Antipastiziert: in Olivenöl schwimmende Garnele mit Dill

Der Sommer ist da und ich denke, er mag es mit gutem Essen begrüßt zu werden, das idealerweise sogar draußen zubereitet wird. Andererseits legt sich bei mir bei Hitze die Neigung nach wirklich warmen Essen am liebsten genauso wie ich mich selbst der Müssigkeit der Sonnenterrasse mit Sofa hingebe. Da hilft nur eins: Kalte Speisen, die sich nach Möglichkeit ein bisschen aufbewahren lassen und die schnell zubereitet sind: Antipasti.

Die Rezept hier habe ich aus dem Kopf rekonstruiert, nachdem ich das irgendwann vor einigen Jahren in Berlin in einem kleinen italienischen Straßenbar mit Spezialitäten-Verkauf gegessen hatte.

Das braucht die Außenküche

  • eine Pfanne für den Gasgrill
  • Messer & Brett
  • ein Pfannenwender
  • eine Schale

Das braucht die Garnele

  • 8 – 12 Stück davon, gute (Bio-) Qualität, geschält & entdarmt
  • 3-4 Zehen Knoblauch
  • 3-4 EL Olivenöl zum Braten
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 1/2 Bund Dill
  • 0.2 l gutes Olivenöl
  • 0.1 l Weißweinessig
  • Fleur de Sel

Knoblauch schälen und grob hacken. Die Pfanne auf dem Grill aufstellen (das geht natürlich auch auf dem Herd). Die 3-4 EL Olivenöl erhitzen, die Garnelen, Knoblauch und Petersilie hinzugeben und pro Minute ca. 2 Minuten braten.

Währenddessen Olivenöl und Essig mit grob gehacktem Dill in die Schüssel geben, Garnelen mit dem Öl und Knoblauch dazu geben, umrühren und kalt stellen. Passt prima auf jeden Antipasti-Tisch.

 

Garnelen im Sesam-Öffnet-Sich-Mantel auf Paprika-Salsa

Klar. Irgendwann musste ja die Idee kommen auch zu Hause etwas asiatisches, konkreter etwas koreanisches zu machen.  Und da ich gerne eine Vorspeise mache, musste für vor dem koreanischen Barbecue eine solche her. Nun, ich bin gedanklich nicht in der asiatischen Küche zu Hause und musste mir daher etwas erfinden:

Garnelen,  die werden da hinten doch gerne paniert!  So dachte ich und denke es noch immer. Und lecker war es neben dem typischen asiatischen Geschmack, den ich ja gesucht hatte auch.
Ach ja.  Das Barbecue kommt im nächsten Post 😉

nett arrangiert, die eingekleideten Garnelen auf der Salsa

nett arrangiert, die eingekleideten Garnelen auf der Salsa

Wir verschmutzen:

ab in die Hitze

ab in die Hitze

  • eine kleine Pfanne
  • unseren Mörser
  • drei kleine Teller
  • einen Grillrost mit Backpapier
  • eine Schale zum Anrichten
  • unseren Zestenreisser
  • einen kleiner Schneebesen
  • Messer & Brett
  • ein Blatt Küchenkrepp

Wir verputzen (für Zwei):

  • 6-8 Bio-Tiger Garnelen, küchenfertig
  • eine rote Paprika
  • eine Scharlotte
  • eine Knoblauchzehe
  • 2 EL Sesamsamen
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 1 EL Stärkepulver
  • 1/2 Zitrone
  • 1 Eiweiß
  • 2 EL Sesamöl
  • 4 EL neutrales Öl, z. B. Diestelöl
  • 1 EL Zucker
  • Fleur de Sel
Garnele im Eierschnee

Garnele im Eierschnee

Paprika waschen, entkernen und in große Stücke zerteilen und auf das Backpapier legen. Die ungeschälte Knoblauchzehe dazulegen und beides für etwa 20 Minuten im Ofen garen. Währenddessen Scharlotte schälen,  in feine Ringe schneiden und in der Pfanne in Sesamöl und dem Zucker vorsichtig einkochen.

Paprika aus dem Ofen nehmen,  häuten und in feine Würfel von ca. 0.5 Zentimeter kantenlänge schneiden,  Knoblauch ausdrücken, Scharlotte untermischen und alles durchrühren. Salsa vorsichtig salzen und mit etwas Zitronensaft beträufeln. Anschließend in der Schale flach als Bett für die Garnelen verteilen.

Pfanne reinigen und Sesamkörner ohne Öl darin einige Minuten anrösten. Sesam, Fleur de Sel, einige fein gehackte Zitronenzesten und Semmelbrösel im Mörser fein mahlen. Anschließend auf einem der Teller verteilen.
Garnelen bis zum letzten Glied und Schwanzflosse häuten,  trockentupfen und beiseite legen. Stärke auf einem anderen Teller verteilen,  das Eiweiß auf dem Dritten.  Eiweiß mit dem Schneebesen halb aufschlagen.

Nun die Pfanne mit dem Öl bei mittlerer Hitze aufstellen. Die Garnelen zuerst in der Stärke wälzen,  dann im Eiweiß,  dann in der Sesam – Semmelbrösel Mischung,  erneut ins Eiweiß und nochmals panieren.
Wenn alle sechs Garnelen paniert sind, alle gleichzeitig für zwei Minuten pro Seite ausbacken,  auf Küchenkrepp abtropfen,  auf die Paprika-Salsa legen und sofort servieren.

Dazu passt wunderbar ein Muscat Sec von den Côtes Catalanes aus dem Roussilion. Ich hatte zum Glück einen aus dem Paradies von den Vignerons des Alberés mitgebracht…..

Tagliatelle mit Artischocken und Garnelen in Gedenken an „i limoni“

20140520_191052

Heiss (!!) servieren!

Zwei an einem Tag. Kochen kann man das, aber zwei Blogs an einem Tag? Ja, auch das geht.

Warum „In Gedenken an ‚I Limoni'“: Vor einigen Wochen in Marrokko sind wir gerne und entspannt zweimal in diese Oase der Ruhe eingekehrt. Tür auf, rein, Tür zu und der nordafrikanische Trubel ist draußen.
Gutes Essen gibt es bekanntlich nicht überall und italienisch kann ich ohnehin fast jeden Tag essen. Warum also nicht auch in Marokko?

Aber nicht das der geneigte Leser jetzt denkt, ich habe etwas nachgemacht, was ich dort gegessen hatte.
Nein. Aber die Zitrone in diesem Gericht passte einfach zum Namen – daher nehme ich dieses gestern erdachte Rezept einfach her als Hommage an das „I Limoni“ in Marrakesch.

Wir brauchen:

  • 20 Minuten
  • eine Pfanne
  • einen Topf
  • ein Brett
  • unser Messer
  • ein kleines Sieb
  • ein großes Sieb
  • einen Holzlöffel (o.ä.) zum Rühren

Und das kommt rein (für 2 Hungrige als Hauptgang):

  • 250g Tagliatelle, am besten Frische
  • abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone

    Schmirgel

    Butter, Zitronenschale und Knoblauch schmirgeln lassen

  • 1 – 2 EL Zitronensaft
  • 3-4 große (!) Zehen Knoblauch
  • ca. 10-12 Garnelen
  • 2 Artischockenherzen, geachtelt
  • 50g Butter
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Mehl
  • 3-4 EL Sahne
  • 3-4 EL Weißwein
  • 2 EL gehacktes frisches Basilikum (oder andere Kräuter)
  • Pepe e Sale
  • Parmesan/Pekorino nach belieben

Wenden wir uns den Artischocken zu. Ich hatte tiefgefrorene Herzen (die gab es letztens bei Lidl, sind aber wirklich gut). Wenn man Zeit hat, sollte man natürlich frische Artischocken nehmen, gerade gibt es die ja.
Dazu würde ich die äußeren Blätter entfernen und die Artischocken ca. 20 Minuten in Zitronenwasser köcheln. Anschließend das Heu mit einem Teelöffel heraushebeln und Achteln.

Knoblauch schälen, hacken und gut salzen (natürlich mit Fleur du Sel), nach ca. 10 Minuten nochmal mit dem Messer hacken, so das eine Salz-Knoblauch-Paste entsteht.

Jetzt die Pfanne aufstellen bei mittlerer Hitze Butter, Olivenöl, Knoblauch und fein geriebene Zitronenschale hinein und etwas schmirgeln lassen. Dann die Artischocken dazu geben und nach einer Weile mit dem Weißwein ablöschen. Nun mit dem kleinen Sieb das Mehl darüber sieben und kräftig umrühren. Das ist ein billiger Trick, der auch bei Saltimbocca die Sauce schön sämig macht. Hitze reduzieren und Sahne dazugeben.

Nun das Kochwasser für die Tagliatelle einschalten (OK, ich habe Induktion, dauert also 3 Minuten bis zum Kochen). Wenn das Wasser kocht, die Nudeln hinein und gleichzeitig die Garnelen in die Sauce geben. Je nach Zustand und Säuregehalt der Sauce etwas Zitronensaft hinzugeben, ordentlich umrühren, ganz zum Schluss den gehackten Basilikum unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Tagliatelle abgießen und rein in die Pfanne zur Sauce und wieder umrühren.

Nicht ohne vorher schon alle Mitesser am Tisch versammelt zu haben, denn:
Heiß servieren!

Wer mag reibt sich ein bisschen Parmesan darüber.

Wein? Na klar, ein fruchtiger Rose aus der Vaucluse.
Oder ein anderer gut gekühlter, frischer Weißer, gerne etwas schwerer und mit etwas Säure und Zitrus-Aromen um der feinen Säure der Pasta einen Gegenpart zu geben.