Braai in der Wüste – oder in der Wüste wüst grillen

Anfang August: Namibia. Ein tolles Land, vor allem, wenn man es als Tourist bereist. Das dann direkt unsere allererste Lodge direkt diesen Platz direkt in der Wüste mit Braai (Grillstelle, s. Bild unten) bereitstellen würde, war natürlich ein großes Glück. Dass ich in meinen 4.5 Wochen Afrika überhaupt würde einmal selber kochen können, hatte ich eigentlich eher nicht erwartet. Direkt bei der Ankunft habe ich dann natürlich nach Holz gefragt, was dann auch geliefert wurde – mehr als man in den 2 Tagen Aufenthalt überhaupt hätte verbrennen können. Jedenfalls ergab sich so gleich die Gelegenheit selber Oryx-Antilope zu grillen. Auf einem Holzgrill.

Wow.

Einkaufen waren wir zum Glück vorher schon, und auch wenn das Angebot namibischer Supermärkte eher, sagen wir mal ’schlicht‘ ist (das meiste wird aus Südafrika importiert), so kann man sich darauf verlassen, dass man Top-Qualität an Fleisch bekommt. Und neben Rind, Schwein und Lamm eben auch Antilopenfleisch. Das Fleisch stammt in aller Regel von Farmen aus dem Land, wo die Tiere frei herumlaufen und bejagt werden. Mehr Bio geht also nicht.

Wir braauchen:

  • einen Braai samt lokalem Holz
  • Messer & Brett
  • Wüstenpanorama

Wir braaieren:

  • ca. 300g Oryx-Antilope
  • ca. 300g Rinderfilet
  • Tomaten, Gurke und rote Zwiebel für Salat
  • 100g Feta
  • ein paar Kartoffeln als Beilage
  • Knoblauch
  • Olivenöl
  • eine Zitrone und noch etwas Olivenöl für Salatsauce
  • Pepe e Sale

Das Oryx-Antoilopen-Fleisch kommt am Stück, also schneide ich drei gleich etwa 2-3 cm dicke Scheiben daraus. Das Fleisch ist sehr mager und ich frage mich, ob das mit dem grillen wohl klappen wird? Andererseits ist Rinderfilet auch mager und das wird auf dem Grill richtig gut. Also wird das schon klappen, wenn ich den Garpunkt treffe. Ich reibe die Fleischscheiben mit etwas Knoblauch und Olivenöl ein.

Ich heize also den Braai an, sammele etwas herumliegendes Kleinholz zum Anzünden und lege 5-6 Scheite auf. Es riecht wunderbar, etwas harzig, aber nach einem Aroma, das im Fleisch mit Sicherheit zum Gelingen beitragen wird. Hinterher habe ich herausgefunden, dass wir Kameldorn-Holz haben und das längst nicht alles Holz in der Wüste Namib brennbar ist. Kostbar ist es auf jeden Fall, daher bin ich sparsam. Das Feuer lodert vor sich hin, es duftet und knackt.

In der einzigen Pfanne auf der kleinen Gasflamme bruzzele ich Kartoffeln als Bratkartoffeln in Olivenöl, die bekommen am Ende noch etwas Salz und Pfeffer dazu, fertig. Die Wahl der Sorte fällt übrigens nicht schwer, in Namibia wird nicht danach, sondern nach Größe der Knolle entschieden. Die größeren sind erstaunlicherweise teurer, vielleicht weil man weniger Schale und mehr Kartoffel hat?

Mit Blick auf den Sonnenuntergang hinter den Naukluft-Bergen, einem kalten „Tafel-Lager“ schnibbele ich Tomaten, Gurke und rote Zwiebel zu einem Salat, mixe Zitronensaft, Salz und Olivenöl zu einer Sauce, mische alles in der einzigen Schüssel durch und füge gewürfelten Feta (den es überall in Namibia gibt) hinzu. Das ist unser Salat.

Nun ist auch das Feuer heruntergebrannt und ich lege das Fleisch auf den Grill. Es zischt, duftet wunderbar zwischen Fleisch und Holz, mittlerweile wird es dunkel und mit dem schnell schwindenden Licht hat auch einer die Heizung ausgeschaltet. Es wird sehr schnell recht frisch.

Mangels Grillgabel nehme ich die Hand zum wenden, aber wenn man schnell ist geht auch das sehr gut. Da ich keine Ahnung habe, wie sich Oryx-Antilopensteaks auf einem Grill mit unbekannter Temperatur verhalten, drücke ich immer mal wieder mit dem Finger in das Fleisch und entscheide irgendwann nach ca. 4 Minuten pro Seite, dass es nun gut ist. Natürlich lasse ich das Fleisch noch noch eine Weile ruhen.

Serviert mit Salat und Kartoffeln und etwas Salz und Pfeffer, schneidet sich das Fleisch wie Butter, duftet herrlich, ist wunderbar zart und vom Geschmack her irgendwo zwischen Top 1A Rindfleisch mit einem ganz dezenten Wildgeschmack anzusiedeln. Interessant ist, das kein einziger Tropfen Fleischsaft beim Schneiden herausläuft.

Mittlerweile ist es dunkel und ein unglaublich beeindruckender Sternenhimel begrüßt uns. Milchstraße, Kreuz des Südens und Venus, Mars und Jupiter leuchten am Himmel. So darf es ruhig eine Weile bleiben…

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