ein neues Kapitel über „Zutaten unter eigener Kontrolle“: Gurke & Scharlotte selbst eingelegt – geht einfach & schnell.

Zwischen den Jahren habe ich endlich unsere Asterix-Hefte-Sammlung wieder ausgegraben. Ab und an sollte man seine Kenntnisse einfach wieder auffrischen. Natürlich fiel mir dabei auch Asterix bei den Schweizern in die Finger und damit kam natürlich auch das Käsefondue in den Sinn. Lagen da nicht noch diverse Käsestücke von Weihnachten & Sylvester im Kühlschrank herum? Jawohl! Und eine schöne Gelegenheit den vorletztes Jahr in der Schweiz erstandenen Caquelon mal wieder zu benutzen er gibt sich so auch. Aber so richtig echt ist Käsefondue für mich ja nur, wenn es auch eingelegte Zwiebelchen und Gurken als Beilagen gibt.  Und da half bisher der Griff ins Supermarkt-Konserven-Regal. und genau darauf habe ich immer weniger Lust: Erzeugnisse der klassischen Lebensmittelindustrie will ich einfach nicht mehr essen.
Doch was tun? Na klar doch, selber einlegen!
Dies ist also nun der Bericht zu einem Versuch, der 120% gelungen ist.

Beim Einmachen hilft:

  • einen kleinen Topf
  • 2 Einweckgläser samt Deckel
  • unseren Sparschäler
  • Messer & Brett

Zum Einmachen wird benötigt:

  • 1-2 kleine Gurken
  • 6-8 kleine Scharlotten
  • 1/2 Bund Dill
  • 2-3 Zweige glatte Petersilie
  • 3-4 Zweige Thymian
  • 4-5 Körner Piment
  • 1/2 TL Kümmel
  • 250ml Essig
  • 250ml Wasser
  • 120g Zucker

Aus Essig, Wasser, Zucker, Kümmel und Piment kochen wir unseren Einlege-Sud. Sobald der aufgesetzt ist, die Scharlotten schälen, die Größeren davon eventuell halbieren und diese dann für 6-7 Minuten im Sud mitkochen. Währenddessen Dill und Petersilie waschen und samt Stielen in Stücke schneiden, die Gurke schälen und quer in ca. 4 mm dicke Scheiben schneiden. In einem Einmachglas die Gurkenscheiben schichten und zwischen einzelne Schichten immer wieder etwas von den Kräutern legen. Den Thymian nun auf den Boden des anderen noch leeren Glases legen, die Scharlotten dazu geben, dabei ebenfalls etwas von den Kräutern dazu geben. Beide Gläser nun mit dem fast kochenden Sud auffüllen, den Deckel zudrehen und ein paar Minuten auf den Kopf stellen.

Wir haben den Inhalt der beiden Gläser direkt Abends, ca. 2h nachdem ich es eingelegt hatte, gegessen und es hat himmlisch geschmeckt. Vergesst also die Konserven-Ware der Industrie. Wie lange das Ganze nun haltbar ist, kann ich schlecht einschätzen, ich denke das vor allem die Gurken nicht ewig haltbar sind, da sie ja nicht durchgekocht wurden. Aber wie gesagt, es geht ratz-fatz und schmeckt bereits nach kurzer Einlegezeit. Als weiteren Versuch zur Haltbarkeit habe ich den Sud am nächsten Tag einfach nochmal recycelt und erneut Gurke eingelegt ;-).

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alpine Fertiggerichte – wer hat’s erfunden? Der Schweizer!

einzelfondueUnd weiter geht meine Reise in die Gefilde südlich von Bonn aber noch nördlich der Alpen. Nachdem ich nun eine ganze Reise durch die badische Küche und vor Ort auch durch ebendortige Spezialitäten wie geräuchterter Speck, Schwarzwurst oder das badische Schäufele gemacht hatte, geht meine kulinarische Reise „vom Bodensee ins Elsaß“ jetzt weiter in der Schweiz. Allerdings fände ich es tatsächlich mehr als langweilig einfach nur die kulinarischen Schweizer Highlights wie „Berner Röschti“ oder „Chäsifondue“ zu kopieren. Da gibt es bessere Dinge, wie z.B. „Appenzeller Käsenocken„, die ich aber ein andermal vorstellen möchte.

Nein, wir gehen diesmal anders vor. Wir probieren es mit Fertiggerichten, also genau mit dem Relikt überflüssiger industrieller Nahrungsmittelverschwendung, um das ich in aller Regel einen riesen Bogen mache. Machen wir eine Ausnahme, machen wir sie für die Schweiz!

Ich will aber dazu sagen, das dies kein Pamphlet gegen die Schweizer Küche werden soll, aber hier nur das Rezept (m)eines Käsefondues oder Röstis zu posten, wäre eine Anmaßung. Wer Käsefondue und Rösti machen will und nicht weiß wie, soll halt im Netz suchen, es gibt zig Rezepte und Anleitungen.Und ja, ich mag die Schweizer und deren Küche!

tmp_1084-dsc_0335-1401520375Frage: Was gibt der Schweizer Supermarkt her (außer das die Preise auffallend hoch sind)?
Antwort: Käsefondue im Plastikbecher und Berner Rösti in Alu eingeschweißt. Wir kaufen beides (4.- SFR für 200g Käsefondue und überraschend günstige 3,5 .- SFR für 500g Rösti).

Käsefondue:

Das „One Man Käsefondue“ kommt daher im schicken Plastikbecher. An Zutaten ist eigentlich außer Käse (wovon 75% Appenzeller, der Rest ist unspezifiziert), Stärke, Kirschwasser, Weißwein kaum was anderes drin – lediglich die diversen Konservierungsmittel stören, aber die Liste der unbekannten E-Mittelchen ist tatsächlich kurz und hat wenig mit der gemein, die manchmal schon auf der Verpackung herkömmlicher Aufbackbrötchen gedruckt werden muß.

Den Becher soll man in die Mikrowelle oder den Ofen stellen. Hm, da ist doch Plastik hinter der abnehmbaren Kartonverpackung? Ich mache es anders, Kartonage ab, Topf mit Wasser auf den Herd und das Becherchen ins Wasserbad. Nach ca. 15 Minuten ist das Käsefondue im Becher warm und geschmolzen, man hat also ausreichend Zeit Brot in Würfel zu schneiden und sich Gedanken über den Stock, die Peitsche und die Gewichte für den See zu machen.

Geschmacklich hat das Ganze schon was mit Käsefondue gemein, ich würde es insgesamt aber als zu mild mit zu wenig Säure und ohne den wirklich voluminösem Käsegeschmack einschätzen. Dazu kommt, das das Tunken von Brot in einen Plastik-Caquelon wirklich gewöhnungbedürftig und beraubt einem tatsächlich der angenehmen Atmosphäre, die ein echtes Käsefondue nun mal mit sich bringt.

Fazit: Käse selber reiben, Caquelon nehmen!

Rösti:

tmp_1084-dsc_03391639613569500g fertige Kartoffelmasse, ein wenig „E-xxxx“ und Salz und Rapsöl, viel mehr ist nicht drin. Beim betrahcten der Zubereitungsanleitung kommt mir die erste Verwunderung: Man soll das Ganze ohne Fett/Öl in eine Teflonpfanne geben. Hm, ich kenne das so: Gehobelte Kartoffeln in eine heiße Pfanne legen, in der bereits ordentlich erhitztes Öl drin ist und während des Bratens versorgt man das Rösti noch seitlich mit Butrter.

Aber okay, also ohne Öl, ab in die Pfanne, andrücken, formen und braten. Normalerweise würde ich sagen bei einem Rösti 6-8 Minuten pro Seite. Nach 12 Minuten und mehreren vorsichtigen Rüttlern an der Pfanne ergibt sich immer noch kein zusammenhängender Kuchen, das Rösti reißt und von brauner Kruste ist leider auch nichts zu sehen. Ich warte weitere 5-6 Minuten, aber es stellt sich kein erwartetes Verhalten ein.

Also, alles nochmal raus, Öl und Butter in die Pfanne und das Ganze wieder rein. Es wird besser, aber ich finde, das durch das Öl in der Masse kein wirklicher bindender Effekt möglich sein kann, und beim Umdrehversuch gerät das Ganze außer From…. am Ende wird’s ein latent angebratener Kartoffelhaufen, aber mit etwas gutem Appenzeller und schönem geräuchterten Speck schmeckt’s trotzdem.

Fazit: Kartoffeln kochen, Rösti selber machen.