannenschieber und Löffel
  • Muskatreibe
  • Messer & Brett

Un dat kütt erinn:

Herd ist voll

Herd ist voll

  • 2 rheinische Blutwürste, auch „Flönz“ genannt
  • 1 Dose grobe Leberwurst (die beste gibt’s hier), alternativ auch eine rheinische Leberwurst (Form wie oben im Bild die Blutwurst)
  • 750g mehlig kochende Kartoffeln
  • 0.1l Milch
  • 0.1l Sahne
  • insgesamt ca. 120g Butter, aufgeteilt in 10g + 10g + 20g + 80g
  • 1 EL Speiseöl zum Braten
  • 1 kleine rote Zwiebel und eine große Normale
  • 2 Äfpel
  • 1/2 Birne
  • 1 Schuß Weißwein
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Honig
  • frisch geriebene Muskatnuß
  • Pfeffer & Salz
Öllije rösten

Öllije rösten

Wir fangen an und kochen die Kartoffeln im 1. Topf in leicht gesalzenem Wasser bis sie deutlich gar sind. Währenddessen schälen wir Äpfel und Birne und schneiden sie in Würfel. Die kleine rote Zwiebel wird in ganz feine Würfel geschnitten. Im 2. Topf schwitzen wir die Zwiebeln in 20g Butter vorsichtig an, nach einigen Minuten kommen Zucker, Wein und Äpfel- wie Birnenwürfel hinzu, Deckel drauf und unter gelegentlichem Rühren ca. 20 Minuten köcheln.

Die 2 Pfannen aufstellen. In die größere die Blutwürste und die Leberwurst mit 10g Butter und einem EL Speiseöl bei mittlerer Hitze anbraten. Die große Zwiebel in feine Scheiben schneiden und die Zwiebelringe mit 10g Butter in der 2. Pfanne ebenfalls bei mittlerer Hitze rösten. Wurst und Zwiebeln zwischendurch immer mal wenden.

Mittlerweile sind die Kartoffeln gar. Abschütten und Kartoffeln mit kaltem Wasser abschrecken. Den Topf reinigen, Kartoffeln pellen und hineingeben. Die 80g Butter samt Milch und Sahne zu den Kartoffeln geben, ordentlich Muskatnuß drüber reiben, pfeffern und salzen und mit dem Kartoffelstampfer zu einem schönen Kartoffelpüree stampfen. Wenn das Pü zu dick ist, mehr Milch und/oder Butter dazu geben (dat bessje Fett freert Ihr üch am Ruhsemundaachszooch altwidder fott!).

Flönz un Leberwoorsch in dä Pann

Flönz un Leberwoorsch in dä Pann

Deckel auf das Pü und beiseite stellen (wenn was übrig bleibt, könnt Ihr am nächsten Tag richtige Kartoffelpuffer machen :-)). Nun das Apfel-Birnen-Kompott ebenfalls stampfen, diesmal aber bitte nicht zu fein. Den Honig dazugeben und alles nochmal durchrühren.

Jetzt kommt der Moment des Anrichtens: Auf jeden Teller 2 Eßlöffel Pürree als Berg in die Mitte und einen Eßlöffel Apfel-Birnenkompott daneben geben. Die Leberwurst halbieren und jeweils an das Kartoffelpüree anlehnen, je eine Blutwurst auf die andere Seite anlegen und obendrauf mit ordentlich Zwiebelringen (Öllije) garnieren.

Himmel sind übrigens die Äpfel, da am Baum gewachsen, Äädt (=Erde) die Kartoffeln, da – na ihr wisst schon. Dazu passt natürlich ein ordentliches kaltes Bier. Es muß auch kein Kölsch sein.

mal wieder Resterampe: Yufta-Teig-Quiche, die mit Birne besser gewesen wäre …

Yufta-Teig in Auflaufform

Yufta-Teig in Auflaufform

After-Weihnachten. Das ist die Zeit wo derKühlschrank voll von angebissenen oder angeknabberten Resten, angebrochenen Packungen, teilweise Aufgebrauchtem ist. Kurz: Zeit für Küchen-Kreativität!

Wir benötigen an Gerät:

  • eine Auflaufform
  • ein Backpinsel
  • Messer&Brett
  • eine hohe Schüssel
  • einen Schneebesen
bunt belegt

bunt belegt

Und diese Reste verschwinden:

  • 200g Yufta-Teigblätter
  • 2 Eier und ein Eigelb
  • 112 g Creme Fraiche
  • 100 g Gorgonzola
  • 40g Fontina
  • 1/2 Zwiebel
  • 1 gebackene Paprikaschote
  • 12 Scheiben Lardo (oder anderer guter Speck)
  • ein Reststück Butter
  • 5-6 Zweige Thymian
  • Pepe e Sale

    Gorgonzola drüber verteilen

    Gorgonzola drüber verteilen

Die Auflaufform mit Butter ausfetten und dann die Teigblätter so hineinlegen, das sie eine einigermassen dichte Form in der Form ergeben, denn nachher giessen wir ja die Ei-Creme-Fraiche -Masse hinein.

Dann belegen wir den Boden mit Paprika, der in Scheiben geschnittenen Zwiebel, dem in Streifen geschnittenen Lardo und den Thymianblättern und denken einmal kurz darüber nach, das es toll wäre, wenn die halbe Birne nicht verschimmelt gewesen wäre. Die würde hier nämlich perfekt hin passen. Aber keine halbe Birne mehr da, als aufhören zu jammern. Falls ihr das mal nachmacht und eine Birne habt – hinein damit, es kann nur (noch) besser werden!

Sieht aus wie Quiche, schmeckt wie Quiche mit Flammkuchen

Sieht aus wie Quiche, schmeckt wie Quiche mit Flammkuchen

Anschließend verteilen wir den Gorgonzola gleichmässig oben drüber und darauf die in Stücke geschnittene Fontina (oder anderen milden Bergkäse).

In der Schüssel vermengen wir 2 Eier mit der Creme Fraiche und pfeffern und salzen die Masse vorsichtig.

Die Masse kommt nun in die Form, darauf achten, das Ihr sie gleichmäßig verteilt. Mit dem Eigelb und dem Backpinsel bestreichen wir die Teile des Teigs, die nun noch hinaus gucken, dies damit unser Auflauf nicht so blass aus dem Ofen kommt.

Nun die Quiche für etwa 25 Minuten bei 180° Umluft im Ofen geben und schön goldbraun backen.

auf dem Teller: ein Eckstück!

auf dem Teller: ein Eckstück!

Dazu gab es einen Rosé aus dem Paradies, genauer gesagt, einen „Le temps du Rosé“ Cotes Catalanes von der Domaine Montana, der weniger wie Rosé selber (Rosé ist Sommer), sondern mehr nach einem leichten Roten schmeckt. Ein fruchtiger Weißer hätte es hier aber auch getan!

Orangen-Frisee-Salat mit Tartine Savoyarde

Auch wenn ja eigentlich fast Frühling ist – Samstag zeigte das Thermometer auf der Terrasse im Schatten 21°!! – so steht mir der Sinn eher nach etwas kräftigeren Gerichten. Da mag auch am Saisonangebot an Salat und Obst liegen. Und natürlich auch daran, das mich dieser leckere Reblochon in der Käsetheke so unwiderstehlich angelächelt hatte. Reblochon ist ein halbfester Käse aus Savoyen, also den französischen Alpen, und wird aus sogenannter „nachgemolkenen“ und daher besonders fettreicher Milch hergestellt. Früher wurden die Kühe vor der Melk-Kontrolle nicht ganz zu Ende gemolken und der zweite Schluck wurde dann „reblochiert“, also nachgemolken. Heute ist das egal, da Milch ohnehin nix mehr wert sein, aber der Käse ist trotzdem phantastisch und es ist wiederum eine der schönen Geschichten, die rund um Lebensmittel entstanden sind.

Frisee mit Tartine Savoyarde

Frisee mit Tartine Savoyarde

Wir versauen dieses Utensil:

der Reblochon

der Reblochon

  • Rost für den Backofen
  • einen hitzebeständigen Teller
  • Messer & Brett
  • Zitronenpresse
  • ein Schraubverschlußglas

Wir benötigen diese Zutaten:

  • 4 Scheiben Baugette
  • 120g Reblochon
  • eine kleine Knoblauchzehe
  • 0.1 l trockener Weißwein – ich hatte einen Viognier aus dem Minervois
  • zwei handvoll Frisee-Salat
  • eine halbe Roscoff-Zwiebel
  • eine halbe Orange
  • 3 EL Oranenessig
  • 3 EL Walnußöl
  • 1 TL Lavendel-Honig
  • Pepe e Sale

Für die Tartines zuerst den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden und auf dem Baguette verteilen. Den Käse in dünne Scheiben schneiden und mit der Rinde auf die Baguette-Scheiben verteilen. Baguettes jetzt auf den Teller legen, mit dem Wein übergießen und oben Pfeffer drüber geben. Dann die Brote bei 180° für etwa 12 Minuten in den Ofen geben, wobei die letzten zwei Minuten mit Oberhitze eine schöne Kruste entstehen lassen.

Von der Orange zwei Scheiben abschneiden, vom Rest den Saft auspressen. Aus dem Orangensaft, Essig, Öl und Honig im Schraubverschlußglas eine Vinaigrette aufschütteln, vorsichtig mit Salz (Fleur de Sel!) und Pfeffer abschmecken. Frisee-Salat waschen, auf zwei Teller verteilen, Zwiebel in feine Ringe schneiden und über den Salat geben. Orangenscheiben schälen, halbieren und dazu legen. Nun die Vinaigrette über den Salat verteilen, die Tartines anlegen und sofort servieren. Dazu kann man gerne den Rest des Weißweins servieren.

Ich hatte einen Viognier 2013-er vom Weingut „Domaine de l’Herbe Sainte“ aus dem Minervois, den ich vor zwei Jahren selber direkt vom Weingut „importiert“ hatte. Ein frischer aber durchaus kraftvoller Weisser (13!%) mit wenig Säure und Noten von Grapefruit, Aprikose und Ananas. Der Wein passt wunderbar zur Orange, aber auch zum kräftigen Reblochon.

 

 

Endlich wieder da! Tomate mit Roscoff-Zwiebel, Parmaschinken und Käse-Tarteletts

Roscoff-Zwiebeln

Roscoff-Zwiebeln

So. Da bin ich wieder und obwohl ich mich in den letzten Wochen irgendwie wohl in andere Herausforderungen verliebt habe, habe ich jetzt endlich etwas Zeit meinen armen kleinen Blog zu pflegen. Oder besser: Ich nehme sie mir. Gekocht habe ich eigentlich auch in den letzten Tagen und Wochen, aber nichts wirklich neues, was es wert wäre, hier erwähnt zu werden. Auch gestern gab es eigentlich nichts besonderes, aber immerhin unter Einbezug einer sehr traditionellen Zwiebelsorte, den „Oignon de Roscoff

Die kosten 5 Euro“ sagte die Kassiererin besorgt zu mir, als sie das Kilo Original Roscoff-Zwiebeln über das Band zog. „Jaja“ sagte ich und dachte, „okay, für im Gulasch mitschmurgeln vielleicht etwas zu schade„.

Roscoff-Zwiebeln sind eine alte bretonische Sorte, wie mir das Internet dann verriet, die schon von hunderten von Jahren von fahrenden Hänmdlern insbesondere – jetzt kommt’s – ins Feinschmeckerland England exportiert wurden. Das natürlich schrie danach, das ich erstmal ausprobieren musste, ob die so schön zusammengeflochtenen Dinger nun vielleicht auch einfach nach garnichts schmecken. Immerhin, das wäre ja eine Erklärung für die britische Beliebtheit. Frei nach den Worten einer frühen englischen Berühmtheit: „Ich koche nur mit Wasser, ich finde es tut einfach einen köstlichen Geschmack zu allem.“

„Ombre, ich koche nur mit Olivenöl“ ist da übrigens die perfekte Entgegnung. Obwohl ich hier garkeins verwendet hatte.

Also Zwiebeln roh, um zum Thema zurück zu kommen. Und Salat mit Tomate und Zwiebel und „was-dabei“ eignete sich dafür hervorragend.

das Resultat

das Resultat

Und das habe ich parat gelegt:

  • Messer & Brett
  • Salatschale
  • ein Glas mit ca. 8 cm Durchmesser
  • ein Schraubverschlußglas für die Vinaigrette
  • ein Backpinsel
  • zwei Teller

Und das kam rein:

  • eine Coeur de Boef-Tomate
  • eine Roscoff-Zwiebel
  • eine handvoll gehackte Petersilie
  • 6 Scheiben Parma-Schinken
  • 100g milder Schaf- oder Ziegenkäse
  • 2 Scheiben Blätterteig
  • etwas Butter

Und das in die Vinaigrette:

  • 2 EL Passionsfrucht-Essig
  • 2 EL Walnußessig
  • 4 EL Haselnußöl
  • 1 TL Sahne-Meerrettich
  • 1 TL Zucker oder Honig
  • Pepe e Sale
geflochtener Zwiebelzopf

geflochtener Zwiebelzopf

ganz unbritisch: Sieht gut aus

ganz unbritisch: Sieht gut aus

Alle Zutaten der Vinaigrette ins Schraubverschlußglas geben, vorsichtig salzen und etwas pfeffern und ordentlich durchschütteln. Die Tomate halbieren und in feine Scheiben schneiden, jede Hälfte auf einem Teller aufschichten. Zwiebel schälen, halbieren und ebenfalls in sehr dünne Scheiben schneiden und über die Tomate geben. Petersilie darüberstreuen, den Schinken um den Haufen herumdrapieren.

Mit dem Glas 4 Kreise aus dem Blätterteig ausstechen. Den Käse in vier Teile zerteilen, jeden Teil auf die Hälfte eines Kreises legen und umklappen, die Ränder ordentlich zusammendrücken. Die Tarteletts ca. 15 Minuten im Ofen knusprig backen, kurz vor dem Ende jeweils mit etwas Butter bestreichen.

Je zwei Tarteletts pro Teller an den Haufen anlegen und die Vinaigrette oben über den Saltahaufen träufeln, servieren, fertig.

Dazu gab es einen elsässischen Riesling, ganz aus Solidarität zu Frankreich. Leider war der Auserwählte nicht so druckvoll im Mund, wie es die Elsässer mit Ihrem Riesling sonst können. Passte aber trotzdem hervborragend.

 

 

 

 

„Escalivade de legumes“ – katalanisches Gemüse mit Frankfurter Einschlag

Mein Thema bleibt „Völkerverständigung durch Kulinarisches„. Der Rheinländer sagt „jebratenes Jemöös„, die Italiener nennen es „Antipasti„, die Spanier „Tapa“ und der Katalane deckt mit Ähnlichem gleich alles ab: Vorspeise, Beilage oder Hauptgericht. Es geht um wunderbar wohlschmeckendes Gemüse wie Paprika, Zucchini, Tomaten und Auberginen, das man im südlichen Frankreich wie überhaupt in mediterranen Gefilden in hervorragender Qualität bekommt. Und da ich selbst kürzlich im Paradies war, weiß ich wovon ich rede. Um den nordeuropäischen Touch als Gegenpol zu haben, wurde das Gericht kombiniert mit einer Kräuter-Creme-Fraiche, die ich mit den originalen Frankfurter Grie SosKräutern gemacht habe. Völkerverbindung eben.

meine "Escalivade de Legumes"

meine „Escalivade de Legumes“

Diesmal geht es nicht so schnell wie sonst oft, sondern man braucht Zeit und idealerweise gutes Wetter, denn wenn man das Gemüse vorgrillen möchte, ist der beste Ort dazu natürlich draußen. Und den besten Geschmack gibt einfach der Grill her. Ich habe diese Werkzeuge benutzt:

Gemüse auf Grill

Gemüse auf Grill

  • wie erwähnt Grill und Backofen
  • eine Grillzange
  • ein Glas oder eine kleine Schale
  • ein kleiner Mörser
  • eine Auflaufform
  • eine Schale oder Schüssel
  • ein Teller mit Küchenkrepp ausgelegt
  • Messer & Brett

Und das habe ich an Zutaten für die Escalivade genommen, wobei die Zutaten natürlich nach Gusto variabel sind:

  • eine gelbe Zucchini
  • zwei kleine Auberginen
  • zwei schöne feste San Marzano-Tomaten
  • eine rote Paprika
  • zwei rote Spitzpaprika
  • zwei Frühlingszwiebeln
  • zwei Knoblauchzehen
  • einige Zweige Thymian
  • 6 EL gutes Olivenöl, nicht zu scharf
  • 2 EL Vinaigre de Cidre (ideal: Vinaigre de Banyul)
  • Fleur de Sel

Grüne Soss-Kräuter-Creme-Fraiche-Dip:

vor dem Backen

vor dem Backen

  • 150 g fein gehackte Kräuter (Schnittlauch, Borretsch, Zitronenmelisse, Pimpinelle, Kerbel, Petersilie, Dill)
  • 250 g Creme Fraiche
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • Fleur de Sel

Und so habe ich’s gemacht: Für den Dip Knoblauch fein hacken und zusammen mit den restlichen Zutaten in die Schale geben, mit Salz abschmecen und kühl stellen. Und das am besten einige Stunden vor dem Essen, damit alles schön durchzieht.

Dann bereiten wir das Gemüse vor. Aus den Paprikas schneiden wir schöne Filets, Zucchini und Auberginen habe ich je einmal längs und quer halbiert und die Stücke dann längs gedrittelt, so das eine Art „Keil“ entsteht. Die Frühlingszwiebeln habe ich auf 2/3 eingekürzt und dann ebenfalls längs halbiert. Danach wurde der Grill angeworfen und alles recht scharf angebraten, denn das Gemüse muß nicht durch sein – es wird ja noch gebacken hinterher. Bei der Paprika sollte die Haut aber schwarze Blasen werfen, damit wir selbige abpiddeln können.

Das gebratene Gemüse in der Auflaufform drapieren, bei der Paprika, wie gesagt noch die Haut abziehen.Es gibt auch Rezepte, die das Vorgrillen nicht empfehlen, ich aber mag den Geschmnack gegrillten Gemüses, daher habe ich es vorgegrillt.

Für das Thymian-Öl den Knoblauch fein hacken und im Mörser mit ca. 2 EL Olivenöl mörsern und in die kleine Schale geben. Den Thymian zupfen und mit dem restlichen Olivenöl dazu geben, umrühren und beiseite stellen.

Die Tomaten in Scheiben schneiden und zum Gemüse in die Auflaufform geben. Alles mit etwa der Hälfte des Thymian-Öls beträufeln und dann für ca 45 Minuten bei etwa 100 Grad in den Backofen geben. Je nachdem, ob Ihr die Escalivade heiß, warm oder kalt essen wollt, entsprechende Abkühl-Zeit einplanen. Nach dem Backen wird das Gemüse zuerst mit dem Essig und dann mit dem restlichen Öl beträufelt. Zum servieren Escalivade auf den Tisch stellen oder auf Vorspeisentellern mit einem Löffel Dip arrangieren. Als Sättigungsbeilage passen wunderbar Rosmarin-Kartoffeln dazu.

Tarte Catalan: Tomaten-Tarte mit süßer Zwiebel und Ziegenkäse

Im Land wo die Tomaten nach Tomaten schmecken – dies könnte als ein Stück Erklärung herhalten, warum es das Paradies ist, wo ich mich derzeit befinde. Aber wer braucht schon diese sich gleichenden Zustände, wenn man diese knorrigen, voll prallem Geschmack steckenden echten Tomaten haben kann? Geht weg mit eurer Industrie-Ware! Als Hommage an die echte Tomate gibt es hier für heute: Tomaten-Tarte mit süßer Zwiebel Ziegenkäse.

Tarte mit echtem Chevre

Tarte mit echtem Chevre

Wir brauchen dazu:

  • eine flache Tarte-Form

    Cèbes - süße Cevennen-Zwiebeln

    Cèbes – süße Cevennen-Zwiebeln

  • Messer & Brett
  • eine Pfanne
  • zwei Schüsseln
  • ein Löffel
  • ein Stück Frischhaltefolie

Und das kommt rein:

  • 180g Mehl
  • 60g Entenschmalz
  • 60g Butter
  • Salz
  • ca. 100 ml Wasser
  • drei Cabecou (kleine Ziegenkäse aus dem Perigord, ca 30g)
  • zwei schöne reife Tomaten
  • eine süße Zwiebel aus den Cevennen („Cèbe“)
  • eine Knoblauchzehe
  • 6 schwarze Oliven
  • 1 EL Pinienkerne gehackt
  • 1 EL Kapern
  • 1 EL Petersilie gehackt
  • 2 x 2 EL Olivenöl plus ein bisschen für die Form
  • Oregano
  • Pepe e Sale

    DSC_0558

    vor dem Ofen

Aus Mehl, Butter, Entenschmalz, Salz und Wasser kneten wir einen Tarte-Teig. Dabei zuerst Mehl mit Fett vermischen und dann soviel Wasser hinzugeben, bis er geschmeidig wird. Dann wickeln wir ihn in die Folie und stellen ihn für mindestens eine Stunde kalt. Die Zwiebel in feine Stücke schneiden und mit der gehackten Knoblauchzehe in der Pfanne in 2 EL Olivenöl sanft für einige Minuten anbraten. Tomaten würfeln und in die zweite Schüssel mit Kapern, Petersilie und Pinienkernen geben. Die Zwiebelmasse dazu geben und alles mit einem Löffel durchmischen. Die Oliven entkernen und in Stücke reißen und ebenfalls dazu geben. Salzen, pfeffern und 2 EL Olivenöl untermischen. Nun den Teig in der Tarte-Form ausbreiten, so das ein dünner Boden mit ca 1 cm hohem Rand entsteht. Tarte-Form für ca. 10 Minuten im Ofen bei 180 Grad blind backen, wer hat beschwert den Teig mit Erbsen oder trockenen Bohnen. Dann die Form herausnehmen und den Belag gleichmäßig darauf verteilen und mit etwas Oregano bestreuen. Die Ziegenkäse ebenfalls darüber verteilen und das Ganze bei 220 Grad für etwa 20 Minuten im Ofen fertig backen. Dazu passt natürlich: Rose!