Brot – Pain – Pane: Warum??

Baguette tradition

Baguette tradition

Brot. Egal ob im klassischen Gebet, als Bestandteil unseres Frühstücks, als Bestandteil fast jeden mediterranenen Essens, als Zutat. Wir Menschen essen Brot. Viel Brot. Eine Frage, die ich mir so oft stelle ist, warum gehen wir so schludrig damit um? Warum kaufen wir fertig vorgebackenes Aufback-Brot im Brot-Back-Shop? Warum gehen immer mehr Bäcker dazu über, sich an diese „Qualität“ anzugleichen? Und warum zur Hölle gibt es in Frankreich in jedem kleinen Kaff noch eine „Boulangerie Artisan„, wo Brot, Croissants, Kuchen und Teilchen so geil aussehen, riechen und schmecken, das man sich garnicht entscheiden kann?

Gut. Brot ist in Frankreich subventioniert. Der Bäcker im kürzlich verlassenen Paradies hatte eine Qualität und Vielfalt zu Preisen, die uns hier die Tränen in die Augen treiben. Und – dank gläserner Backstube – konnte man sehen, das alles, einfach alles klassische Handarbeit war, die im mit Holz befeuertem Ofen Ihre Krönung erhielt. Von der Boulangerie stammen übrigens auch die im Bild oben locker in ein Stück Papier eingedrehten zwei Prachtstücke.

Warum sind wir nicht bereit, für ein gutes Brot, gutes Brötchen auch den Preis zu zahlen, den es verdient? Mal ehrlich: Ich schätze, das es die überwiegende Anzahl von uns nicht wirklich kratzt, ob wir für 4 Sonntagsbrötchen nun 9 Cent oder 29 Cent bezahlen, oder? Aber vermutlich richte ich meinen Appell ohnehin an die falsche Zielgruppe…

Hier in Bonn gibt es immerhin einen französischen Konditor, der ja mittlerweile auch einiges an französischem Brot und ziemlich gute Croissants hat. Und der Laden brummt. Ist das ein Zeichen dafür, das trotz wie Pilze aus dem Stadtboden schießende Backshops doch nicht das baldige Ende unserer Essenskultur anzukündigen ist? Ich jedenfalls hoffe es.

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13 Kommentare zu “Brot – Pain – Pane: Warum??

  1. Kann dir nur zustimmen ! Wirklich gute Bäcker sind mittlerweile sehr dünn gesät, obwohl Deutschland doch das Land mit den meisten Brotsorten sein soll. Über die Qualität wird selten gesprochen… Im letzten Jahr gab es in der ZEIT eine Umfrage nach guten Bäckern und aus dem Ergenbnis wurde eine „Landkarte“ erstellt. Die kannst du bestimmt noch finden-falls du sie nicht sowieso schon kennst… Grüsse von Anja

  2. Wahrscheinlich liegt es daran, dass alles teurer geworden ist, Brötchen aber komischerweise immer billiger werden. Leider auch was die Qualität betrifft. Ich höre oft Leute sagen „Früher hat man für ein Brötchen 20 Pfennig bezahlt…“ Heutzutage kostet es halt mehr, so wie alles andere auch. Aber da nehmen wohl viele eher die Aufbackbrötchen für 9 Cent und vergessen immer mehr, wie richtige Brötchen überhaupt zu schmecken haben.

  3. Till, grundsätzlich ist das nicht anders als mit vielen anderen „Lebensmitteln“. Oder kannst Du mir erklären, warum jemand auf die Idee kommt, Kartoffelpüree als Pulver und – eigentlich noch geiler – fertigen Pfannkuchenteig in der Plastikflasche anzubieten? Offensichtlich gibt es dafür einen Markt, auch wenn ich im Supermarkt wie Otto Naiv davor stehe und mir den Kopf kratze…
    Beim Brot hast Du aber vielleicht noch mehr recht… eigentlich sind wir in Deutschland doch – wenn auch ganz anders – schon eine Brotnation wie Frankreich. Warum das dann so den Bach runtergeht seit Jahren, ist schon schwer zu erklären und auch richtig traurig… Ich würde gerne gutes Geld für gutes Brot auf den Tisch legen! Und zwar für Baguette wie für gutes klassisches Brot Vollkornbrot aus Sauerteig & Co…

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