Die Straße gehört uns (allen) – holen wir sie uns zurück! Mit dabei: das Sonnenfrühstück

Obwohl nicht Mitglied im ADFC, aber mich hat das kürzlich herausgegebene Motto die Straße zurück erobern tatsächlich zum Nachdenken gebracht. Denken wir mal darüber nach, wieviel Raum in unserer Umgebung (ich wohne in der Stadt), tatsächlich von Straßen eingenommen werden, stellt man sich wirklich ernsthaft die Frage, ob wir diesen ganzen Raum wirklich komplett den Autos (und Motorrädern) überlassen wollen?
Okay, vermutlich kennen wir fast alle solche Straßenfeste, wo einmal im Jahr dann eine Seitenstraße abgesperrt wird, aber das war es dann auch meist. Damit einher geht das Thema, wieviel wir eigentlich mit unseren Mitmenschen kommunizieren, falls man diesen denn überhaupt mal begegnet….? Aber ich kann alle beruhigen, die Lösung gibt’s bei OBI, bei Bauhaus oder etwas neutraler, im Baumarkt eures Vertrauens.

Wir wohnen wirklich schön in unserem beschaulichen ehemaligen Bundesdorf Bonn. Ich schätze es zudem, das wir keinen Platz mit sowas Unnötigem wie einem Vorgarten verschwenden (am Ende müsste man da ja auch noch Beet- oder Rasenpflege betreiben). Aber es gibt dennoch ein Problem bei einem Haus, das recht deutlich vorne nach nordost und gartenseitig nach südwest ausgerichtet ist: Die Morgensonne – die gibt es auf unserer Terrasse nämlich nicht und damit fällt dann das Draußen-Frühstück in der Sonne regelmäßig aus, denn die Sonne scheint nur vorne. Abhilfe könnte da tatsächlich der Vorgarten schaffen, aber den gibt es ja wie gesagt nunmal nicht. Kombiniert man aber jetzt das Motto Straße zurück erobern  mit mehr Kommunikation mit den Mitmenschen pflegen und mit dem (nicht-existenten) Vorgarten, dann wird langsam ein Schuh draus. Was fehlt ist das Grün, aber das gibt es als Rasenteppich zum Glück in jedem Baumarkt.

Also, 4×2 m davon in einfacher Qualität kosten übersichtliche ~15 Euronen. Dann noch das Auto weggeparkt, Teppich ausgerollt, Tischchen drauf und schon steht der Raum für das Wochenend-Sonnenfrühstück. Die neugierigen Nachbarn kommen dann von ganz alleine…. 😉

rot-grün in der Salatschale: „Rucola Beete Salat“

Nein, ich lasse hier nicht meine politischen Präferenz für die anstehende Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen heraus, aber irgendwie passt das Thema „rot-grün“ ganz gut zu der kleinen Salat-Leckerei, die ich letzte Woche zum zart-zerfallenden Iberco-Schwein als Beilage gemacht hatte. Persönlich liebe ich Rote Beete; die gibt es fast immer, sie kosten fast nix und der erdig-schlammige Geschmack läßt sich wunderbar mit anderen Geschmacksnoten kombinieren, sei es als Thymian-Feta-Carpaccio, mit Linsen oder auch als Caprese. Und jetzt also noch der gelungene Versuch mit Rucola – aber schmeckt selbst:

Gartengeräte:

  • ein Kochtopf
  • ein Sparschäler
  • Messer & Brett
  • eine Salatschale

Gartenfrüchte:

  • eine Rote Beete
  • eine handvoll Rucola
  • 3-4 EL Olivenöl
  • 2 EL Zitronensaft
  • Pepe e Sale

Die Rote Beete im Topf zu ca. 2/3 mit Wasser bedeckt weich kochen, das dauert etwa 25 Minuten. Danach das Beetchen unter kaltem Wasser abschrecken und mit dem Sparschäler unter fließendem Wasser schälen. Das mit dem Wasser mache ich übrigens, damit meine Finger dabei nicht total rot werden. Wenn jemand aber eine bessere Methoden kennt, immer her damit ;-).

Die Rote Beete in Würfel oder Scheiben schneiden, den Rucola waschen und die Blätter quer in Stücke schneiden. Alles zusammen in der Salatschale mit Zitronensaft und Olivenöl mischen und mit Fleur de Sel und etwas Pfeffer abschmecken. Gerade die Zitrone gibt der Roten Beete eine tolle Frische, dazu kommt die leichte Schärfe des Rucola. Schmeckt toll als Salat, als Vorspeise oder als Salat-Beilage.

Diesmal kommt die Pizza in die Pasta, nicht der Salat: Pasta mit Rucola, Salsiccia und Gorgonzola

Mit Pasta kann man ja bekanntlich quasi alles machen. Und nachdem ich das letzte mal den Salat aus Zeitgründen einfach in die Pasta zu InsalPasta integriert habe, habe ich das diese Woche mit der Pizza oder besser dem Pizzabelag gemacht. Diesmal allerdings weniger aus Zeitgründen, sondern mehr aus der Überlegung heraus, das die auf einer Pizza großartige Kombination aus Rucola, Salsiccia und Blauschimmel auch als Pasta groß schmecken müsste. Nach dem Experiment kann ich sagen, sehr großartig.

Nicht weit von meinem Büro entfernt ist die kleine Pizzabude „Da SaSà„, betrieben von einem waschechten Neapolitaner. Ich mag seine Aussage, das er die Bude dann schließt, wenn für den Tag kein Pizzateig mehr da ist – weil die Pizza so nicht seinen Qualitätsansprüchen gerecht werden wird. Gerade jetzt wenn es schön warm ist, gehe ich mindesten einmal die Woche dort hin und erfreue mich an echter neapolitanischer Holzofen-Pizza. Und desöftern eben auch an der Kombination aus Rucola, Salsiccia und Gorgonzola. Und jetzt also auch als Pasta.

Aus den Küchenschränken suchen wir zusammen:

  • (optinal unsere Nudelmaccina)
  • ein großer Topf
  • eine mittlere Pfanne
  • einen Holzlöffel zum Rühren
  • ein kleines Sieb oder Durchschlag
  • Messer & Brett

Aus dem Kühlschrank holen wir:

  • 200g Tagliatelle (frisch selbst gekurbelt oder gekauft)
  • 1 Handvoll Rucola
  • 2 Salsiccia-würste (ca. 150g)
  • 100g Gorgonzola oder anderer Blauschimmelkäse
  • 200ml passierte Tomaten
  • 5-7 EL Olivenöl
  • 2 Knoblauchzehen
  • ein Spritzer Zitronensaft (oder Essig)
  • 1/2 TL Origano
  • 1 TL Zucker
  • Pepe e Sale

Die Pfanne ohne Öl auf den Herd stellen. Salsiccia in Scheiben schneiden und einige Minuten bei mittlerer Hitze in der Pfanne anbraten, dann im Durchschlag samt dem ausgetretenen Fett abtropfen lassen. Jetzt den in feine Scheibchen geschnittenen Knoblauch vorsichtig in Olivenöl in derselben Pfanne 2-3 Minuten anschwitzen, aufpassen, das der Knoblauch nicht braun wird (braun ist bekanntlich bitter – in jeder Hinsicht). Die passierten Tomaten (oder 3-4 Frische gewürfelt) mit Zucker, Origano und einem Spritzer Zitronensaft in die Pfanne geben. Das Ganze unter latentem Rühren einige Minuten einköcheln lassen. Währenddessen die Tagliatelle in ordentlich gesalzenem Wasser an den Zahn kochen (und ja, wenn es selbst gemachte gewesen wären, dann kochen wir die natürlich später, denn selbst gekrubelte Tagliatelle brauchen nur 1 Minute).

Kurz bevor die Nudeln fertig sind, Salsiccia-Scheiben zur Tomatensauce geben und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Die Nudeln abtropfen und die Pfanne vom Herd nehmen. Zum Sugo in der Pfanne geben wir nun noch den grob gewürfelten Käse und den Rucola und vermischen das Ganze mit den kurz abgetropften Nudeln. Sofort servieren – fertig.

Und da es ein Mittagessen war, gibt es auch keinen Wein dazu.

Die zarteste Versuchung, seit es Iberico-Schwein gibt: Ewigkeiten gegartes Chuleta de Ibérico

Also, wenn das kein Slowfood ist, dann weiß ich es auch nicht. Satte vier (4!!!) Stunden habe ich das Schweine-Karree vom Ibérico Schwein auf dem Grill gegart. Am Ende bleibt festzustellen, das jede sich einzelne Minute wirklich gelohnt hat. Wichtig ist, das man wirklich ein gutes Stück Fleisch auswählt und zwar eins das schön marmoriert ist und auch sonst durchaus etwas Fett hat. Nur dann bleibt das Fleisch auch so saftig und wird nicht trocken. Die Zubereitung ist eigentlich völlig unspektakulär und kann quasi nebenbei erledigt werden. Außerdem ist sie ehrlich gesagt stark angelehnt an meine Rippchen.

Ein Wunder das das noch zusammen hält, weil zarter als jeder Babypopo!

Dreckig wie Sau wird:

  • zwei Stücke Alufolie (jeweils ca. 0.5m)
  • unser Gasgrill samt Grillzange
  • ein Löffel
  • Messer & Brett

Vier Stunden gegrillt wird:

  • ein Schweine Karree (Ibérico, Bio oder andere Top-Qualität)
  • 6-7 Zehen Knoblauch
  • einige Zweige Petersilie (oder andere Kräuter, je nach Geschmack)
  • 1 TL gemahlener roter Paprika
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 3-4 EL Olivenöl
  • Fleur de Sel

Das Fleisch mit 1-2 EL Olivenöl rundherum einreiben und von allen Seiten 3-4 Minuten auf dem Gasgrill scharf anbraten. In der Zwischenzeit Knoblauch schälen und grob hacken. Auf einem Bogen Alufolie Knoblauch, Paprikapulver, Kreuzkümmel und das restliche Olivenöl vermischen, das Fleisch darauf legen und Würzmasse mit dem Löffel auf beiden Seiten des Fleischs verteilen. Anschließend das Fleisch spack in die Alufolie einschlagen. Von der anderen, also der Seite, wo der erste bogen die Öffnung hat, mit dem 2. Bogen Alufolie so einpacken, das das Innere quasi dicht ist. Den Grill so einstellen, das das Fleisch auf der passiven Hitzeseite liegt, den Deckel zumachen und die Folgenden Stunden einfach nur darauf achten, das die Temperatur im Innern des Grills zwischen 170°-200° liegt.

Das geht mit Sicherheit auch im Ofen bei Umluft, nicht jeder hat so einen Grill, mit Kohle wird es vermutlich schwer, die Hitze über so einen langen Zeitraum zu halten. Ich habe das Fleisch etwa jede Stunde einmal gewendet, mehr gab’s nicht zu tun.

Fällt vom Angucken auseinander….

Satte vier Stunden später das Fleisch vom Grill holen, von der Alufolie befreien, einige Minuten ruhen lassen und vor dem Servieren leicht mit Fleur de Sel salzen. Für das Servieren braucht Ihr kein Messer, ein Löffel reicht. Das Fett hat sich jetzt perfekt im Fleisch verteilt, das Fleisch selber ist sowas von zart und sowas von saftig und schmeckt dezent nach der Marinade. Dazu kann man einige Tapas servieren oder Kartoffeln oder was auch immer.

Dazu passt je nach Gusto tatsächlich ein Roter oder auch ein Weisser mit nicht zu viel Säure. Ich habe einen spanischen Weißwein, den Miquel Oliver Son Calo, Vino Blanco 2016 gewählt.

Verlieren wir den Kontakt zu unserem Essen? Was Am**on-Fresh & Co anrichten könn-t-en (und vermutlich auch wollen)

bald nur noch per Express-Lieferung: Frische Melone

(!Achtung! Der Artikel enthält einiges an gepfefferter eigener Meinung!) Jetzt muß ich ja doch mal meine Meinung kundtun. Der auslösende Grund ist, das ich gestern über einen Artikel auf Zeit-Online, der sich dem KickOff von Am**on-Fresh in Berlin widmet, gestolpert bin. Das auch die großen Lebensmittel-Ketten veruchen uns den Lebensmittel-Einkauf mttels Online-Bestellung samt Lieferung schmackhaft zu machen, ist ja bereits bekannt, aber das, was die Alleshändler aus Amerika da verbrechen, hämmert meiner Meinung nach jeglichem Faß den Boden raus.

Worum geht es? Online-Bestellung von Lebensmitteln, soweit so gut, kennen wir, nutze ich nicht. Ich muß Lebensmittel sehen, fühlen, spüren, muß in der Lage sein mir die Frucht, den Salat oder das Stück Fleisch zu wählen, das ich möchte – mal ganz abgesehen vom ganzen Verpackungswahn, den ich versuche zu vermeiden. Aber dann noch vorzuschieben, man würde ja mit lokalen und sogenannten Lieblingsläden kooperieren, das geht mir dann doch entschieden zu weit. Jetzt müssen also die Amerikaner nach Berlin kommen um den Berlinern vorzuschreiben, was ihre Lieblingsläden sind? Dabei unterstreicht der jung-dynamische Statthalter des ganzen Imperiums noch, das man auch „Lieblingsläden aufnehmen würde, die von den Kunden vorgeschlagen werden“, neben – natürlich – den eigens selektierten.

Mein erster Gedanke dazu war, das abgesehen davon, das dieser Auswahlprozeß mit Sicherheit nie und nimmer transparent gemacht wird, das das Ganze das Potential birgt, um die ganze Lebensmittelbranche aus den Angeln zu heben, denkt mal an Air**b, U**R oder seit neuestem F**dora. Okay, vermutlich übertreibe ich, dachte ich, denn schließlich müssen wir Verbraucher ja dann noch blöd genug sein, unsere Lebensmittel tatsächlich dort zu bestellen. Aber in Zeiten, in denen Völker ohne Not die eigene Demokratie abwählen dauert es natürlich nicht lange, bis der erste Volldepp über die Kommentarfunktion jubiliert, das „er dann ja nicht mehr hinter den münzgeldzählenden Rentnern an der Kasse stehen müsse“.

Gut, abgesehen davon, das ich wenig Verbundenheit zu Menschen empfinde, die sich im Nachgang zu Online-Artikeln gegenseitig mit Kommentaren überblöden, muss man an dieser Stelle aber leider eines feststellen: Dieser Mensch liest immerhin die Zeit und nicht die Blöd und vermutlich ist er mit seiner Meinung nicht ganz alleine.

Exklusiv geliefert von DHL: Frisches Baguette

War es das also mit Gemüseständen, Bio- oder Hofläden oder dem Metzger von nebenan, der die seitens des Martkbeherrschers geforderten Mindest-Mengen unter Umständen gar nicht liefern kann oder will? Werden unsere Kinder oder Enkelkinder gar nicht mehr das Gefühl erleben können, wie es ist, in einem fremden Land in einer fremden Umgebung in einen Lebensmittelladen zu gehen und zu spüren, riechen und fühlen, wie und vor allem was die Menschen dort einkaufen? Ein anderes Szenario: Mein Lieblingsladen schließt einen Vertrag mit Am**on-Fresh und liefert nun auch dorthin. Das Ganze läuft gut, wird gerne genommen und so langsam liefert mein Lieblingsldaden nur noch und exklusiv an die Retorten-Manipulierer aus den USA. Und auch auf deren Plattform wird das Gelieferte knapp, weil das auf einmal alle haben wollen. Das ist jetzt vielleicht gut für meinen Lieblingsladen, mit Sicherheit gut für die Amis und vermutlich ganz schlecht für mich. Muß ich dann Am**on-Prime Kunde sein und 10 virtuelle Am**on Cloud-Server betreiben damit ich überhaupt noch was abbekomme?

Ich glaube ich melde mich doch noch zur Marsmission an. Ein schönes Wochenende!
Ach übrigens – ein Nachsatz sei erlaubt (und darauf bin ich immer stolzer): Ich habe noch nie irgendetwas bei diesen Online-Verbrechern bestellt. Und ich denke, das wird so bleiben.

Puszta Italiano: Girare la Bandiera di Pasta con Filetto di Maiale e Pomodori secci

Der Titel sagt euch nix? Wenn ich nicht leo.org hätte, hätte ich den so auch nicht hinbekommen :-), frei übersetzt steht der Titel für: Gekurbelte Pasta-Fahne mit Schweinefilet und getrockneten Tomaten. Das das auf  Italienisch geschriebene natürlich total falsch ist, weiß ich auch, klingt aber trotzdem doll, oder? Meine Idee war eine Art italienisches Gulasch zu machen, was damit selbstredend verbietet Paprika in Gulasch-üblichen Mengen einzusetzen, sondern was viel mehr nach Tomaten schreit. Nur die müssen eben so eingearbeitet werden, dass das Gericht auf dem Tisch dann nicht einfach als Fleisch in Tomatensauce daherkommt. Also quasi mit Tomaten ohne Tomatensauce und natürlich mit selbstgekurbelten (girare) Tagliatelle. Auch das verwendete Schweine-Filet sollte ein gutes Stück Fleisch sein und darf nicht der Massenhaltung entstammen, aber das sollte eigentlich klar sein. Auf jeden Fall kommt am Ende ein Essen heraus, was wirklich phantastisch aufeinander abgestimmt nach dem schmeckt was drinnen ist.

An Küchen-Zeugs brauchen wir:

  • eine große Pfanne oder einen Bräter
  • einen Holzlöffel oder Pfannenwender
  • einen großen Topf
  • ein Abseihsieb (für die Pasta)
  • unsere Nudelmaschine
  • ein Schraubverschluß-Glas
  • unseren (Gas-)Grill samt Grillzange (geht auch  in der Pfanne)

An Essens-Zeugs (für 4) brauchen wir:

  • 1 Schweinefilet (ca. 500g)
  • eine gute handvoll getrocknete Tomaten (ca. 20 Stück)
  • 1 reife Tomate
  • 8-10 Zehen Knoblauch
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 1/2l Rindfleischbrühe
  • 0.2l Weißwein
  • 0.1l Weinbrand
  • 1 EL Kartoffelstärke
  • 1 EL Mehl und nochmal viel mehr Mehl beim Pasta-Kurbeln
  • Olivenöl
  • 200g frischen Pasta-Teig
  • Parmesan
  • Pepe e Sale

Puh, eine lange Liste, also jetzt nichts durcheinanderbringen. Wir fangen damit an, die getrockneten Tomaten in einem Glas mit Wasser einzuweichen, das sollte mindestens 2h bevor wir anfangen zu kochen passieren. Übrigens, wenn ihr die Brühe kocht, ist das Einweichwasser eine gute Grundlage dafür. Zur weiteren Vorbereitung den Knoblauch schälen und grob hacken, die Zwiebeln schälen und in Würfel schneiden sowie das Fleisch parieren (=von Fett und Sehnen befreien) und in 5-6 Medallions schneiden. Auch die getrockneten Tomaten werden fein gehackt und die Tomate gewürfelt (oder durch 1 TL Tomatenmark ersetzt).

Schreiten wir zur Tat: Die Medallions auf beiden Seiten mit Olivenöl bestreichen und auf dem Gasgrill einige Minuten pro Seite so anbraten, das sie schön gebräunt sind. Danach das Fleisch mit ca. 1 EL Mehl bestäuben und erstmal beiseite stellen.

Im Bräter die Zwiebeln, Rosmarin und den Knoblauch in reichlich Olivenöl vorsichtig anschwitzen, die getrockneten Tomaten und die Tomate mit dem Fleisch dazu geben und noch einige Minuten unter gelegentlichem Umrühren mitschwitzen, dann das Ganze mit Weinbrand und Wein ablöschen und die Brühe dazu geben.
Den Sud jetzt noch ordentlich pfeffern, Salz brauchen wir vermutlich nicht mehr, dafür Sorgen Brühe und getrocknete Tomaten.
Anschließend alles für 40-45 Minuten bei geschlossenem Deckel schmoren, das Fleisch ab und an umdrehen und gelgentlich umrühren.

Danach den Deckel abnehmen und nochmal etwa 40-45 Minuten schmoren (diesmal eben ohne Deckel), so kocht die Sauce etwas ein und der Alkohol verliert sich im Küchendunst. Irgendwann jetzt solltet Ihr auch den Rosmarin herausnehmen und zwar bevor sich die Blättchen von den Zweigen gelöst haben, die geben jetzt eh keinen Geschmack mehr ab, aber stören hinterher beim Essen. Das Fleisch sollte am Ende des Schmorvorgangs so zart sein, das man es mit dem Holzlöffel zerteilen kann – und das sollte man dann auch tun, am Besten in mundgerechte Stücke.

Wir wenden uns der Pasta zu. Wie hier beschrieben kurbeln wir uns mal wieder schöne Tagliatelle. Bevor wir diese in Salzwasser für 2-3 Minuten kochen, prüfen wir die Konsistenz der Sauce: Für den Fall, das sie noch zu flüssig ist, mischen wir 2-3 EL Wasser mit 1 EL Kartoffelstärke und geben das Ganze dazu, erneut umrühren und erneut die Konsistenz auf leichte Sämigkeit prüfen (ggf. mehr Kartoffelstärke einrühren). Sobald die Tagliatelle fertig sind, im Sieb abseihen und zur Sauce geben und sofort servieren. Wer mag reibt sich am Teller noch frisch Parmesan darüber.

Das zarte Fleisch und die Nudeln in dieser Tomaten-Rosmarin-durchschmeckten Sauce sind einfach göttlich! Dazu gab es einen Grange des Dames von den Vignerons du Mont Ventoux (VMV). Ein kräftiger Rotwein, der mit den Tomaten und dem Rosmarin mithält, der aber preislich bei runden 5 Euro durchaus auch der Geldbörse noch Spaß macht….

Kaiserlich? Cesar’s Kartoffelsalat zum Finaleinzug.

Ein paar Strahlen Sonne reichen schon den männlichen Grillmeisterinstinkt zu wecken. So geschehen vergangenen Donnerstag, als es vermeintlich ein paar Grad wärmer war als gedacht. Das mir nach dem großen Sieg des BVB über die Jammerbayern ohnehin die Sonne aus allen Poren strahlte, hat den Effekt wohl noch verstärkt … doch was dazu machen? Ich entschied mich für diese schnelle Kartoffel-Salat-Variante, auf die Fährte brachte mich ein eingetrockneter Rest einer echten Cesar’s Salat Sauce vom vergangenen Wochenende.

Strahlt hinterher nicht mehr wie elf Borussen auf dem Rasen:

  • ein kleiner Topf
  • eine kleine Schale
  • ein Schneebesen
  • 2 Eßlöffel
  • Messer & Brett

Kommt rein (für 2) in die Startelf:

  • 6-8 Drillinge oder andere festkochende kleine Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4-5 Oliven
  • je 1 EL fein geschnittener Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und Kresse
  • 1 EL eingesalzene Kapern
  • 1-2 EL Zitronensaft
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Senf (Dijon, was sonst?)
  • mildes Olivenöl
  • 3-4 EL frisch geriebener Parmesan
  • Pepe

Die Kartoffeln in der Schale kochen, bis sie durch sind. Währenddessen die Kapern wässern und ausdrücken, das Ganze mehrmals wiederholen, um sie auf ein erträglich salziges Maß zu bringen. Danach die Kapern (die ersetzen bei mir die Sardelle, da ich keinen Fisch vertrage) und den Knoblauch fein hacken und mit Eigelb, 1 EL Zitronensaft und Senf in der kleinen Schüssel mit dem Schneebesen vermengen und dann rührend tröpfchenweise Olivenöl hinzugeben, fast so als würde man Aioli anrühren. Sobald die Sauce andickt, den Parmesan drunter heben und bei Bedarf noch mit etwas Zitronensaft die Säure verstärken, dann die Sauce erstmal beiseite stellen. Bei mir wanderten übrigens so etwa 0.1l Olivenöl hinein, aber aufpassen denn zuviel Olivenöl führt dazu, das die Sauce zu scharf im Abgang wird (ich nehme für Aioli wenn überhaupt auch nur sehr wenig Olivenöl).

Die Kartoffeln mit kaltem Wasser abschrecken, wer mag macht die Schale ab, dann die Kartoffeln, je nach Größe, in Viertel oder Achtel schneiden. Die Zwiebel in feine Würfel schneiden, die Oliven in Scheiben schneiden und alles mit den Kräutern zusammen mit den Kartoffeln vermengen. Die Sauce darüber geben und nochmal ordentlich durchmischen, lauwarm zum Entrecôte servieren.