drohendem Karneval begegnen wir mit: Himmel un Äädt met Öllije un Flünz (un Leberwoosch)

Man kann ja über die Rheinländer lästern, sie lieben oder was auch immer denken. Immerhin haben Sie es geschafft, eine eigene regionale Küche aufrecht zu erhalten, auch wenn sich viele der Gerichte so oder so ähnlich auch in anderen „Hausmannskost“-Küchen finden – aber mit Sicherheit nicht mit demselben Namen. Bevor hier im Rheinland nun der Karneval so richtig abgeht, eine kleine Hommage an das – für mich – ur-rheinischste aller Gerichte: Himmel un Äädt mit Öllije un Flünz (un Leberwoosch). Wie immer mit ein wenig eigener Interpretation.

In richtiger Stimmung mit richtigem Wetter einfach nur himmlisch. Das Rezept ist für zwei zum richtig satt werden!

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Un dat bruche mer:

  • zwei Töpfe
  • zwei Pfannen
  • einen Dosenöffner (wenn die Leberwurst aus der Dose kommt)
  • Kartoffelstampfer
  • Sparschäler
  • mehrere Kochlöffel, Pfannenschieber und Löffel
  • Muskatreibe
  • Messer & Brett

Un dat kütt erinn:

Herd ist voll

Herd ist voll

  • 2 rheinische Blutwürste, auch „Flönz“ genannt
  • 1 Dose grobe Leberwurst (die beste gibt’s hier), alternativ auch eine rheinische Leberwurst (Form wie oben im Bild die Blutwurst)
  • 750g mehlig kochende Kartoffeln
  • 0.1l Milch
  • 0.1l Sahne
  • insgesamt ca. 120g Butter, aufgeteilt in 10g + 10g + 20g + 80g
  • 1 EL Speiseöl zum Braten
  • 1 kleine rote Zwiebel und eine große Normale
  • 2 Äfpel
  • 1/2 Birne
  • 1 Schuß Weißwein
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Honig
  • frisch geriebene Muskatnuß
  • Pfeffer & Salz
Öllije rösten

Öllije rösten

Wir fangen an und kochen die Kartoffeln im 1. Topf in leicht gesalzenem Wasser bis sie deutlich gar sind. Währenddessen schälen wir Äpfel und Birne und schneiden sie in Würfel. Die kleine rote Zwiebel wird in ganz feine Würfel geschnitten. Im 2. Topf schwitzen wir die Zwiebeln in 20g Butter vorsichtig an, nach einigen Minuten kommen Zucker, Wein und Äpfel- wie Birnenwürfel hinzu, Deckel drauf und unter gelegentlichem Rühren ca. 20 Minuten köcheln.

Die 2 Pfannen aufstellen. In die größere die Blutwürste und die Leberwurst mit 10g Butter und einem EL Speiseöl bei mittlerer Hitze anbraten. Die große Zwiebel in feine Scheiben schneiden und die Zwiebelringe mit 10g Butter in der 2. Pfanne ebenfalls bei mittlerer Hitze rösten. Wurst und Zwiebeln zwischendurch immer mal wenden.

Mittlerweile sind die Kartoffeln gar. Abschütten und Kartoffeln mit kaltem Wasser abschrecken. Den Topf reinigen, Kartoffeln pellen und hineingeben. Die 80g Butter samt Milch und Sahne zu den Kartoffeln geben, ordentlich Muskatnuß drüber reiben, pfeffern und salzen und mit dem Kartoffelstampfer zu einem schönen Kartoffelpüree stampfen. Wenn das Pü zu dick ist, mehr Milch und/oder Butter dazu geben (dat bessje Fett freert Ihr üch am Ruhsemundaachszooch altwidder fott!).

Flönz un Leberwoorsch in dä Pann

Flönz un Leberwoorsch in dä Pann

Deckel auf das Pü und beiseite stellen (wenn was übrig bleibt, könnt Ihr am nächsten Tag richtige Kartoffelpuffer machen :-)). Nun das Apfel-Birnen-Kompott ebenfalls stampfen, diesmal aber bitte nicht zu fein. Den Honig dazugeben und alles nochmal durchrühren.

Jetzt kommt der Moment des Anrichtens: Auf jeden Teller 2 Eßlöffel Pürree als Berg in die Mitte und einen Eßlöffel Apfel-Birnenkompott daneben geben. Die Leberwurst halbieren und jeweils an das Kartoffelpüree anlehnen, je eine Blutwurst auf die andere Seite anlegen und obendrauf mit ordentlich Zwiebelringen (Öllije) garnieren.

Himmel sind übrigens die Äpfel, da am Baum gewachsen, Äädt (=Erde) die Kartoffeln, da – na ihr wisst schon. Dazu passt natürlich ein ordentliches kaltes Bier. Es muß auch kein Kölsch sein.

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4 Kommentare zu “drohendem Karneval begegnen wir mit: Himmel un Äädt met Öllije un Flünz (un Leberwoosch)

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