Für alle außer Einen: Caprese mit „falscher“ Tomate, Feldsalat und Pesto

tmp_13805-dsc_20101507319810Rote Beete mit Walnüssen, Pesto, Mozarella und Feldsalat

Dem Wahnsinn einen Namen zu geben fällt mir in diesen Tagen ja gar nicht so leicht. Und einfach abtauchen und weggucken und sich nicht mehr für das Weltgeschehen interessieren ist ja auch keine Lösung. Im Moment hilft mir leider nur Selbstironie und Sarkasmus. Interessanterweise haben für mich die europäischen Late-Night Shows bisher den besten Protest gegen die Trumpetisierung des Abendlandes erschaffen: everysecondcounts.eu.
Aber gut, wir sind ja hier beim Kochen – ich flüchte mich daher in die Verbindung internationaler Geschmäcker und hoffe so auf Völkerverständigung:  Basilikum und Rote Beete.
Ach und eines noch, liebe Köche des amerikanischen „Präsidenten“: Dieses Gericht ist für alle Menschen dieser Erde – außer für den Einen, also Finger weg!

Kochutensilien First:

  • Messer & Brett
  • ein kleiner Kochtopf
  • eine kleine Pfanne
  • ein Mörser
  • ein Nußknacker
  • ein großer Teller

Zutaten Second:tmp_13805-dsc_2013-1988203359

  • 1 Rote Beete
  • 2 Handvoll Feldsalat
  • 1 Büffelmozarealla (125g)
  • 10 Walnüsse
  • 1 EL Pinienkerne
  • 4 EL bestes Olivenöl
  • 1 kleiner Bund Basilikum
  • 2 EL frisch geriebener Parmesan
  • 1/2 Zitrone
  • einige Spritzer guter Aceto Balsamico
  • Fleur de Sel
  • frisch gemahlener Pfeffer

Die Rote Beete im Topf halb mit Wasser bedecken und etwa 25 Minuten kochen, abkühlen lassen, schälen. Auf einem großen Teller den Feldsalat verteilen. Die Rote Beete in dünne (1-2 mm) Scheiben schneiden und obenauf legen, mit einigen Spritzern Balsamico-Essig besprenkeln, etwas grob gemahlener Pfeffer schadet da auch nicht.

Die Pinienkerne ohne Öl in der Pfanne anrösten und danach im Mörser mit grob gehacktem Basilikum, Parmesan und Olivenöl zu einem schönen frischen Pesto zermörsern. Das Pesto vorsichtig mit etwas Zitronensaft und Fleur de Sel würzen.

Den Mozarella mit der Hand in grobe Stücke zerpflücken und im Pesto wälzen, anschließend oben über die Rote Beete verteilen (das restliche Pesto entweder naschen oder einfach oben drüber kippen). Die Walnüsse knacken, die Kerne ebenfalls in der Pfanne einige Minuten rösten und über allem verteilen.
Und beim Essen bitte darauf achten, das man nicht an die größten Arschlöcher dieser Erde denkt!

Wein? Weiß. Um dem euro-internationalen Potpourri noch etwas Gewicht zu geben, lege ich euch diesen Mas Cristine Blanc aus dem Roussillion ans Herz. Ein rassiger südfranzösischer Weißwein, der frisch und fruchtig-leicht um die Ecke biegt, aber gleichzeitig mit dem dominanten Basilikum gut zurechtkommt. Der Wein ist allerdings leider in Deutschland nicht erhältlich (außer in meinem Keller). Da heißt es nur: Völkerverständigung live und ab nach Frankreich!

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Salat & Käse – ein kleiner Dreiklang

Ein wirkliches Menü sollte ja mindestens aus zwei Gängen bestehen, fragt da mal bei den Italienern nach, die sehen das mindestens genau so. Ich mache gerne den Salat davor – besser, als zum Schnitzel-Kartoffel-verkochtes-Gemüse auch noch eine traurige Salat-Terrine aus Konserven Mais-Bohnen mit Eisbergsalat neben dem „Iss-mich-und-dann-bist-du-satt“ Teller stehen zu haben.

Daher hier (m)eine Hommage an den Salat, der mit etwas Ziegen- oder Schafskäse aufgepeppt durchaus phantastisch als Vorspeise durchgeht!

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Die klassische „man braucht“ Kategorie lasse ich mal weg. Ebenso wie eine genaue Rezeptbeschreibung, sondern und ersetze diese diesmal zur Anregung der Phantasie durch eine Gerichtbeschreibung. Verbindendes Element der Rezepte ist neben dem Käse ein Kraut: Thymian!

Eins. Wildkräutersalat mit gebackener Paprika, Thymian-Tomaten und in Pinienkernen paniertem Ziegenkäse

DSC_0288Die Paprika backen wir wie bereits desöfteren beschrieben. Für die Thymian-Tomaten eignen sich am Besten Eier- oder San Marzano-Tomaten. Die Tomaten kurz mit kochendem Wasser übergießen, häuten, dann Vierteln und das Innere herausschneiden, so das man schöne Filets bekommt. Die Filets mit einer Zehe gehacktem Knoblauch pro Tomate und einigen Zweigen Thymian in Olivenöl kurz in einer Pfanne anbraten. Den Wildkräuter-Salat gründlich waschen und in der Tellermitte aufschichten.

Für den Ziegenkäse etwa 2 EL Pinienkerne pro Käse ohne Öl in einer Pfanne anrösten und dann ganz fein hacken. Anschließend die Ziegenfrischkäse erst befeuchten, in Mehl und dann in verquirltem Ei mit etwas Sahne, Thymian und Fleur de Sel wälzen und dann mit Paniermehl panieren. Für den zweiten Paniergang wieder ins Ei, anschließend in den Pinienkernen panieren, in der Pfanne bei mittlerer Hitze je Seite einige Minuten in wenig Olivenöl ausbacken.

Für die 2 EL Vinaigrette Orangenessig, je zur 2 EL Pistazien- und Olivenöl, 1 TL Dijon-Senf und 1 TL Honig mit Pfeffer und Salz verrühren.

Tomaten (noch lauwarm) und Paprikafilets sternförmig anrichten, Vinaigrette über den Salat geben, Tomaten und Paprika mit wenigen Tropfen Vinaigre de Banyuls beträufeln und mit etwas gehackter Petersilie garnieren. Ganz oben drauf je einen Ziegenkäse legen und schnell servieren. Dazu passt wunderbar ein frischer Rosé aus Frankreichs Süden.

Zwei. Feldsalat mit gebackenem Feta, Pinienkernen und Crostini

DSC_0229Feldsalat gründlich waschen. Je Teller eine kleine Tomate Vierteln. Pro Portion brauchen wir 100g Feta am Stück. Diesen auf Alufolie legen, mit fein gehacktem Knoblauch, Olivenöl und frischem Thymian bestreuen, die Alufolie oben drüber zuschlagen und das Ganze für etwa 15 Minuten im Ofen bei 160° Umluft backen.

Für die Crostini eine Knoblauchzehe zerdrücken, mit Fleur de Sel bestreuen und nach einigen Minuten grob hacken, anschließend in 2 EL Olivenöl zerdrücken, dann kleine Baguette-Scheiben mit der Öl-Salz-Knoblauch-Masse bestreichen, dann die Brote ebenfalls für gute 10 Minuten in den Ofen geben.

Für die Vinaigrette 4 EL Walnußöl, 2 EL Walnußessig, etwas Thymian, 1 TL Senf und 1 TL Honig verrühren (oder in einem alten Marmeladenglas mischen).

Pinienkerne ohne Öl in der Pfanne rösten. Währenddessen Feldsalat in der Tellermitte aufschichten, Tomaten drumherum drapieren, mit der Vinaigrette beträufeln und Pinienkerne drüber geben. Je Teller 2 Crostinis anlegen und obendrauf den gebackenen Feta geben.

Dazu passt ebenfalls ein frischer Rosé oder auch ein trockener Riesling.

Drei. Endiviensalat mit karamelisierten Kirschtomaten & Baguette de Chevre mit Thymian und Honig

tmp_6827-DSC_03251589272043Endivien steht im Februar ja recht weit oben auf der Saisonwarenliste. Für zwei Portionen etwa ein Viertel eines Kopfes Endivie waschen und in feine Streifen schneiden. Einige Blätter Radicchio geben dem ganzen eine nette farbliche Note. Eine süße Zwiebel oder eine größere Scharlotte in feine Scheiben schneiden.

Pro Portion eine Scheibe Baguette mit einer ca. 1 cm dicken Scheibe der klassischen Ziegenrolle belegen, obendrauf etwas Thymian und Honig geben und mit Oberhitze für ca. 12 Minuten bei 160° im Ofen backen. Die Kirschtomaten waschen und in einer Pfanne in wenig Olivenöl anbraten, ganz zum Schluss etwas Zucker dazu geben und die Tomaten noch kurz in der Pfanne mit dem Zucker durchschwenken.

Für die Vinaigrette 1 EL Creme Fraiche, 1 EL feine Scharlottenwürfel, 1 EL fein gehackte Petersilie mit je 2 EL Oliven- und Haselnußöl, 2 EL Maracuja-Essig und je 1 TL Dijon-Senf und Honig vermischen.

Salat auf dem Teller anrichten, Zwiebelringe darüber verteilen, je ein Ziegenrolle-Baguette daneben legen, die Vinaigrette über den Salat geben und je 3-4 karamelisierte Kirschtomaten dazugeben. Dazu passt ein frischer Weißer, ich hatte einen Auxerrois aus Baden, es würde aber auch ein (guter) Chardonnay aus dem Burgund oder ein Chablis wunderbar passen.

Auf das der Frühling bald anbreche! Guten Hunger und weitere Inspiration.

Linsen, esst mehr Linsen! Feldsalat mit Linsen und Ziegenkäse

DSC_0102 Linsen sind gesund. und lecker, besonders wenn Sie aus Le Puy stammen. Eine hübsche Stadt, in der man allerdings, wenn man im Sommer mit dem Auto durchfährt, alle Nerven verlieren kann – wie bei jeder französischen Ortsdurchfahrt … but: Navi helps ;-).

So jedenfalls geschehen letztes Jahr auf der Umfahrung der Autoroute du Soleil Richtung Frankreichs Südwesten. Die verwendeten Linsen sind tatsächlich noch aus diesem Urlaub, ich nehme immer echte Le Puy-Linsen mit, wenn ich in Frankreich bin. Für Salat gibt es einfach keine besseren. Aber wir machen ja Rezepte-Blog, nicht Urlaubs-Blog.

Also…. Wir brauchen….

  • ein Brett zum Schneiden
  • einen Topf
  • eine kleine Pfanne
  • unser Messer
  • ein Schraubverschlussglas um die Sauce anzurühren
  • zwei Teller

Und an Zutaten (für 2 als Vorspeise):

  • zwei handvoll frischen Feldsalat
  • 80g Le Puy Linsen
  • 4 Radieschen
  • 150 g fester Ziegenfrischkäse (Ziegenfeta tut’s auch)
  • etwas Schnittlauch und Petersilie
  • eine Knoblauchzehe
  • eine handvoll Pinienkerne (oder Walnüsse)
  • 2 EL Walnußöl
  • 1 EL Arganienöl
  • 2×2 EL Walnußessig
  • 1 TL Honig
  • 1 TL Dijon-Senf
  • 1 EL Creme Fraiche
  • Pepe e Sale (Fleur de Sel)

Die Linsen in den Topf geben, mit Wasser bedecken und ohne Deckel ca. 15-17 Minuten köcheln, dazu die zerdrückte Knoblauchzehe geben. Wenn es zu trocken wird, noch etwas Wasser hinzugeben. Feldsalat gründlich waschen und trocken schleudern, dann auf dem Teller drapieren. Den Ziegenfrischkäse (ich hatte so etwas festen direkt aus der Eifel bei Denis bekommen) würfeln. Aus Walnuß-, Arganienöl, 2 EL Walnußessig, Honig, Senf und Creme Fraiche eine Vinaigrette aufschlagen. Ich finde das geht gut in einem Schraubverschlussglas, aber Puristen geben ja das Öl zum Schluss hinein und rühren lieber… Schnittlauch zu feinen Röllchen schneiden, Petersilie fein hacken, Radieschen in feine Scheiben oder Streifen schneiden. Sobald die Linsen bißfest weich sind, eventuell überschüssiges Wasser abgießen und 2 EL Walnußessig dazu geben. Mit Salz & Pfeffer abschmecken und abkühlen lassen. Pinienkerne in der Pfanne anrösten. Nun die Linsen mit Petersilie, Pinienkernen und Vinaigrette vermischen und über den Feldsalat geben. Nun die Salate mit dem Ziegenkäse, Radieschencheiben und Schnittlauch garnieren.

Wahnwitzig kreativ: Feldsalat mit Kürbis

Farbexplosion: Feldsalat mit Kürbis

Farbexplosion: Feldsalat mit Kürbis

Ja, da war ich wahrlich kreativ (lol). Aber egal, auch das Salätchen war so lecker, das es sich lohnt in diese Sammlung aufgenommen zu werden.

Wir brauchen:

  • zwei Salatteller
  • eine Pfanne
  • einen Löffel
  • ein Glas mit Deckel (z.B. leeres Senfglas)
  • einen Topf
  • eine Gabel
  • unser Messer
  • ein Schneidebrett

Und an Zutaten (für 2):

  • zwei handvoll Feldsalat (ca. 100g)
  • eine handvol Kürbiskerne
  • etwa 100g Kürbis
  • einen halben Apfel
  • eine mehligkochende Kartoffel
  • 3 EL Cidre-Essig
  • 3 EL Nußöl, Distelöl, Olivenöl, je nach Gusto
  • 2 EL Sahne
  • einen Löffel Honig
  • etwas Butter
  • Pepe e Sale

So, ab dafür: Kartoffel kochen, dann mit der Gabel zerdrücken und mit dem Essig, der Sahne und dem Öl im Glas mit Deckel zu einem schönen Dressing zusammenmixen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Kürbiskerne in der Pfanne ohne Fett ca. 5 Minuten anbraten, beiseite stellen.

Feldsalat waschen, Kürbis schälen und in dünne Scheiben schneiden. Den Apfel in Würfel schneiden.

Kürbis in der Pfanne in der Butter von jeder Seite ca. 3 Minuten anbraten, dann die Apfelwürfel dazugeben, kurz durchschwenken und nach ca. 2 Minuten den Honig dazugeben und ordentlich umrühren.

Jetzt den Feldsalat auf zwei Teller verteilen, die Kürbiskerne darüber streuen, dann das Dressing darüber verteilen und Kürbis-Apfel-Honig-Mischung oben drauf geben und sofort essen.
Es schmeckt am besten, wenn der Kürbis noch etwas warm ist.