γύρος [Gyros Pita] – nicht gekauft, sondern selbst gemacht

Wir alle wissen, es gibt sehr seltsame Dinge, die so eigentlich gar nicht gehen – es fängt an bei Pesto, dass Sonnenblumenkerne enthält, geht weiter bei schwarzen Oliven, die gefärbt sind, Vanilleeis ohne Vanille und mündet in den ganzen Wasser und Geschmacksverstärker gepimpten Fertig-Fraß der Lebensmittelindustrie. Eine der Kronen, die diese siebenköpfige Hydra sich aufgesetzt hat ist Pfannengyros….

Nur damit wir uns verstehen: Gyros bedeutet soviel wie Kreisel oder Runde, gyrizo, das Verb dazu bedeutet drehen oder umfahren. Gyros tis Gallias ist der griechische Begriff für die Tour de France, der Giro d’Italia geht auch auf das Wort „Runde“ im griechischen zurück. Das steht übrigens alles schön auf Wikipedia. Aber, mal ehrlich – was kreist bitte schön in einer Pfanne ??? Wir lernen daraus: NIcht machen. Oder nennt es meinetwegen „geschnetzeltes griechischer Art“, wobei jeder Grieche beleidigt sein dürfte…. Alleine zu der Frage, ob der Gyros-Spieß nun horizontal oder vertikal gegrillt wird, habe ich keine Angabe gefunden, insofern denke ich, dass horizontal in Ordnung sein dürfte. Ich habe nämlich dann echtes Gyros gemacht. Am Drehspieß.

 

Die Machart ähnelt dem Konsosouvli, den ich ja vor einigen Wochen schon vorgestellt habe. Allerdings sind Würze und Fleischschnitt anders. Und im Gegensatz zum uns von dutzenden Imbißbuden in deutschen Innenstädten bekannten Gyros, drehte sich meiner nur alle paar Minuten um ein kleines Stück weiter, aber das Resultat war unglaublich lecker.

Das Drehwerkzeug:

  • einen großen Grillspieß, idealerweise mit Grill (Gas oder Holzkohle, geht beides)
  • eine große Schüssel (zum einlegen des Fleisches)
  • Messer & Brett
  • Ein Löffel (o.ä.) zum Rühren
  • wer keine andere Lösung hat, eine Schraubzwinge (-> Konsosouvli)

Das wird gedreht (für 4):

  • ca. 750g Schweinefleisch, Bio-Schweinenacken eignet sich hervorragend
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Kreuzkümmel
  • 1 EL mildes Paprikapulver
  • 1 EL Oregano, getrocknet
  • 1 TL Thymian, frisch
  • 8 EL Olivenöl
  • 4 EL Zitronensaft
  • Pepe e Sale

Zuerst legen wir das Fleisch ein. Den Nacken dazu in ca 1,5 cm dicke Scheiben schneiden, diese sollten eine durchschnittliche Fläche von ca.4- 5cm Radius haben und am Rand möglichst wenig ausgefranst sein, das Fett lassen wir dran! Das Fleisch geben wir dann in eine Schüssel und salzen es. Danach den Knoblauch schälen, fein hacken und zusammen mit den Gewürzen, Kräutern, Zitronensaft und Olivenöl auf das Fleisch geben und alles sehr gut durchmischen. Das Fleisch nun für mindestens 8 Stunden marinieren, länger ist aber kein Problem. Wenn wir ab und an nochmal durchmischen verteilt sich die Marinade gleichmäßig und schön.

Ich empfehle hier im Blog übrigens meistens Bio-Fleisch aus Überzeugung. Bei diesem Rezept hier hat das allerdings auch einen ziemlich praktischen Grund; wer nämlich am Ende des Garvorgangs noch Fleisch auf dem Spieß haben möchte, der sollte hier auf gutes Fleisch setzen. Wer den Schweinenacken für 3.98.- € nimmt, sollte sich nicht wundern, wenn die Hälfte seines „Fleisches“ am Ende einfach verdunstet ist :-).

Das Fett sorgt übrigens dafür, dass das Fleisch am Ende nicht zu trocken wird.

Nun bestücken wir den Spieß gleichmäßig, das Fleisch wird mit Halteklammern am Anfang und am Ende zusammengedrückt. Es sollte möglichst kein Fleisch ausfransen, steckt „Fransen“ oder anderweitig heraushängende Stücke lieber zwischen die Fleischscheiben, das würde am Ende sonst sowieso nur verbrennen.

Den Spieß auf den Grill, den Grill auf die unterste Stufe (bei Gas) und alle paar Minuten ein wenig drehen (okay, wer nichts zu tun hat, kann auch die ganze Zeit drehen…). Mein Spieß war insgesamt 2 1/2 Stunden auf dem Grill, dann ist das Fett so richtig schön durch das Fleisch gezogen und das Fleisch total zart.

Die Zeit können wir uns damit vertreiben, ein paar klassische griechische Vorspeisen und vor allen Tsatsiki zu machen. Ich habe dazu noch Pita-Brot selber gebacken. Dazu habe ich einem klassischen Hefeteig etwas Backpulver und einen Eßlöffel Weißweinessig zugefügt und kleine runde Brote gebacken. Jetzt noch fix etwas Tomate, Gurke und rote Zwiebel in feine Scheiben schneiden und los kann es gehen.

Das Fleisch vom Spieß nehmen und in Stücke schneiden, echter wäre natürlich, es direkt vom Spieß nach Bedarf zu schneiden. Pita-Brot aufschneiden, mit Tsatsiki, Fleisch, Tomate, Gurke und Zwiebel füllen (die roten Punkte im Bild rechts stammen von einer scharfen Sauce) und reinbeißen.

Goil. Wie beim Griechen, nur besser.

 

 

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