Willkommen bei den Ch’tis oder „Waterzooi, ausgerechnet Waterzooi“. Mit Marouilles

„… trauriges Essen in trauriger Terrine„. So nennt es Stellartoix in Asterix bei den Belgiern, als seine Frau Kantine ihm eröffnet, das das letzte Essen vor der großen Schlacht auf Wunsch der Menapier Waterzooi sein wird. Stellartoix ist übrigens der Belgier, der im Heft ganz nebenbei die Pommes erfindet. Aber zurück zum Waterzooi – bringt man etwas Farbe hinein, so wird aus der vermeintlich traurigen Terrine durchaus ein wirklich leckerer Happen. Vor allem, wenn man es mit Marouilles, dem Käse des Pas de Calais kreuzt, wird ein Ch’ti-Flämischer Hochgenuß daraus. Da der flämische Teil Belgiens auch direkt an das Pas de Calais Frankreichs grenzt und dieser Teil durchaus auch flämische Wurzeln hat, passt das alles sogar ziemlich gut zusammen. Ch’ti kommt übrigens vom gleichgenannten Dialekt und die herzlichen Menschen des Pas de Calais werden herrlich im Film „Willkommen bei den Ch’tis“ parodiert. Passt doch alles zusammen, oder? Prost Tschipfel**.

Wir brauchen dieses Werktscheug, Blödbommel:

  • ein Sälmeschscher
  • Meschscher un Brett
  • eine Smor-Pfonne
  • ein Eschlöffel
  • einen Grill (oder noch eine Pfonne)
  • eine Oufloufform

Schötemi, un diesche Tschutaten:

  • 1 Bio-Hühnerbruscht
  • wer mag ein S-tück Kaschschler
  • 400g feschtkochende Kartoffeln
  • 300g bunte Karotten (gelb, rot, oronge)
  • 300g Louch
  • 1 Tschehe Knoblauch
  • ein Kräuter-s-träuschschien be-s-tehend ausch:
    • 3 Lorbeerblättern
    • ein paar Schtengel glatte Petersilie
    • 1 Tschweig Roschmorin
    • 3-4 Tswchweige Thymion
  • 3-4 EL Öl
  • 2 EL Mehl
  • 0.1l Schahne
  • 0.1l Weischschwein
  • 0.4 l Hühnerbrühe
  • Pfeffer un Schalz

Un losch geht’sch.Tschuerscht snibbeln wir dasch Gemüsche – ach. Ich lass es. Also, das Gemüse, Knoblauch und die Kartoffeln waschen, putzen und in kleine Stücke schneiden.

Dabei die grünen zarteren Lauchteile separat zur Seite legen. Die Kräuter – falls noch nicht geschehen – zusammenbinden. Die Hühnerbrust ebenfalls in große Stücke schneiden (aus einer Brust ca. 4-6 Stücke), wer Kassler hat, schneidet das auch. Das Fleisch auf dem Grill anbraten, mit dem Mehl bestäuben und erstmal beiseite stellen.

Das Öl in der Pfanne auf mittlerer Stufe erwärmen und das Gemüse ohne die grünen Lauchteile und die Kartoffeln anbraten. Nach etwa 5 Minuten den Kräuterbund und den Knoblauch dazu geben und das Ganze mit Wein und Hühnerbrühe ablöschen. Das Kartoffel-Gemüse-Gemisch für etwa 15 Minuten im Sud gar kochen, anschließend Sahne, den restlichen (grünen) Lauch und das Fleisch hinzugeben und für weitere 2-3 Minuten köcheln lassen.

Das ganze – und jetzt weichen wir vom Original-Rezept ab – in die Auflaufform füllen, den Marouilles in Scheiben schneiden und oben drauf legen (wer keinen Marouilles hat, es tut auch anderer Rotschimmel-Rinde Käse, gerne auch kräftig!). Das Ganze kommt jetzt für etwa 15 Minuten in den Ofen und wird danach natürlich – ganz Nordfranzösisch – mit einem Ch’ti Bier getrunken. Wer jetzt nicht die Gelegenheit hatte, dieses aus der Region direkt mitzubringen, sucht seinen lokalen Craft-Beer Dealer auf oder trinkt ein kühles Pilsken dazu. Proscht!

** Ch’ti Überschettschung frei nach diescher Scheite

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