Griechisch-Rheinisch: Rübstiel mit Feta auf Quiche

Leute, es ist Rübstiel-Zeit! Anders als Spinat oder anderes Gemüse, bekommt man ihn wirklich nur jetzt und das nur für ein paar Wochen. Und dann geht der Arme in der ganzen Spargelei dann auch noch unter. Dabei ich sagte es bereits, ist das so ein tolles Gemüse! Rübstiel klassisch habe ich ja bereits in meinem Rezepte-Almanach verewigt. Aber da ich ja neben den wirklich klassischen Rezepten auch ein Faible für kulinarische Völkerverständigung habe, passt das hier perfekt ins Thema. Und bei diesem Rezept werden im Grunde sogar drei große, geschichtsträchtige europäische Nationen vereint:

Griechenland, Frankreich und das Rheinland !! Wenn das kein Grund zum Essen ist….

Um das oben abgebildete Produkt herstellen zu können, brauchst du:

  • eine Quiche- oder Spring-Form
  • eine Pfanne
  • ein Holzrührlöffel
  • Messer & Brett

Um das oben abgebildete Produkt kochen zu können, brauchst du:

  • ca. 600g Rübstiel
  • eine Zwiebel
  • eine Knoblauchzehe
  • 100g Creme Fraiche
  • 1 Ei
  • 150g Feta
  • Quicheteig (170g Mehl, 1 Ei, 75g Butter, etwas Salz)
  • 50g Butter + etwas Butter für die Form
  • 0,1l trockener Weißwein
  • 2 EL Mehl
  • Pepe e Sale

Zuallererst machen wir den Teig (Anleitung hinter dem Link oben) und legen den abgedeckt für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank. Den Rübstiel waschen und anschließend die Blätter in 1-2cm lange Stücke schneiden, aber bitte nicht durchmischen! Zwiebel und Knoblauch würfeln und in der Butter in der Pfanne 2-3 Minuten dünsten. Danach geben wir in 3 Schritten mit jeweils 1-2 Minuten Pause dazwischen den Rübstiel dazu; zunächst die unteren , mehr weißen und harten Teile, dann die Mitte und am Ende das obere Blattgrün, das ist ganz schnell angedünstet. Wenn der Rübstiel komplett in der Pfanne ist, löschen wir das Ganze mit dem Weißwein ab, fügen das Mehl hinzu und mischen alles gut durch. Das Gemüse in der Pfanne abkühlen lassen. Es sollte eine recht sämige Masse sein.

Den Teig aus dem Kühlschrank holen. Die Form einbuttern und den Teig mit den Händen darin verteilen, wichtig ist, das wir einen ca. 4-5 cm hohen Rand hinbekommen.

Dem Gemüse in der Pfanne fügen wir Creme Fraiche und das Ei hinzu und mischen das Ganze gut durch. Danach etwa die Hälfte der Gemüse-Masse auf dem Teig gleichmäßig verteilen. Die Hälfte des Fetas zerbröseln und auf dem Rübstiel verteilen, danach den Rest der Rübstielmasse aus der Pfanne verteilen und wiederum mit Fetabröseln abdecken.

Die Quiche anschließend für etwa 30 Minuten bei 170° in den Ofen geben, am Ende kann man noch kurz den Grill einschalten, damit der Feta eine schöne braune Färbung bekommt.

Dohzo drenke mer ene frische Wiesse Wing. Ich hatte einen Kidonitsa; Kidonitsa ist eine griechische Rebsorte aus Lakonien, einer Region auf dem südwestlichen Peloponnes. Der Wein schmeckt angenehm frisch nach Zitrusfrüchten und grünen Birnen. Der Wein hat eine eher zurückhaltende Säure, was gut zum leicht sauren Geschmack von Rübstiel und Feta passt. Es tut aber auch ein Riesling oder ein frischer Franzose!

 

 

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Grie Soß Kräuter-Risotto mit Grie Spargel

Die Schwaben und Italiener haben ja eine sehr offensichtliche kulinarische Verbindung – Pasta und Spätzle oder Maultaschen und Ravioli schwadronieren im Gaisburger Marsch einträchtig im Einklang. Aber Hessen und Italiener? Da ist meines Wissens seit Maurizo Gaudino für die Eintracht aus Frankfurt gekickt hat keine Verbindung zu finden. Aber diese kulinarische Lücke konnte ich vergangenes Wochenende füllen – und das ging so. Übrigens ganz ohne abhasbele allminanner.

An Zaigk:

  • eine Pfanne
  • ein kleiner Topf
  • unser Messer & ein großes Brett
  • ein Spargelschäler
  • eine Parmesanreibe
  • ein Holzlöffel zum Rühren

An Zudaahde:

  • 1 1/2 handvoll Risotto Reis, wer mag + 1/4 handvoll roter Camargue Reis
  • 1/2 Bund Kräuter für Grie Soß (Grüne Sauce, gibt es auf oft dem Markt)
  • 1/2l Rinderbrühe
  • 1/2 Bund grüner Spargel, sehr dünn wenn möglich
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1/4l trockener Weißwein
  • 4 EL Olivenöl
  • 50g Butter
  • 2 x 50g Parmesan

Die Kräuter fein hacken und erst mal beiseite stellen. Die Frühlingszwiebeln und den Knoblauch ebenfalls fein hacken, den Spargel – wenn nötig – schälen. Im Topf die Brühe heiß machen und die Pfanne aufstellen. Darin ganz risotto-klassisch Zwiebeln und Knoblauch einige Minuten in Olivenöl und Butter bei schwacher Hitze anschwitzen (nicht bräunen!). Nach einigen Minuten den Reis dazu geben und ebenfalls ein paar Minuten unter rühren anschwitzen, danach das Ganze mit dem Weißwein ablöschen. Nun machen wir, wie man halt Risotto macht, immer etwas Brühe hinzugeben und rühren, rühren, rühren….

Wenn wir denken „in 5 Minuten ist der Reis fertig“, mischen wir den Spargel und die Kräuter unter den Reis und machen dann weiter im Takt: „BrüherührenBrüherühren, ….“ Am Ende geben wir 50g gehobelten Parmesan dazu, lassen den Risotto einige Minuten reifen (ruhen) damit sich ein schöner Brambes entwickelt. Auf Tellern servieren und ordentlich frisch geriebenen Parmesan drüber reiben – und alleweil ånnermorrt net bedubben … Ean Goude!

Ach – dazu trinken wir Äbbelwoi 😉

ganz brave griechische Spaghetti mit Wildspargel

Eigentlich ist Griechenland ja nicht das klassische Pasta-Land, das machen die itaglenischen Nachbarn gegenüber. Aber da wir neulich in Griechenland und nicht in Italienerland waren und es eben dort den wilden Spargel gab, muss ich dieses Gericht den Griechen zuordnen. Und angefangen hat es damit, dass wir auf der messinischen Halbinsel des Peloponnes unterwegs waren und es an den Ständen am Straßenrand nicht nur herrlichste Orangen, frische Erdbeeren und frischestes Gemüse von Tomate bis Paprika gab, sondern eben auch überall bundweise frischen Wildspargel. „Hoffentlich musst du den nicht noch Schälen„, meinte meine kluge Frau, aber den Spargel musste ich natürlich kaufen (der wird übrigens nicht geschält). Wilder Spargel wird am Mittelmeer im Frühling wie der Name sagt wild gesammelt, ist länger als unser Spargel aber dafür wesentlich dünner und schmeckt wie guter grüner Spargel und ein bisschen bitter. Und dann gab es schlussendlich auch Kefalotyri, das ist ein würziger griechischer Hartkäse, statt dem klassischen Parmesan obendrauf.

Δεν υπάρχει ανάγκη για λέβητες:

  • Μαχαίρι & σκάφους (Messer & Brett)
  • ένα σουρωτήρι (ein Küchensieb)
  • ένα ταψί (eine Pfanne)
  • ένα ποτ σπαγγέτι (ein Spaghetti-Topf)
  • ένα τρίφτη τυριού (eine Käsereibe)

Απαιτείται μια αναπηρία:

  • 1 Bund Wildspargel
  • 200g Spaghetti
  • 1 frische rote griechische Zwiebel
  • 5 Zehen Knoblauch
  • 8-10 grüne Oliven
  • 0,2l Kalamata-Olivenöl
  • 150g Kefalotyri (oder anderen Hartkäse)
  • 0,1l Weißwein
  • Pfeffer & Salz

Und so legen wir los: Das untere Drittel des Spargels abschneiden, die oberen Teile dann in 4-5 cm große Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Würfel schneiden, den Knoblauch ebenfalls schälen und fein hacken. Die Oliven entkernen und in grobe Stücke zerpflücken und alles bereit legen. Die Pfanne aufstellen und die Spargelstücke hinzu geben. Den Spargel darin für etwa 4-5 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten, dann Zwiebeln, Knoblauch und Oliven dazu geben und dann mit dem Weißwein ablöschen und den Wein einreduzieren.

Währenddessen die Spaghetti im Topf in gut gesalzenem Wasser gar Kochen.

Sobald die Spaghetti fertig sind, diese im Sieb abseihen und mit dem restlichen Öl in die Pfanne zum Spargel geben, untermischen und alles mit Salz und Pfeffer würzen: Ready-to-serve.  Servieren mit dem Käse und einem trockenen, fruchtigen, griechischen Weißwein, wir hatten einen Mova vom Peloponnes.

καλή όρεξη !

 

 

Willkommen bei den Ch’tis oder „Waterzooi, ausgerechnet Waterzooi“. Mit Marouilles

„… trauriges Essen in trauriger Terrine„. So nennt es Stellartoix in Asterix bei den Belgiern, als seine Frau Kantine ihm eröffnet, das das letzte Essen vor der großen Schlacht auf Wunsch der Menapier Waterzooi sein wird. Stellartoix ist übrigens der Belgier, der im Heft ganz nebenbei die Pommes erfindet. Aber zurück zum Waterzooi – bringt man etwas Farbe hinein, so wird aus der vermeintlich traurigen Terrine durchaus ein wirklich leckerer Happen. Vor allem, wenn man es mit Marouilles, dem Käse des Pas de Calais kreuzt, wird ein Ch’ti-Flämischer Hochgenuß daraus. Da der flämische Teil Belgiens auch direkt an das Pas de Calais Frankreichs grenzt und dieser Teil durchaus auch flämische Wurzeln hat, passt das alles sogar ziemlich gut zusammen. Ch’ti kommt übrigens vom gleichgenannten Dialekt und die herzlichen Menschen des Pas de Calais werden herrlich im Film „Willkommen bei den Ch’tis“ parodiert. Passt doch alles zusammen, oder? Prost Tschipfel**.

Wir brauchen dieses Werktscheug, Blödbommel:

  • ein Sälmeschscher
  • Meschscher un Brett
  • eine Smor-Pfonne
  • ein Eschlöffel
  • einen Grill (oder noch eine Pfonne)
  • eine Oufloufform

Schötemi, un diesche Tschutaten:

  • 1 Bio-Hühnerbruscht
  • wer mag ein S-tück Kaschschler
  • 400g feschtkochende Kartoffeln
  • 300g bunte Karotten (gelb, rot, oronge)
  • 300g Louch
  • 1 Tschehe Knoblauch
  • ein Kräuter-s-träuschschien be-s-tehend ausch:
    • 3 Lorbeerblättern
    • ein paar Schtengel glatte Petersilie
    • 1 Tschweig Roschmorin
    • 3-4 Tswchweige Thymion
  • 3-4 EL Öl
  • 2 EL Mehl
  • 0.1l Schahne
  • 0.1l Weischschwein
  • 0.4 l Hühnerbrühe
  • Pfeffer un Schalz

Un losch geht’sch.Tschuerscht snibbeln wir dasch Gemüsche – ach. Ich lass es. Also, das Gemüse, Knoblauch und die Kartoffeln waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden.

Dabei die grünen zarteren Lauchteile separat zur Seite legen. Die Kräuter – falls noch nicht geschehen – zusammenbinden. Die Hühnerbrust ebenfalls in große Stücke schneiden (aus einer Brust ca. 4-6 Stücke), wer Kassler hat, schneidet das auch. Das Fleisch auf dem Grill anbraten, mit dem Mehl bestäuben und erstmal beiseite stellen.

Das Öl in der Pfanne auf mittlerer Stufe erwärmen und das Gemüse ohne die grünen Lauchteile und die Kartoffeln anbraten. Nach etwa 5 Minuten den Kräuterbund und den Knoblauch dazu geben und das Ganze mit Wein und Hühnerbrühe ablöschen. Das Kartoffel-Gemüse-Gemisch für etwa 15 Minuten im Sud gar kochen, anschließend Sahne, den restlichen (grünen) Lauch und das Fleisch hinzugeben und für weitere 2-3 Minuten köcheln lassen.

Das ganze – und jetzt weichen wir vom Original-Rezept ab – in die Auflaufform füllen, den Marouilles in Scheiben schneiden und oben drauf legen (wer keinen Marouilles hat, es tut auch anderer Rotschimmel-Rinde Käse, gerne auch kräftig!). Das Ganze kommt jetzt für etwa 15 Minuten in den Ofen und wird danach natürlich – ganz Nordfranzösisch – mit einem Ch’ti Bier getrunken. Wer jetzt nicht die Gelegenheit hatte, dieses aus der Region direkt mitzubringen, sucht seinen lokalen Craft-Beer Dealer auf oder trinkt ein kühles Pilsken dazu. Proscht!

** Ch’ti Überschettschung frei nach diescher Scheite

Kondosouvli – der große Bruder des Souvlaki

Der große Bruder kann ja gerne auch als Altersangabe gemeint sein, aber wer heraus zu finden versucht, welcher dieser beiden Klassiker der griechischen Küche nun der Ältere ist, wird vermutlich den Göttervater Zeus oder Demeter, den Gott der Fruchtbarkeit persönlich fragen müssen. Es geht hier um die schlichte Größe, die ja an der ein oder anderen Stelle auch eine Rolle spielen soll… Eines ist jedenfalls sicher, das Gericht kommt dem in der griechischen Mythologie als Götterspeise bekannten Ambrosia mit Sicherheit recht nahe, auch wenn kein Mensch bis heute weiß, was Ambrosia eigentlich ist. Mit Ruhe und Freude zubereitet, kann der Kondosouvli aber durchaus den Aufstieg in den Olymp des gehobenen Geschmacks bedeuten, auch wenn die griechische Landküche sicher selber keinen Anspruch hat eine Haute Cuisine zu sein, sondern erstmal auch einfach dazu dient, satt zu machen.

Der Küchengott benötigt:

  • einen großen Grillspieß, idealerweise mit Grill (Gas oder Holzkohle, geht beides)
  • eine große Schüssel (zum einlegen des Fleisches)
  • Messer & Brett
  • Ein Löffel (o.ä.) zum Rühren
  • wer keine andere Lösung hat, eine Schraubzwinge (dazu unten mehr)

Der Küchengott verbraucht:

  • ca. 800g Schweinenacken vom Bio-Schwein
  • 2 Zitronen
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 0.2l Olivenöl
  • 2 TL Origano
  • πιπέρι και αλάτι (Pepe e Sale)

Dazu Beilagen nach Bedarf, in jedem Fall Tsatsiki, gerne auch Weißkohlsalat und Zeitronenkartoffeln und was uns sonst so einfällt.

Darüber, wie ich den großen Spieß denn nun grillen kann, habe ich eine Weile nachgedacht. Erst kam die Überlegung, mittels Akkuschrauber, Gummiband und einen großen Schwungrad für permanente Drehung zu sorgen, aber ich habe dann einfach überlegt, dass eine Teildrehung alle paar Minuten bei einer Grilldauer von mindestens 2 Stunden einen ähnlichen Effekt haben wird. Dumm ist nur, dass sich der bepackte Spieß natürlich immer mit derselben Seite nach unten dreht, einfach der Schwerkraft folgend. Die habe ich dann mit einer einfachen Schraubzwinge und einer auf dem Griff des Spießes angebrachten Markierung außer Kraft gesetzt. Eine unkonventionelle Lösung wie man im Bild links erkennt, die aber super funktioniert hat.

Da mein Grill auch keine Halte-Vorrichtung für den Spieß hat, habe ich denselben erst auf einer Seite durch die Lüftungsschlitze des Deckels geschoben, dann das Fleisch drauf gesteckt und dann an der anderen Seite des Deckels wieder heraus gesteckt. Damit konnte ich den Spieß auch recht weit hinten positionieren, also ohne das die Flammen direkt darunter waren, was wichtig ist (außer man will Holzkohle selber machen).

Aber fangen wir doch vorne an. Ich habe das Stück Fleisch zunächst längs halbiert und dann in Würfel mit 6-8 cm Kantenlänge geschnitten. Die Stücke müssen recht groß sein, sonst wird es eben eher Souvlaki und kein Kondosouvli. Wichtig ist, dass wir das Fett schön dran lassen! In der Schüssel habe ich eine Marinade aus gehackten Knoblauch, Saft von 2 Zitronen, Olivenöl, Salz und Oregano gerührt. Da hinein legen wir das Fleisch dann, idealerweise für bis zu 24 Stunden bei Lagerung an einem kühlen Ort. Man sollte ab und an mal durchmischen, damit das Fleisch recht gleichmäßig in der Marinade liegt.

Den Rest habe ich eigentlich oben schon beschrieben. Also das Fleisch auf den Spieß stecken, den Grill nicht zu heiß machen und das Fleisch für insgesamt ca. 2 Stunden grillen, dabei alle 4-6 Minuten um eine Viertel oder Drittel-Drehung weiter drehen (oder wer mag, dreht die ganze Zeit). Das Fett wird so gelöst und macht das Fleisch sehr saftig, allerdings läuft auch jede Menge davon unten raus, den Grill müsst Ihr danach in jedem Fall sauber machen.

Ich habe mich dann in den Drehpausen den Beilagen gewidmet, die auch klassisch griechisch sein sollten. Neben den oben erwähnten Klassikern gab es noch einen Rote-Beete Salat dazu und mein Weißkohlsalat habe ich diesmal aus rotem Spitzkohl gemacht. Den gab’s letztens beim Bio-Bauer.

Wenn das Fleisch nach 2-2.5 Stunden fertig ist, zieht man es vom Spieß, schneidet es in gröbere Stücke (oder wer noch dickere Brocken hat, kann auch eine Art Gyros herunter schneiden) und serviert es. Ich habe diesmal tatsächlich einen Weißwein dazu genommen. Ich hatte bei meinem Lieblingsfranzosen einen Chardonnay aus der Provence von Château Régusse, der ein wenig im Holzfass gelagert wurde. Es ist ein frischer, aber doch bodenständiger Weißwein, der sehr gut mit den starken Aromen des Fleisches klar kommt.

Ki-Ka-Kürbis Ravioli im Frühlings-Herbst in Salbeibutter

Ja, Kürbisse sieht man aller Orten und zum Glück werden die mittlerweile auch in klein angeboten, dass man auch nur 400-500g schwere Kürbisse kaufen kann und damit genau eine Sache kocht und nicht noch Kürbis-Stücke für 4 oder 5 Gerichte herumliegen hat. Es ist schon schwer genug sich andauernd Gerichte für hart gewordenes Brot auszudenken (Obwohl, Kürbis mit altem Brot zu kombinieren wäre ja mal was…). Nun habe ich also den Kürbis in die Raviolis verpackt und mit Butter übergossen – die Idee ist allerdings geklaut, das hatte ich letzte Woche auf einer Geschäftsreise bei einem Italiener in Potsdam als Segundo bestellt. Hier also meine Version:

Abbiamo bisogno dei seguenti utensili da cucina

  • eine Nudelmaschine
  • eine Schüssel
  • einen Servierring (8cm)
  • einen Küchenpinsel und eine kleine Tasse
  • einen kleinen und einen großen Topf
  • eine kleine Pfanne
  • unseren Pürierstab
  • ein Schälmesser
  • ein kleiner Löffel
  • ein Küchensieb
  • Messer & Brett

Abbiamo bisogno di ingredienti

  • 50g Pasta Mehl „00“ + Mehl zum Bestäuben der Arbeitsplatte
  • 25g Hartweizengries
  • 1 Ei + 1 Eigelb
  • 200g Kürbis „Hokkaido“
  • 4 EL Sahne
  • frisch geriebene Muskatnuss
  • einige Fäden Safran
  • 25g + 100g Butter
  • 2 EL Olivenöl
  • 0.1l Weißwein
  • 8-10 Salbeiblätter
  • 1 kleine Knoblauchzehe
  • 1 TL Zitronensaft
  • Pepe e Sale

Andiamo. Aus Pastamehl, Ei und Hartweizengries kneten wir einen Pasta-Teig und lassen den in der Schüssel für mindestens eine Stunde ruhen. Wenn der zu Teig fest ist, etwas Wasser hinzufügen. Nun den Kürbis schälen und klein schneiden und in Olivenöl vorsichtig köcheln, Sahne, 25g Butter, Weißwein, Safran und frische Muskatnuss hinzufügen und ohne Deckel für ca. 25 Minuten kochen und immer mal wieder rühren. Danach die Kürbisstücke mit dem Pürierstab zu einer feinen Masse pürieren, mit Pfeffer und Salz abschmecken und abkühlen lassen.

Den Teig mit der Nudelmaschine immer feiner zu Nudelplatten bis zur feinsten Stufe walzen. Die Platten auf eine bemehlte Arbeitsplatte legen und mit dem Servierring Kreise ausstechen. Mit einem kleinen Löffel jeweils eine Teelöffel-große Menge der Kürbiscreme in die Mitte eines jeden Pasta-Rondells geben und die Hälfte der Platte am Rand mit Eigelb bestreichen (s. Bild rechts). Den nicht mit Eigelb bestrichenen Plattenteil über die Kürbismasse stülpen und auf der be-eigelbten Seite vorsichtig andrücken, so das kleine Halbmonde entstehen.

Aus der oben angegebenen Menge erhalten wir ca. 35 Raviolis, das reicht für 4-6 als Vorspeise oder für 2-3 als Hauptspeise. Also nehmt euch ein Bierchen, gute Musik und etwas Zeit.

In der Pfanne 100g Butter und 2/3 der in feine Streifen geschnittenen Salbeiblätter vorsichtig erwärmen, Knoblauch zerdrücken, fein hacken und mit dem Zitronensaft hinzufügen. Das Ganze vorsichtig mit Salz und Pfeffer abschmecken und vom Herd nehmen.

Im großen Top die Ravioli in siedendem Wasser für ca. 2 Minuten kurz gar ziehen und im Sieb abschütten. Ravioli in die Pfanne mit der Salbeibutter geben und auf tiefe Teller verteilen, wer mag garniert noch mit ein oder zwei Salbeiblättern.

Ich habe dazu einen „Hörner“ Sauvignon Blanc aus der Pfalz serviert, eigentlich für mich ja die klassische Loire-Weißwein-Traube und die Sauvignons aus der Pfalz schmecken für mich auch komplett anders, aber durchaus sehr fein und zu diesem Gericht extrem gut passend.

Statt Halloween: Kürbis-Tomaten-Tartelette mit Feta

Schon bemerkt? Es ist Herbst. Ich habe keine Ahnung, wie uns das schon wieder passieren konnte, aber man kann es leider nicht mehr anders bezeichnen. Winterzeit, Kälte und seit neuestem regnet es auch wieder. Allergrößte Kürbis-Zeit also und um zu zeigen, das man nicht nur Suppe und Halloween-Laternen draus machen kann, hier ein kleines, schnelles Rezeptchen für eine kleine, fast schnelle Vorspeise. Fertig machen und dann zur besten Halloween-Klingel Zeit essen. An die Tür bringt Ihr ein Schild mit dieser Aufschrift an: „kommt St. Martin wieder“ und Ihr habt weitestgehend Ruhe vor den den der Süssigkeiten-Lobby auf den Leim gegangenen Schnorrern (Kein Ire würde jemals Plastik-Kürbisse kaufen, sich in billigste, von chinesischen Kinderhänden produzierte, Klamotten kleiden und Leute bedrohend von Haus zu Haus ziehen. Das machen nur Amis.).

Küchen-Verkleidung

  • 3 Servierringe
  • Sparschäler
  • Messer & Brett
  • 1 Backblech samt Backpapier

Für drei (H)eilige:

  • ein kleiner Kürbis (ca. 250g Fruchtfleisch)
  • 2-3 leckere Tomaten
  • 1 Knoblauchzehe
  • 150g Feta
  • Olivenöl
  • etwas Oregano und/oder Thymian
  • 1/2 TL Zucker
  • etwa dieselbe Menge Fleur de Sel

Den Kürbis halbieren, ausnehmen und schälen, auch wenn man beim Hokaido sagt, die Schale kann man mitessen, ich mag’s lieber ohne. Den Kürbis in Würfel von max. 1cm Kantenlänge schneiden. Die Servierringe auf dem Backblech aufstellen und Kürbis darin verteilen, leicht salzen, mit etwas Olivenöl beträufeln und für ca. 12 Minuten bei 160° im Ofen vorgaren.

Währenddessen die Tomaten schälen und ebenfalls würfeln. Den Knoblauch schälen und in sehr kleine Würfelchen schneiden (Kantenlänge max. 1mm). Wer hat, vermengt die Tomaten und Knoblauch mit etwas frischem Thymian, dazu kommt eine Prise Zucker und etwas Fleur de Sel. Den Feta ebenfalls würfeln und beiseite stellen. Es klingelt das erste mal. Tief Luft holen, zur Tür gehen und schweigend auf das Schild verweisen. Tür zumachen und erstmal einen Schluck trinken.

Das Backblech aus dem Ofen holen, auf dem Kürbis je eine Schicht Tomatenwürfel und eine Schicht Feta verteilen. Oben drauf etwas getrockneten Oregano bestreuen und nochmal mit etwas Olivenöl beträufeln.

Das Ganze kommt jetzt nochmal für dieselbe Zeit in den Ofen, am Ende kann man dem Feta mit 1-2 Minuten kräftiger Oberhitze noch etwas Bräune verpassen. Danach die Teller neben dem Backblech positionieren und je einen Servierring mit etwas Schwung auf den Teller ziehen und erst dann vorsichtig nach oben abziehen. Wer klug ist, nimmt Handschuhe dazu. Das nächste klingeln komplett ignorieren, eine Flasche Muscat Sec aufmachen (oder einen anderen, nicht zu trockenen Weißen). Schade eigentlich, dass es unsere letzte Flasche von diesem Göttergetränk war… Kurzum: Genießt das Essen und die Schadenfreude darüber, dass sich die, die jetzt billigst-Klamotten zu tragen sich auferlegt haben, den Arsch abfrieren!