Antipastiziert: in Olivenöl schwimmende Garnele mit Dill

Der Sommer ist da und ich denke, er mag es mit gutem Essen begrüßt zu werden, das idealerweise sogar draußen zubereitet wird. Andererseits legt sich bei mir bei Hitze die Neigung nach wirklich warmen Essen am liebsten genauso wie ich mich selbst der Müssigkeit der Sonnenterrasse mit Sofa hingebe. Da hilft nur eins: Kalte Speisen, die sich nach Möglichkeit ein bisschen aufbewahren lassen und die schnell zubereitet sind: Antipasti.

Die Rezept hier habe ich aus dem Kopf rekonstruiert, nachdem ich das irgendwann vor einigen Jahren in Berlin in einem kleinen italienischen Straßenbar mit Spezialitäten-Verkauf gegessen hatte.

Das braucht die Außenküche

  • eine Pfanne für den Gasgrill
  • Messer & Brett
  • ein Pfannenwender
  • eine Schale

Das braucht die Garnele

  • 8 – 12 Stück davon, gute (Bio-) Qualität, geschält & entdarmt
  • 3-4 Zehen Knoblauch
  • 3-4 EL Olivenöl zum Braten
  • 2 EL gehackte Petersilie
  • 1/2 Bund Dill
  • 0.2 l gutes Olivenöl
  • 0.1 l Weißweinessig
  • Fleur de Sel

Knoblauch schälen und grob hacken. Die Pfanne auf dem Grill aufstellen (das geht natürlich auch auf dem Herd). Die 3-4 EL Olivenöl erhitzen, die Garnelen, Knoblauch und Petersilie hinzugeben und pro Minute ca. 2 Minuten braten.

Währenddessen Olivenöl und Essig mit grob gehacktem Dill in die Schüssel geben, Garnelen mit dem Öl und Knoblauch dazu geben, umrühren und kalt stellen. Passt prima auf jeden Antipasti-Tisch.

 

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nochmal Pro-Antipasti: Auberginen – zur Abwechslung gebraten und eingelegt

Gefühlt das 23. Rezept mit Auberginen und vermutlich hat sie jeder von uns schonmal gebraten oder sonstwie als Teil eines Antipasti-Buffets zubereitet. So wie ich – gefühlte 23 mal, aber man wird ja jedesmal ein Stückchen besser! Und es geht tatsächlich, das man gebratene Auberginen so hinbekommt, das sie 1. schmecken und 2. nicht Fett-triefend direkt die Hüften vergolden und gleichzeitig dazu führen, das man nach dem 2. Stück schon das Gefühl hat, nun aber ausreichend Wackersteine im Magen zu haben.

Also noch eins aus der Kategorie: So mache ich’s und ein weiteres Rezeptchen zur Ergänzung des Rindercarpacchio von letzter Woche.

gebratene Auberginen in Ihrer höchsten Entfaltung!

gebratene Auberginen in Ihrer höchsten Entfaltung!

eingequetscht

eingequetscht

Und diese teilweise skuril anmutenden Geräte braucht man:

  • einen Schraubstock und ein bis zwei Schraubzwingen (oder eine gut sortierte Bibliothek)
  • (Gas-)Grill
  • eine Grillzange
  • ca. 8 Frühstücksbrettchen
  • etwa 1.50m Küchenrolle
  • einen Back- oder Ölpinsel
  • ein mittelgroßes Schälchen
  • Messer & Schneidebrett

Und das an normalen Zutaten:

  • 2 mittelgroße Auberginen oder eine große Brataubergine (so eine fast Runde)
  • Olivenöl zum Grillen
  • 3 EL Weißwein- oder Balsamico-Essig
  • 2-3 EL gutes Olivenöl
  • eine Knoblauchzehe
  • wer mag frische Minze
  • ein paar Blättchen grün zum Garnieren: Ruccola, Petersilie, …
  • Pepe e Sale
Antipasti - die Auberginen seht Ihr mittig rechts

Antipasti – die Auberginen seht Ihr mittig rechts

Und los geht’s. Die Auberginen längs in ca. 5mm dicke Scheiben schneiden und die Schnittflächen salzen. Dann das erste Brettchen nehmen, mit Küchenpapier bedecken und dann möglichst passend mit Auberginenscheiben belegen, obendrauf wieder Küchenkrepp, das nächste Brettchen obendrauf und so fort, bis alle Auberginenscheiben versorgt sind.

Nun kann man den Brettchenstapel samt der Auberginen im Schraubstock einspannen und zur Unterstützung noch mit den Schraubzwingen einspannen, wer das nicht hat, beschwert mit einigen dicken Wälzern vom Format „Foliant“ – oder setzt sich drauf, was langweilig werden dürfte, da man diesen Pressvorgang am Besten für mindestens eine Stunde, gerne auch länger, beibehält. Das Pressen sorgt dafür ,das die Auberginen kaum Öl aufsaugen (wer sie nicht so brett-dünn mag, kann Sie alternativ auch einfach eine Stunde in Milch einlegen), ich mag aber diese süditalienische Variante sehr gerne.

Anschließend Auberginen vom Küchenkrepp befreien. (Gas-)Grill anwerfen und Auberginen leicht mit Öl bestreichen und auf jeder seite solange grillen, bis schöne braune Streifen entstanden sind, das dauert so je nach Hitze 3-5 Minuten pro Seite (wenn’s kürzer dauert, ist es zu heiß und eure Press-Auberginen könnt Ihr nun als Grillkohle verwenden).

Knoblauchzehe fein hacken, mit dem guten Olivenöl und dem Essig, etwas Salz und Pfeffer in der Schüssel verrühren, wer mag gibt etwas frische Minze hinzu, dann Auberginen dazu geben und einige Stunden marinieren. Dann mit gehackter Petersilie oder Ruccola garnieren und raus auf’s Antipasti-Buffet.

Römische Artischocken als „Herz“ eines Antipasti-Tellers

Ich eß Blumen! Und zwar gerne, und wenn die als Artischocken daher kommen, sind Blumen nicht nur lecker, sondern auch noch unglaublich gesund. Und das obwohl, wie ja schon einst von Joint Venture besungen („Sieh zu du Pflanzenfresser, du bist ja gar nicht besser„), die Zubereitung doch einem mittleren Massaker nahe kommt. Aber wir spielen den jetzt trotzdem mal durch… ;-). Allerdings beschreibe ich hier nicht, wie man Salami und Schinken macht, sondern lediglich die Zubereitung der Artischocken.

eine gute idee der Römer: Antipasti-Teller mit Artischocken

eine gute Idee der Römer: Antipasti-Teller mit Artischocken

Für unser Massaker brauchen wir:

geputzte Artischocken

geputzte Artischocken

  • eine Auflaufform
  • ein Stück Backpapier
  • eine kleine Schüssel und eine große Schüssel
  • einen kleinen Metalllöffel
  • einen normalen Teelöffel
  • Messer & Brett

Und massakriert wird:

  • 4-6 kleine Artischocken
  • eine halbe Zitrone
  • 4 EL Semmelbrösel
  • eine handvoll frische Minze
  • eine handvoll Petersilie
  • 4-6 EL gutes Olivenöl
  • zwei Knoblauchzehen
  • Pepe e Sale
... und das bleibt über

… und das bleibt über

Und los geht’s auf dem Massakrierbrett: Unten den Stiel der Artischocken da kappen, wo er sich verrbreitert, am oberen Ende die Artischocken etwa zur Hälfte abschneiden. Die ersten 2-3 Reihen der Außenblätter ebenfalls abschneiden und die Artischocken unten herum rund schneiden. Dann in die große Schüssel mit etwas Zitronensaft und einigen Stücken Zitrrone legen, sie werden sonst sehr schnell braun.

Mit dem kleinen Metalllöffel nun das Heu in der Mitte herauskratzen, das macht wenig Spaß, erfreut aber umso mehr beim späteren Essen, wenn kein einziger Halm mehr übrig ist. Will heissen: Gründlich machen!

Vorspeise perfetto!

Vorspeise perfetto!

Nun mischen wir in der kleinen Schüssel erstmal die Semmelbrösel mit den fein gehackten Kräutern. Dann den Knoblauch mit Fleur de Sel fein schneiden und mit der Messer-Breitseite zu einer Paste zerdrücken und ebenfalls mit reichlich Olivenöl unter die Semmelbrösel mischen. Es sollte eine sämige Masse entstehen, die wir dann in die Artischocken einfüllen, dazu auch etwas der Paste zwischen die Blätter drücken. Artischocken dann mit der Öffnung nach unten in die Aufflaufform legen, den Boden der Form mit etwas von dem Einlegewasser bedecken, die Form mit dem Backpapier abdichten und ab in den Ofen geben. Das Ganze bei etwa 160° Umluft für 45-60 Minuten backen.

Dann richten wir die Artischocken mit sonstigen Leckereien auf einem Teller an, das geht heiß, warm oder auch kalt. Schmeckt immer, besonders mit frischem Brot!

 

„Escalivade de legumes“ – katalanisches Gemüse mit Frankfurter Einschlag

Mein Thema bleibt „Völkerverständigung durch Kulinarisches„. Der Rheinländer sagt „jebratenes Jemöös„, die Italiener nennen es „Antipasti„, die Spanier „Tapa“ und der Katalane deckt mit Ähnlichem gleich alles ab: Vorspeise, Beilage oder Hauptgericht. Es geht um wunderbar wohlschmeckendes Gemüse wie Paprika, Zucchini, Tomaten und Auberginen, das man im südlichen Frankreich wie überhaupt in mediterranen Gefilden in hervorragender Qualität bekommt. Und da ich selbst kürzlich im Paradies war, weiß ich wovon ich rede. Um den nordeuropäischen Touch als Gegenpol zu haben, wurde das Gericht kombiniert mit einer Kräuter-Creme-Fraiche, die ich mit den originalen Frankfurter Grie SosKräutern gemacht habe. Völkerverbindung eben.

meine "Escalivade de Legumes"

meine „Escalivade de Legumes“

Diesmal geht es nicht so schnell wie sonst oft, sondern man braucht Zeit und idealerweise gutes Wetter, denn wenn man das Gemüse vorgrillen möchte, ist der beste Ort dazu natürlich draußen. Und den besten Geschmack gibt einfach der Grill her. Ich habe diese Werkzeuge benutzt:

Gemüse auf Grill

Gemüse auf Grill

  • wie erwähnt Grill und Backofen
  • eine Grillzange
  • ein Glas oder eine kleine Schale
  • ein kleiner Mörser
  • eine Auflaufform
  • eine Schale oder Schüssel
  • ein Teller mit Küchenkrepp ausgelegt
  • Messer & Brett

Und das habe ich an Zutaten für die Escalivade genommen, wobei die Zutaten natürlich nach Gusto variabel sind:

  • eine gelbe Zucchini
  • zwei kleine Auberginen
  • zwei schöne feste San Marzano-Tomaten
  • eine rote Paprika
  • zwei rote Spitzpaprika
  • zwei Frühlingszwiebeln
  • zwei Knoblauchzehen
  • einige Zweige Thymian
  • 6 EL gutes Olivenöl, nicht zu scharf
  • 2 EL Vinaigre de Cidre (ideal: Vinaigre de Banyul)
  • Fleur de Sel

Grüne Soss-Kräuter-Creme-Fraiche-Dip:

vor dem Backen

vor dem Backen

  • 150 g fein gehackte Kräuter (Schnittlauch, Borretsch, Zitronenmelisse, Pimpinelle, Kerbel, Petersilie, Dill)
  • 250 g Creme Fraiche
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 EL Olivenöl
  • Fleur de Sel

Und so habe ich’s gemacht: Für den Dip Knoblauch fein hacken und zusammen mit den restlichen Zutaten in die Schale geben, mit Salz abschmecen und kühl stellen. Und das am besten einige Stunden vor dem Essen, damit alles schön durchzieht.

Dann bereiten wir das Gemüse vor. Aus den Paprikas schneiden wir schöne Filets, Zucchini und Auberginen habe ich je einmal längs und quer halbiert und die Stücke dann längs gedrittelt, so das eine Art „Keil“ entsteht. Die Frühlingszwiebeln habe ich auf 2/3 eingekürzt und dann ebenfalls längs halbiert. Danach wurde der Grill angeworfen und alles recht scharf angebraten, denn das Gemüse muß nicht durch sein – es wird ja noch gebacken hinterher. Bei der Paprika sollte die Haut aber schwarze Blasen werfen, damit wir selbige abpiddeln können.

Das gebratene Gemüse in der Auflaufform drapieren, bei der Paprika, wie gesagt noch die Haut abziehen.Es gibt auch Rezepte, die das Vorgrillen nicht empfehlen, ich aber mag den Geschmnack gegrillten Gemüses, daher habe ich es vorgegrillt.

Für das Thymian-Öl den Knoblauch fein hacken und im Mörser mit ca. 2 EL Olivenöl mörsern und in die kleine Schale geben. Den Thymian zupfen und mit dem restlichen Olivenöl dazu geben, umrühren und beiseite stellen.

Die Tomaten in Scheiben schneiden und zum Gemüse in die Auflaufform geben. Alles mit etwa der Hälfte des Thymian-Öls beträufeln und dann für ca 45 Minuten bei etwa 100 Grad in den Backofen geben. Je nachdem, ob Ihr die Escalivade heiß, warm oder kalt essen wollt, entsprechende Abkühl-Zeit einplanen. Nach dem Backen wird das Gemüse zuerst mit dem Essig und dann mit dem restlichen Öl beträufelt. Zum servieren Escalivade auf den Tisch stellen oder auf Vorspeisentellern mit einem Löffel Dip arrangieren. Als Sättigungsbeilage passen wunderbar Rosmarin-Kartoffeln dazu.

Bresaiola-Röllchen mit Endivien-Salat, Ricotta und Pinienkernen

ein einsames Bresaiola-Röllchen

ein einsames Bresaiola-Röllchen

Es ist ja so. Manchmal muß man sich gar nicht so viel Arbeit machen und erzielt dennoch ein herausragendes Ergebnis. Und wenn man doch mehr Arbeit haben will, dann nimmt man diese Antipasti hier einfach als ein Element von mehreren auf einem kleinen Antipasti Teller. und der macht trotz des Spätwinters jetzt schon Laune auf den Sommer.

Also, es geht um klassische Zutaten der italienischen Küche. Und Endivien-Salat, derzeit so ziemlich der einzige Salat, den es Spaß macht zu kaufen.

Wir brauchen:

  • ein Brettchen
  • eine Salatschleuder (oder ein sauberes Küchentuch)
  • unser Messer
  • eine kleine Pfanne
  • einen Löffel
  • unsere Hände

Und an Zutaten (für 4 Stück)

Kuba lässt grüßen: Und jetzt Einrollen!

Kuba lässt grüßen: Und jetzt Einrollen!

  • 4 Scheiben Bresaiola
  • etwa 100g Ricotta
  • eine handvoll Pininkerne
  • 4 Blätter Endivien-Salat
  • Pfeffer
  • Fleur de Sel

Und so einfach geht es:

Endiviensalat-Blätter waschen, trockenschleudern und in feine Streifen schneiden. Pinienkerne in der Pfanne anrösten.

Antipasti-Teller mit unseren "Zigarren"

Antipasti-Teller mit unseren „Zigarren“

Bresaiola auf das Brettchen legen, etwa zu 4/5 mit Ricotta bestreichen, pfeffern und salzen, Endiviensalat und einige Pinienkerne darüber verteilen und das Ganze auf die flache Hand legen. So kann man es nun gut einrollen, so das das letzte, nicht bestrichene Stück am Ende überlappt.

Dazu habe ich klassische Bruscetta mit Tomaten und römische Artischocken gemacht. Aber das ist ein andere Rezept und wird ein andermal beschrieben 😉

Dazu gab es einen Tasca d’Almerita, einen unkomplizierten, aromatisch frischen Weissen aus Sizilien.