Wie kommt das Känguru auf (m)einen Grill?

und ab auf den Grill, du Springvieh

und ab auf den Grill, du Springvieh

Ja, ich weiß, Känguru nie durchbraten, sonst wird es zäh wie Opossum. So war die unisono Antwort von ungefähr drei Metzgern in Brisbane (Australien), als ich dort vor einigen Jahren herum lief und das Fleisch kaufen wollte, um endlich mein erstes Stück Känguru zubereiten zu können. Leider hatten alle dieser Mahner kein Känguru vorrätig. Das Fleisch wird in Australien wohl eher als Fleisch 2. Klasse angesehen, Bush-Food ist der latent abfällige Begriff dafür. Hierzulande dagegen ist eher eine Delikatesse oder zumindest selten zu bekommen und darüber hinaus als äußerst gesund und fettarm gepriesen. Und wenn man das Fleisch nicht permanent isst, dann ist wohl auch der weite, tiefgekühlte Transport auch irgendwie mal keine CoC Verletzung. Mehr Bio geht dafür nicht, denn Kängurus werden gejagt, nicht gezüchtet.

Ich war kürzlich in der Mxxxx (dort wo man nur mit entsprechendem Schein einkaufen darf), denn dort gibt es viele eher ungewöhnliche Fleischarten (übrigens hat es auch damals 2009 in Brisbane beim 4. Metzger geklappt 😉 – natürlich nicht ohne den erneuten Hinweis „Känguru nie durchbraten„). So, jetzt könnte ich schon wieder aufhören, denn nun weiß jeder, wie das Känguru auf meinem Grill gelandet ist. Aber ich berichte trotzdem noch über das Resultat.

Wir brauchen:

  • einen Grill
  • ein großes Stück Alufolie
  • einen Pinsel o.ä.

Und an Zutaten:

  • 1 Känguru-Steak p.P. (Filet oder Rücken)
  • etwas Olivenöl
  • Pepe e Sale
auf dem Teller

auf dem Teller

perfekt....

perfekt….

Also, das Fleisch habe ich langsam aufgetaut, es entpuppte sich als 4 schöne Steaks, dummerweise war eines davon etwas kleiner. Gefährlich, denn Ihr wisst ja jetzt, Känguru nie … rischtisch.

Nach dem Auftauen habe ich konkret gar nichts mit dem Fleisch gemacht, außer es kurz bevor ich es auf den Grill gelegt habe mit Olivenöl einzupinseln. Dann drauf damit auf einen nicht mehr zu heißen Grill und auf jeder Seite für etwa 4-5 Minuten schön braten. Das kleinere Stück habe ich nach kurzer Zeit an eine weniger heiße Stelle gelegt.

Nach dem Grillen habe ich das Fleisch in Alufolie eingewickelt und nochmal für 4-6 Minuten in den Ofen bei 150° Umluft gelegt. Und dann habe ich es herausgenommen und in der Alufolie einige Minuten ruhen lassen. Dann raus damit und in Scheiben geschnitten auf dem Teller anrichten. Dabei sieht man auch, ob das Resultat perfekt ist. Und wie gesagt, wer Känguru durchbrät, der braucht mindestens eine Säge für jeden Esser. Man kann es nun vor dem Essen pfeffern und salzen oder beides auf den Tisch stellen, dann kann jeder nach Gusto würzen.

Als Beilage dazu habe ich einen Kartoffelgratin Dauphinois und einen knackigen Salat gemacht. Aber das ist eine andere Geschichte, die will ein andermal erzählt werden.

Das Fleisch schreit übrigens nach Shiraz, egal ob australisch oder südafrikanisch, hauptsache kräftig. Ein Côtes du Rhônerde auch gehen.

Advertisements

7 Kommentare zu “Wie kommt das Känguru auf (m)einen Grill?

  1. Danke für diesen Beitrag! Jetzt weiß ich auch, warum ich Känguru nicht mochte. Zäh wie Oppossum. 😀 Werde den Koch das nächste Mal drauf hinweisen, wenn ich bloß noch wüsste, wo ich das mal gegessen habe…

    Gruß, Stephanie

  2. Ich habe hier schon wirklich viele tolle Sachen gelesen. Auf jeden Fall wert mal ein Lesezeichen zu setzten. Ich hoffe es folgen noch viele weitere Beiträge, ich liebe diesen Blog! 🙂

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s