Italia meets Schwabenland: Pasta mit Linsen

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Tagliatelle mit Le Puy Linsen uns Semmelbröseln

Letzte Woche kam im Radio ein Bericht über schwäbische Linsenbauern, die alte Linsensorten wieder entdecken und als Biobauern anbauen. Es ging über die jährlichen Schwankungen des Wetters und der damit einhergehenden schwankenden Quantität und Qualität der Ernte und darüber, wie das Leben überhaupt ist, hart und auch schön. Gegensätzlich eben. Gleichzeitig kam mir in den Sinn, das wir kürzlich auf dem Weg in den Urlaub noch durch das Städtchen „Le Puy“ in der Auvergne gefahren sind, das ist die Hauptstadt des berühmten Linsenanbaugebietes und Ursprung des Namens „Le Puy Linsen“, kleine grüne Linsen, die auch nach dem Kochen noch etwas hart bleiben und wunderbar nussig schmecken. Und das ich davon noch einige in Reserve hatte, da ich immer wenn ich in Frankreich bin, diese wunderbaren Linsen kaufe.

Der Gedanke ging mir nicht mehr aus dem Kopf und reifte im laufe des Tages zu diesem Gericht, keine Spätzle, sondern Pasta! Ein Gedicht.

Wir brauchen:

  • zwei Pfanne und einen Pfannenwender
  • einen großen Topf
  • eine Reibe
  • unser Messer samt Schneidebrett

Zutaten (für 4 Personen)

  • 400g frische Tagliatelle

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    Frühlingszwiebel mit Pancetta anbraten

  • 1/2 l Hühnerbrühe
  • ca. 100g Le Puy (oder andere) Linsen
  • ca. 80g Pancetta
  • 1 Frühlingszwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 3-4 getrocknete Tomaten, in Wasser eingeweicht
  • ca. 2-3 EL gutes Olivenöl
  • ca. 70g trockenes Weißbrot (oder Semmelbrösel)
  • 2-3 EL Butter
  • 2x eine Handvoll gehackte Petersilie
  • 1 TL Tomatenmark
  • Pepe e Sale
  • ca. 50g geriebener Pekorino (oder Parmesan)

Los geht’s. Zugegeben, das ganze ist etwas aufwändig und erfordert ein gutes Zeitmanagement, da am besten alle drei Zutaten-Teile gleichzeitig fertig sind, wobei die Linsen dabei eigentlich am unkritischsten sind. Deshalb fangen wir mit denen an, Semmelbrösel und Pasta müsst Ihr dann gleichzeitig machen.

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angebratene Semmelbrösel

Linsen-Sugo

Die Linsen ca. 15-20 Minuten weich kochen, dabei nur sehr wenig Wasser nehmen, so das am Ende idealerweise gar kein Kochwasser übrig bleibt. Frühlingszwiebel in feine Rauten schneiden, eine Knoblauchzehe fein hacken und den Speck in Streifen schneiden. Eine Pfanne aufstellen und Speck, Zwiebelrauten und Knoblauch hineingeben und leicht anbraten. Das Fett kommt hier durch den Pancetta hinzu. Wenn alles leicht angebräunt ist, die Linsen und die in feine Streifen geschnittenen getrockneten Tomaten (Einweichwasser aufbewahren!) dazugeben und ordentlich umrühren. Das Ganze ein Weilchen vor sich hin bruzzeln lassen, damit sich alle Zutaten (und damit die Geschmäcker) gut vermischen. Am Ende mit Pfeffer, Salz und Olivenöl abschmecken und eine Handvoll grob  gehackte Petersilie drunter mischen.
In der Pfanne beiseite stellen.

Semmelbrösel-Sugo

Zunächst mal das trockene Brot mit der Reibe zu grobem Semmelbröseln zerreiben. Butter in der zweiten Pfanne schmelzen, gehackten Knoblauch und Semmelbrösel dazugeben und immer weiter rühren. Tomatenmark und Petersilie dazugeben und weiter rühren, so das die Semmelbrösel zu einer Art „Streuseln“ zusammen backen. Wenn es zu fest wird, noch etwas Olivenöl dazu, wenn zu locker, ein paar mehr Brösel.

Pasta

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Klare Sicht auf das Gericht bevor der Käse drüber kommt

Die Pasta kochen wir in der Brühe. Für die 400g Nudeln reicht der halbe Liter Brühe so ziemlich gut aus, es erfordert allerdings, das wir die Nudeln ziemlich permanent umrühren, damit die nicht zusammen kleben. Aber so nehmen Sie intensiv den Brühe-Geschmack auf und kriegen auch eine tolle Konsistenz. Da wir frische Nudeln nehmen, dauert das Kochen so höchstens 4-5 Minuten. Zur Not geben wir noch was von dem Einweichwasser der Tomaten hinzu.

Zusammenbau

Pasta aus dem Topf direkt in die Pfanne zu den Semmelbröseln und ordentlich verrühren. Falls die Linsen abgekühlt sind, sollten diese vorher nochmal ordentlich warm gemacht werden. Auf einem Teller ein Pastahäufchen anrichten und 3-4 EL der Linsen darüber geben und leicht durchmischen. Darüber geriebenen Käse streuen.

Wein?

Natürlich einen trockenen oder sogar halbtrockenen Riesling von Neckar, Mittelrhein oder Mosella, dessen Säure sich angenehm zwischen Linsen, Pasta und den Speck einbettet und immer dann an der Zunge bitzelt, wenn man ein Stück der getrockneten Tomate erwischt.

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